Vom Bausenberg zum Königssee

Ja, es gibt einen Königssee auch in der Osteifel, sehr versteckt allerdings. Bei traumhaftem Herbstwetter habe ich mich in der vergangenen Woche auf den Weg dorthin gemacht, erst den Bausenberg bei Niederzissen erklettert, am Roddermaar Wasservögel und später am Königssee Basaltsäulen beobachtet.

Am meisten begeisterten mich diese wunderbaren Farben des Herbstes, der strahlend blaue Himmel, die gelb leuchtenden Blätter und die braunen Vulkangesteine, das dunkelblau funkelnde Wasser des Roddermaares. Welch ein Glück, das wir hier in Mitteleuropa Jahreszeiten haben, das die Landschaft und die Temperaturen sich ständig verändern. Allerdings, diese Tour hat zu jeder Jahreszeit ihre Reize, selbst bei eiskaltem Wind und Schnee.

Herbstfarben am Bausenberg

Ich verlasse die A 61 an der Anschlussstelle Niederzissen, parke dort auf dem P+R-Parkplatz und wandere auf den Bausenberg zu. Ich umrunde ihn links herum, wandere auf der Sonnenseite durch die alten Steinbrüche, in denen die Bewohner Niederzissens einst Lavabrocken, sog. Krotzen, brachen, um daraus Häuser zu bauen. Krotzenhäuser werden sie genannt, man sieht etliche davon in Niederzissen.

Relaxen am Bausenberg mit phantastischer Aussicht über die Eifel

Ein paar Herbstblumen blühen noch, dekorative Lavabomben liegen umher, nur die sonst dort weidende Ziegenherde ist heute nicht da. Hinter dem zweiten Gatter stoße ich auf die Markierung des Wanderweges Eifelleiter, ich folge ihm bis zum Königssee.

 

Auf dem Bausenberg klettere ich durch mächtige Schweißschlacken, Zeugnisse explosiven Vulkanismus. Hinab den Hang, dort wo vor über 200.000 Jahren ein Lavastrom der Krater aufriss. Durch die Felder führt der Weg zum Roddermaar. Vulkanologisch gesehen ist ein Maar ein Vulkankrater, dieses Maar ist nur eine Teich. Hinweise auf eine vulkanische Entstehung wie sie etwa die Dauner Maare besitzen, gibt es für dieses Maar nicht. Auch die Theorie, es mag durch einen Meteoriteneinschlag entstanden sein, wurde bisher nicht bestätigt. Und so nennt der Eifler liebevoll jeden Tümpel Maar. Dieses Maar hat es besonders in sich, traumhaft fügt es sich in die Landschaft, die Burgruine auf der Olbrück dekorativ im Hintergrund. Schilf, Insekten, Wasservögel, das Roddermaar ist ein Lieblingsort für Naturfreunde.

Roddermaar bei Niederdürrenbach

Weiter folge ich der Eifelleiter, schnurstracks auf den Vulkan Steinberg zu, einer Basaltkuppe die in einer früheren vulkanischen Epoche vor etwa 35 Millionen Jahren entstand und dem Zentraleifel-Vulkanfeld zuzurechnen ist. Der Bausenberg übrigens ist gerade mal 250.000 Jahre alt.

Ausgehöhlt wie ein fauler Zahn ist der Steinberg, in seiner Mitte liegt dekorativ der Königssee, von allen Seiten gibt es Pfade, die zum Rande dieses Steinbruchs führen und einen Blick auf den romantischen See und die wunderbar ausgebildeten Basaltsäulen erlauben.

Pausenplatz am Steinberg

Auf der Rückseite des Steinberges bei Oberdürenbach gibt es einen netten Picknickplatz, der auch noch in der Nachmittags- und Abendsonne liegt. Also genieße ich noch die langsam nach unten sinkende Sonne und mache mich auf den Rückweg zum Bausenberg.

Zurück am Bausenberg erwartet mich noch ein spektakulärer Sonnenuntergang hinter der Burg Olbrück

 

 

4 Stunden sind für diese etwa 12 km lange Tour einzukalkulieren, eine ausführliche Beschreibung gibt es in meinem GeoExkursionsführer dur die Osteifel, der im April 2019 erscheint.

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