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Herbst auf dem Rodderberg

Langsam wird der Oktober golden.
Der Stand der Sonne wird tiefer, sie strahlt gelbe und rote Blätter auf den Bäumen an, das Farbenspiel wird immer faszinierender.

Blick vom Rodderberg nach Bonn

Blick vom Rodderberg nach Bonn

Heute war ich auf dem Rodderberg, einem Vulkan bei Bonn-Mehlem. Ein etwas abseits gelegener Vulkan, blickt man auf die Landschaft ringsum. Gegenüber das Siebengebirge, ein 25 Millionen Jahre alter Vulkanismus. Ebenso im Drachenfelser Ländchen westlich von Mehlem. Der Wachtberg, der Dächelsberg, der Vulkan des Domsteinbruches bei Berkum … alle sind etwa 25 Millionen Jahre alt. Nur der Rodderberg ist ein junger Vulkan von etwa 300.000 Jahren. Er gehört nicht hier hin, er gehört grundsätzlich zum Vulkanismus der Osteifel, zu den Vulkanen rund um den Laacher See herum … ein etwas nördlich gelegener Ausrutscher.

Es ist lohnend, den Rodderberg zu dieser Jahreszeit zu umwandern. Von Bonn-Mehlen folgen wir der Strasse nach Niederbachem, hinter Mehlem zeigen die Wegweiser zum Rolandsbogen und Rodderberg. HagebutteDort oben gibt es Wanderparkplätze, von denen wir unsere Routen um den Rodderberg starten können. Die Wege sind nicht lang und nicht steil, aber es gibt grandiose Aussichten über das Siebengebirge, über Bonn und nach Westen hin über das Drachenfelser Ländchen.

Spektakulär ist natürlich der gegenüber gelegene Drachenfels, der in der gelben Vormittagssonne scheinbar seinen vulkanischen Ursprung offenbart.

auf dem Rodderberg

auf dem Rodderberg

Blick vom Rodderberg auf Bonn

Blick vom Rodderberg auf Bonn

Der Rodderberg … ein wunderbares Ziel für einen gemütlichen Wanderausflug mit herrlichen Panoramablicken über das Rheintal und über das Siebengebirge.

 

Burg Landskrone hoch über der Ahr

Endlich die ersten Frühlingstage, an denen wir auch ohne zu zittern mal hoch oben auf exponierten Gipfel stehen und die Landschaft genießen können. Warme Sonne lockt nach draußen und uns lockte es am vergangenen Sonntag auf die Landskrone hoch über Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Die Landskrone – ein markanter Berg am Eingang des Ahrtales – ist dieser Berg, den wir alle schon gesehen haben, wenn wir auf der Autobahn A 61 über das Ahrtal gefahren sind. Immer ins Auge fällt die weithin sichtbare weiße Kapelle über den Weinbergen, das darüber auf dem Gipfel noch eine mittelalterliche Burgruine steht, ahnt man von weitem nicht.

Diese Tour läßt sich auch gut mit ÖPNV planen, von Köln aus fährt die Regionalbahn nach Remagen, dort steigt man um in die Ahrtalbahn in Richtung Ahrbrück und fährt bis Bahnhof Heimersheim. Wer mit dem Auto kommt, findet am Bahnhof Heimersheim ebenfalls Parkplätze, das Navi möchte aber wissen, das der Bahnhof Heimersheim auf der Landskroner Strasse im Ort Bad Neuenahr liegt.

Steil geht es los, da kommt man schon mal etwas ins Pusten. Vom Bahnhof führt direkt auf der anderen Strassenseite der Weg durch die Weinberge hinauf in Richtung Landskrone. Oben in den Weinbergen folgen wir aber nicht dem grünen Wegweiser zur Landskrone, an der zweiten Feldwegkreuzung in den Weinbergen sind wir vom steilen Anstieg erlöst und gehen nach links durch die Weinberge. Um die Landskrone herum, bis wir in den Wald gelangen und dort nach rechts hangaufwärts ein kleiner, aber markierter Pfad in Richtung Kapelle führt. Achten wir auf diesem Weg auf den Untergrund: solange wir durch die Weinberge wandern, sehen wir als Gestein unter uns sandige Schiefer, das Gestein, auf dem der Winzer seinen Wein anpflanzt. Im Wald häufen sich die Basaltbrocken, die von oben herab gerollt sind : die Landkrone ist ein alter Basaltvulkan, an der Kapelle werden wir das spätestens erkennen.

Basaltbrocken werden immer häufiger

Basaltbrocken werden immer häufiger

 

Die Kapelle auf der Landskrone ist der erste Ort, der eine kleine Pause lohnt, den Ausblick über das Ahrtal sollten wir schon einen Moment genießen, vielleicht ist aus die Kapelle geöffnet.

Hinter der Kapelle sind wunderschöne Basaltsäulen zu sehen, erstarrte Lava, die zeigt, das die Landskrone vulkanischen Ursprungs ist.  Wir gehen vom Aussichtsplateau vor der Kapelle 50 Meter zurück, nach rechts oben zweigt der Pfad ab, der uns zur Burgruine führt.

Die Kapelle auf der Landskrone

Die Kapelle auf der Landskrone

Ein Highlight, hier sollte gepicknickt werden. Ein 360°-Rundumblick, der seinesgleichen sucht. Auf der einen Seite reicht der Blick weit über den Westerwald, im Norden steht das markante Radom von Wachtberg, im Süden stehen die Eifelvulkane und im Westen blicken wir scheinbar bis zur Quelle der Ahr. Egal ob morgens zum Sonnenaufgang, in der Mittagssonne oder des Abends zum Sonnenuntergang, der Aufstieg zur Burg Landskrone lohnt immer und auch wenn dunkle Wolken hier im Wind entlang ziehen, ist es ein imposanter Ausblick. Aber glücklicherweise hatten wir am Sonntag herrlichen Sonnenschein und weite Fernsicht.

Runter geht es vom Gipfel auf dem asphaltierten weg, immer geradeaus, an der grün-weißen Schranke folgen wir dem Wegweiser Richtung „Galgen“ und „Köhlerhof“. Am Waldrand stand dann auch tatsächlich einst ein Galgen, an dem böse Verbrecher baumelten, heute ist der Galgen durch ein Basaltkreuz ersetzt.  Exif_JPEG_PICTURE

Immer weiter geht es durch die Felder in Richtung Köhlerhof, einem alten Bauernhof mitten in der Landschaft. Hier gibt es Dinge zu sehen, über die das Herz lacht …. freilaufende Hühner, die wie wild über die Wiese rennen, ein Hahn steht nicht auf dem Mist, aber er sitzt auf dem Heuwagen mitten auf der Wiese, zwischen den Hühnern tummeln sich ein paar Schafe und Ziegen. Da öffnen sich hinter uns im Stall die Türen und eine Herde brauner Kühe kommt heraus. Milchkühe, Jungbullen und ein Kälbchen, man merkt ihnen an, wie sie freuen, ins Freie und in die Sonne zu kommen. Sie muhen laut durcheinander und manche springen ausgelassen auf der Wiese umher. So ein Leben wünscht man sich für jede Kuh, fernab von der Massentierhaltung. Am Köhlerhof steht an der Kreuzung ein Heiligenhäuschen, wir biegen nach recht ab Richtung Golfplatz.

Im Gelände des Golfplatzes, auf dessen Gelände sich noch die Häuser des alten Gutshofes finden, biegt hinter den Fischteichen die Straße nach rechts ab.  Diese Teiche habe es in sich. Große Trauerweiden lassen ihre lange Äste ins Wasser hängen, im Wasser ziehen große Karpfen ihre Runden und neben allerhand Enten und Wasserhühnern schwimmen weiße und auch ein Paar schwarze Schwäne herum.

Schwarzer Schwan auf den Fischteichen am Golfplatz Köhlerhof

Wir folgen dem Weg, am Ende des Golplatzes biegt die asphaltierte Strasse nach rechts ab, wir aber gehen geradeaus in den Feldweg hinein, es geht ein bißchen hangaufwärts, bis der Weg in ein breiteren Fahrweg mündet. Zahlreiche Wegweiser sagen uns: wir sind jetzt auf dem Rotweinwanderweg.

Bahnhof Heimersheim

Wir folgen ihm rechts hangabwärts, kommen durch die Ortschaft Lohrsdorf, bleiben aber auf dem Rotweinwanderweg und sehen nach zwei Kilometern unter uns den Bahnhof Heimersheim.

 

 

 

Diese Tour gibt es auch immer wieder als GeoExkursion

Eidechse in der Weinbergmauer

 

Quellen und Vulkane bei Steffeln

Steffeln in der Vulkaneifel, zwischen Blankenheim und Gerolstein. Ein Stück Vulkanologielehrbuch, eine Wanderung über Höhen mit herrlichen Aussichten und zu versteckten Quellen

Kapelle oberhalb von Steffeln

Weil nach Tagen des Regens endlich mal wieder die Sonne schien, habe ich mich am vergangenen Wochenende aufgemacht nach Steffeln, um das nächste Kapitel für meinen Wanderführer über die Westeifel fertig zu stellen. Weil die Aussicht so grandios war, habe ich mein Auto oberhalb Steffeln an der kleinen Kapelle geparkt und erst einmal den Blick übers Land genossen. Ein Bittweg führt den Hang hinauf, zahlreiche Wegekreuze zeigen die Kreuzigungsgeschichte, was ich aber auf der Rücktour von unten aus dem Ort wieder hoch zur Kapelle besser sehen konnte.

Blick über die Eifellandschaft von der Kapelle aus

Blick über die Eifellandschaft von der Kapelle aus

Zunächst ging es über die Felder Richtung Auel, unterwegs fand ich einen alten Steinbruch in einem Vulkanit, der noch im Schatten lag. Ganze Wasserfälle von Eiszapfen hingen am Fels, umhüllten Gräser und Äste, in der immer wärmer werdenden Sonne begann das Eis langsam zu schmelzen, immer mehr Eiszapfen stürzten ab.

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem ich den Ort Auel hinter mir gelassen habe – vor der Kirche rechts rein auf dem markierten Wanderweg „Maare und Vulkane“, führt der Weg lange geradeaus, am Waldrand vorbei, über mir kreisen viele Raubvögel. Hinter einem Fischteich öffnet sich ein weiter Kessel: das Duppacher Maar. Ein Vulkankrater, dem man es nicht auf den ersten Blick ansieht, das es ein Vulkankrater ist, die meisten Menschen erwarten in einem Maar einen Maarsee, der aber hier, wie bei den meisten Eifelmaaren fehlt.  Dennoch läßt sich der Kraterrand gut erkennen, eine Straße führt dort hinauf.

Ich überquere einen rauschenden Bach, oben auf dem Hügel weist mir eine einsame Hütte den Weg. Der Infopunkt zu einer hier einst gelegenen römischen Villenanlage und von hier, auf den gemütlichen Sandsteinbänken, ist der Blick auf den Maarkrater noch besser und eindeutiger.

Blick von der Römervilla auf das Duppacher Maar

Bald führt der Weg durch einen regelrechten Auenwald, dieser Bach kommt vom Eichholzmaar, im Wald stoße ich auf das Auelner Drees, eine eisenhaltige Mineralquelle, eindeutig zeigt die rote Farbe im Quellbecken das Eisen an.

Selten so einen verträumten Ort gesehen wie das Eichholzmaar. Ein kleines Maar, einst ein Vulkan, früher mit einem Maarsee, aber irgendwann trockengelegt, Vieh sollte dort weiden. Vor einigen Jahren wurde das Eichholzmaar wieder renaturiert, es wurde Wasser eingeleitet, der Maarsee wieder zum Leben erweckt. So ist das Eichholzmaar heute eines der 10 Maare der Eifel, die einen Maarsee besitzen. Lebensraum für viele Vögel, nicht umsonst steht am Rande eine Vogelbeobachtungshütte, in man sich still setzen und die Vogelwelt am Maar beobachten kann.

Hunderte von Kranichen ziehen laut schreiend über mich hinweg, während der Weg an der nächsten Mineralquelle, dem Steffelner Drees vorbei führt. Auch diese eisenhaltige Quelle ist durch Eisenoxide kräftig rot gefärbt.

Es ist kein Problem, den Weg zum Steffelnberg zu finden, der Wanderweg ist gut ausgeschildert und wenn wir die Anhöhe erklommen haben, liegt der einstige Vulkankegel direkt vor uns … noch zwei Kilometer über die Felder, Leider ist der Vulkan nicht mehr so imposant, wie er einst war. Die oberen 60 Meter wurden abgetragen und zum Straßenbau verwendet. Hier wurde Landschaft zerstört, aber das Herz des Geologen lacht vor Freude! Ein tiefer Krater in der Erde, der das Innere des Vulkans freilegt, Ascheschichten, Basaltlavagänge, die einst nach oben drangen, Lavaströme und tektonische Verwerfungen. Und weil dieser Steinbruch ganz besonders interessant ist, hat die Gemeinde Steffeln gemeinsam mit einigen Vulkanologen dort ein vulkanologisches Freiluftmuseum mit vielen Infotafeln errichtet. Und begeistert lese ich all die Erläuterungen zu diesem Vulkan und dem Vulkanismus in der Eifel ganz allgemein.

Eine wunderschöne Wandertour zwischen Steffeln und Duppach, etwa 13 km lang. Nach verlassen des Vulkans sehe ich schon da drüben die Kapelle auf dem Hang, der steilste Anstieg des Tages kommt jetzt, durch Steffeln hindurch und dann den Bittweg hinauf. Der morgendliche Eifelblick war es in jedem Fall wert.

Hoch oben über dem Rheintal : die Erpeler Ley

Das ist doch mal eine herrliche Wandertour. Gigantische Aussicht über das Rheintal, für die Pause eine Restaurant auf der Erpeler Ley, kleine Pfade, durch Weingärten und vorbei an der gewaltigsten Basaltformation des Rheintales.

Rheintal-Panorama von der Erpeler Ley

Streckenbeschreibung
Die Tour beginnt direkt zünftig mit dem Aufstieg zur Erpeler Ley, die grandiose Aussicht von hier oben lässt sich so zu Beginn und zum Ende der Tour genießen. Über Orsberg führt der Weg zum Stuxberg und dann herab ins Rheintal, vorbei an schönen devonischen Gesteinsformationen. Kurz vor Ende stehen wir inmitten der Basalte der Erpeler Ley.

Streckenlänge : 10,8 km
Wanderzeit : 4 Stunden
Startpunkt : Bahnhof Erpel
Schwierigkeitsgrad : mittelschwer

ÖPNV
Mit der Regionalbahn über Bonn-Beuel nach Erpel.

Wir verlassen den kleinen Bahnhof Erpel und überqueren die schon vom Bahnhof aus sichtbare Brücke über die Eisenbahn, sehen direkt gegenüber ein Heiligenhäuschen, gehen links daran vorbei in die Erpeler Ley Strasse, die nach einer Wiese rechts abknickt. Bald zweigt nach rechts der gut ausgeschilderte Wanderweg hoch zur Erpeler Ley ab, da oben wollen wir hin.
Zunächst erkennen wir auf dem Boden des Weges immer wieder gut geschichtete Sandsteine und Schiefertone, je weiter wir nach oben kommen nehmen Basaltbrocken an Häufigkeit zu.
Plötzlich verlassen wir die Bäume, links neben uns liegt das Restaurant auf der Erpeler Ley, aber wir gehen gerade aus zum großen Kreuz und genießen den wunderbaren Ausblick auf das Rheintal, auf die Osteifel, die unter uns liegende Brücke von Remagen und die Apollinariskirche auf der anderen Seite des Rheins. Nach links blicken wir Richtung Linz ins immer enger werdende Mittelrheintal. An einer Wegekreuzung biegen wir nach rechts vom Rheinsteig ab und gehen auf dem geteerten Fahrweg weiter Richtung Stuxberg.

Immer weiter folgen wir dem Weg, der nun deutlich hangabwärts führt, vorbei am Haus der Familie Schumacher, bis wir fast an der Strasse im Tal sind. Vorher jedoch folgen wir dem Wegweiser zum Aussichtspunkt Stux und erreichen über einen kleinen Pfad die Stuxhöhe, einen Aussichtspunkt über das Rheintal mit gemütlicher Liegebank. Wir blicken auf den Rhein, auf die Apollinariskirche, das gelbe Schloß Marienfels auf Sandsteinklippen stehend, direkt gegenüber schaut Haus Ernich aus dem Wald hervor.

Aussichtsbank auf dem Stuxberg
Wieder zurück vom Aussichtspunkt auf dem Wanderweg machen wir uns hinab ins Rheintal, halten uns links, wählen einen schmalen Durchgang durch die Hecken mit Holzstufen, gelb markiert als Rheinsteig-Zuweg. Der Weg führt uns über gut geschichtete unterdevonische Schiefergesteine. An der Straße biegen wir links ab am Stuxhof vorbei.
Wer aber Stärkung braucht, kann über etwas baufällig wirkende Fußgängerbrücke die Bundesstrasse überqueren und im Schnellimbiß gegenüber etwas zu essen und zu trinken finden.
Hinter dem Stuxhof jedoch folgen wir dem Weg zwischen Kita und Grillhütte durch die Weinberge und betrachten immer wieder die imposanten Sandsteine des Devonzeitalters, die den Stuxberg bilden. Steil stehen hier die Sandsteine der Siegener Schichten, die dem Erdzeitalter Unteres Devon angehören und etwa 400 Millionen Jahre alt sind. Die gesamte lange Wand hinter den Weinbergen ist eine Faltenstruktur.
Sedimente, so hart sie auch sein mögen, können durch tektonische Bewegungen zerbrochen, aber in langen Zeiträumen auch gefaltet werden. Das ist so als schiebt man ein Tischtusch zusammen, manche Falten gehen nach unten, das sind in der Geologie die Mulden, manche Falten gehen nach oben, das sind die Sättel. Manchmal kippt eine Falte auch um, dann spricht man von einer überkippten Falte. Genau das ist hier geschehen, wir stehen an der Falte von Unkel. Nach Norden hin ist die große Falte überkippt, man sieht sehr steil stehenden Schichten, nach Süden läuft sie sanft aus. Vor dieser Wanderung empfiehlt sich dementsprechend der Tischdeckenversuch, im Gelände versuchen wir, diese Strukturen wieder zu erkennen. Wir schauen uns diese Gesteine genauer an und werden sie als Sandsteine identifizieren. Manche Partien sind feineren Korns, sie werden tonig. Häufig sind Fossilien darin zu finden, diese kleinen runden Scheibchen, die Seelilienstielglieder.

In den Weinbergen von Unkel
Direkt vor Burg Vilzelt biegen wir links ab Richtung Wald, gehen durch ein Gatter und folgen dem Pfad hangaufwärts.
Nach kurzen trifft von links wieder der Rheinsteig auf unseren Weg, wir folgen ihm ein Stück nach rechts, verlassen ihn aber an der ersten Möglichkeit nach links und folgen diesem Weg hangaufwärts. Nach etwa 350 Metern sehen wir im Wald Überreste eines Seilbahnständers. Auf der Hochebene wurde einst Ton abgebaut, der mit einer Seilbahn ins Tal zu den Tonwerken Erpel gebracht wurde.

Oben erreichen wir eine asphaltierte Strasse, auf der wir schon auf der Hintour entlang gewandert sind, biegen nach rechts ab und folgen ihr bis zu den Häusern von Orsberg. Dort rechts in die Orsberger Straße und nach 150 Metern links der Rheinsteig-Markierung folgen. Rechts dieses Weges erkennen wir ehemalige Braunkohlegruben. Im 19.Jahrhundert wurden hier geringmächtige Flöze eine feinschichtigen Algenblätterkohle abgebaut, die zur Energiegewinnung für die Dampfmaschinen in den Steinbrüchen und Tongruben verwendet wurde. Etwa 25 Millionen Jahre ist es her, als sich hier in einem subtropischen See Algen und anderen Pflanzen ablagerten und die Braunkohle bildeten. Auch Fossilien wurden in diesen Ablagerungen gefunden, neben vielen Pflanzenfossilien auch ein Riesenfrosch.
Kurz hinter den Gruben erreichen wir wieder den geteerten Fahrweg, überqueren ihn und gehen die Strasse geradeaus, um dann an der ersten Möglichkeit nach rechts in den Wald abzubiegen. Dem Weg folgen wir etwa 500 Meter, bis er sich nach links und rechts gabelt. Links ab könnten wir jetzt einen Abstecher zur Steffens-Brauerei machen (beschrieben in Tour 10) sonst gehen wir rechts ab, bis wir wieder auf dem Rheinsteig sind, dem wir dann eine Weile folgen. Nicht nach rechts zur Erpeler Ley abbiegen, sondern rechts halten Kasbach. Natürlich wollen wir zur Erpeler Ley, aber nicht wieder oben aufs Plateau, sondern wir wollen die Ley von unten ansehen und die grandiosen Basaltstrukturen kennen lernen, die diesen Berg so faszinierend machen. Sobald wir in der Ortschaft Kasbach sind, gehen wir auf der Strasse durch den Ort Richtung Rhein, biegen aber vor der Eisenbahnunterführung nach rechts auf den markierten Radfahrweg ab, der uns direkt an den Fuß der gewaltigen Basaltfelsen führt.

Basalte der Erpeler Ley
Die Erpeler Ley war einst ein rundlicher Vulkanschlot von etwa 400 Metern Durchmesser, das Gestein nennt sich Nephelin-Basanit und ist ein basaltisches Gestein. Ganz wunderbar sind die Basaltsäulen, die die Lava im Zuge Ihrer Abkühlung gebildet hat, selten sie man so schön ausgebildete Sälen auf derart großer Fläche. Wir wandern direkt unterhalb des gewaltigen Felsens entlang und entdecken von allen Seiten immer wieder neue Strukturen, Basaltsäulen, die sich auffächern, die nach rechts und links abdrehen, die scheinbar übereinander fließen. In die devonischen Sedimente, in die Sandsteine und Schiefer drang einst die Lava ein, aber nicht einmal, sondern wiederholt, quetschte sich in den Schlot, füllte neue Spalten und kühlte natürlich in andere Richtungen ab als die bereits vorhandene Lava. So bildeten sich Säulen, die in andere Richtungen zeigen.

Brücke von Remagen-1000
Diese Stelle ist nicht nur erdgeschichtlich interessant , sondern auch geschichtlich von größter Bedeutung. Hier an den Basalten der Erpeler Ley stehen wir direkt an der Brücke von Remagen. Die einstige Ludendorf Brücke überspann hier einst den Rhein. Zum Ende des zweiten Weltkrieges zog sich die deutsche Wehrmacht über den Rhein zurück und wollte diese Brücke sprengen, was mißlang. Verwundert standen die amerikanischen Truppen vor einer intakten Rheinbrücke, konnten den Rhein einfach überqueren und einen Brückenkopf rechts des Rheins errichten. Das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung Deutschlands wurde an der Erpeler Ley erheblich beschleunigt.

Die Lava-Höhlen von Mendig am Laacher See

Die kleine Stadt Mendig am Laacher See ist das Zentrum des deutschen Vulkanismus. Hier steht das Deutsche Vulkanmuseum, hier hat die Deutsche Vulkanologische Gesellschaft ihren Sitz, Mendig wurde jahrhundertelang von den Gesteinen geprägt, die Vulkanausbrüche dort hinterlassen haben. Einst war Mendig Deutschlands Brauereihauptstadt, Zentrum deutscher Bierkultur … aber auch das hat die Stadt vor allem den einstigen Vulkanausbrüchen zu verdanken. Ein Tag in Mendig ist voller eruptiver Erlebnisse, wunderbarer Ausblicke über die Landschaft und unter die Erde. Ich fahre dort des öfteren hin und die Region reizt immer wieder. Die Landschaft um den Laacher See ist ausgesprochen schön und hat viele stille Ecken, an denen ich auch am Wochenende keinem Menschen begegne … die Hot Spots wie das Kloster Maria Laach besuche ich lieber mal an Tagen, an denen da sonst kaum jemand ist. Auch der Rundwanderweg um den Laacher See ist wunderschön, an einem sonnigen Wochenende gegent man dort 4000 Menschen, irgendwann an einem sonnigen Herbsttag in der Woche nur 3 Wanderern.

Lavakeller mit Lampe-1-1000

Um einen Überblick über die erdgeschichtlichen Geschehnisse rund um den Laacher See zu bekommen, emfiehlt sich zunächst ein Besuch des Lava-Domes, des Deutschen Vulkanmuseums in Mendig.  In der 4D-Mainsshow fliessen Lavaströme und Gesteinsbrocken fliegen um die Ohren. Die Landschaftsgeschichte der Osteifel und der Stadt Mendig wird hier spektakulär dargestellt, danach zieht man los und schaut sich die Begebenheiten vor Ort an. Hier im Lava-Dome werden auch die Exkursionen unter die Erde, in die Mendiger Lava-Keller, angeboten. Es gibt Tage, da ist es dort unten recht voll, das lohnt dann nicht wirklich. Die Mendiger Lava-Keller leben von der gigantischen Atmosphäre, von Dunkelheit und Stille, das muss man auf sich wirken lassen, den Führer mal vorgehen lassen oder ihm sagen, er soll doch mal fünf Minuten still sein. Die Atmosphäre in den Mendiger Lavahöhlen hat etwas ehrfürchtiges, eine Atmosphäre wie eine Kathedrale. Ideal für einen Besuch sind deshalb Tage unter der Woche, wenn dort nicht so viel los ist.

Lava-Dome in Mendig

Jahrhunderte lang wurde unter der Stadt Mendig Basalt zur Mühlsteinherstellung abgebaut. Ein Basaltlavastrom ergoss sich vor 200.000 Jahren aus dem Wingertsberg und wurde vor 12.800 Jahren mit Bimslava des Laacher-See-Vulkans zugeschüttet. In über 30 Metern Tiefe schufen die Bergleute mit Hammer und Meissel ein etwa 5 Quadratkilometer Bergwerkssystem riesiger Hallen mit bis zu 20 Metern Höhe. Das größte Basaltbergwerk der Welt unterhöhlt gesamt Alt-Mendig, ein Teil dieser Lavahöhlen ist als Besucherbergwerk ausgebaut. Mit Helm versehen geht es 150 Stufen in die Tiefe. Führungen beginnen im Lava-Dome und dauern etwa 1  1/2 Stunden.

Auch die Vulkanbrauerei neben dem Lava-Dome hat ihren eigenen Lavakeller, der im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann. 28 Brauereien gab es einst in Mendig, das bei 2600 Einwohnern ! Da die Temperatur in den Lavakellern konstant 8°C beträgt, konnte hier einst Bier in Ruhe gären und lagern, Brauereien aus dem gesamten Rheinland zogen nach Mendig. Als Carl von Linde Anfang des 20.Jahrhunderts die Kühlmaschine erfand, war Schluss mit der Brauereikunst, die Brauereien zogen wieder zum Kunden vor Ort.

Stärkung ist angesagt, gemütlich sitzt es sich im Cafe Elda direkt neben dem Abgang zum Lava-Keller bei hausgemachten Kuchen oder am Eingang zur Museumsley im „Café zur Ley“ neben alten Bergwerksbahnen.

Museumley - Goepelwerk-2-1000

Bergwerksgeschichte lässt sich auch auf der Museumsley am Ende der Brauerstraße, 100 Meter vom Lavakeller entfernt, besichtigen. Ley ist ein altes Wort für Felswand oder auch Schieferfelsen, so hießen die Bergleute hier einst Leyer. Am Eingang der Museumsley steht ein nachgebautes Göpelwerk, eine vom Pferd betriebene Winde, die riesige Basaltmühlsteine nach oben zog. Alte Maschinen, Bergbaukräne, Bergwerksbahnen … das Freiluftmuseum zeigt alte Bergbautechnik der vergangenen Jahrhunderte.

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Wenn Ihr die vulkanische Region rund um Mendig genauer kennen lernen wollt, dann reizt Euch vielleicht meine GeoExkursion im grenzgang-Programm ?

Die Basalte des Meerberges

… und schon wieder im Kasbachtal bei Linz, der Meerberg reizt mich doch sehr. Neben einer ausgeprochen schönen Wanderung bot sich vor allem der Meerberg mit seinem alten Basaltwerk dar, ein fotografisch reizvoller Lost Place.

Meerbergkuppe

Blick auf die seltsame Kuppe des Meerberges, der die Landschaft überragt

Wegweiser

hinauf zum Meerberg vom Kasbachtal aus

Gestartet bin ich wieder an der Brauerei im Kasbachtal, zweifelsohne später ein empfehlenswerter Endpunkt für die Tour. Bei strahlendem Sonnenschein an dem gestern bisher wärmsten Tag des Jahres 2014 geht es zunächst durch das wunderschöne Kasbachtal und schattigen hohen Buchenwald. Nach einer Weile zweigt nach rechts der Wanderweg zum Meerberg ab.Ich gehe zunächst eine Weile ordentlich bergauf, gut das es noch so schattig ist im Wald. Oben auf dem Berg öffnet sich der Wald und vorbei an gelbblühenden Ginstern und weiß blühenden Brombeerhecken durch bald verblühte Rapsfelder, fällt bald der Blick auf die seltsam abgehackte Kuppe des Meerberges, der die Landschaft überragt.

Der Meerberg ist ein alter Basaltabbau. Auch hier drang vor Jahrmillionen Magma auf, blieb kurz unter der Erdoberfläche stecken und erkaltete, ein Basaltkörper entstand, der später von der Verwitterung freigelegt wurde. Viel ist davon nicht mehr übrig, das meiste wurde als Baumaterial abgebaut, der Steinbruch wieder verfüllt. Der Wanderweg führt genau durch den Steinbruch, zunächst erreiche ich ein altertümlich anmutendes Gebäude der Elektrizitätswerke Rheinbreitbach, oberhalb schaut schon das alte stillgelegte Basaltwerk des Meerberges auf. Noch ein bißchen den Waldweg entlang und schon bin ich mittendrin. Basalt wird hier schon lange nicht mehr abgebaut, aber immer wieder donnern doch noch LKW auf der dahinter gelegenen Strasse vorbei, die zum banachbarten Minderberg wollen. Auch dieser dient jetzt als Erdabraumdeponie.

Das Stahlmonstrum des Basaltwerkes verdient in jedem Fall eine nähere Betrachtung, Fotoapparat nicht vergessen! Ich gehe dann  um das Werk herum und vor mir liegt diese seltsame Basaltkuppe, ein paar interessante Basaltstrukturen zeigen sich in der Wand. Eine Fülle bunter Blumen blüht, Insekten brummen herum. Zur anderen Seite ein herrlicher Ausblick auf des Siebengebirge : Drachenfels, Wolkenburg, Löwenburg, Ölberg.

Herrlicher Ausblick auf das Siebengebirge vom Meerberg aus

Der weitere Weg zeigt sich dann als vollkommen entspannt. Immer abwärts, zunächst durch einen Kiefernwald, als ich den bei Obererl verlasse, staue ich nicht schlecht. Was ein Panorama ! Die gesamte Eifel breitet sich am Horizont aus, am rechten Horizont ist noch das Radom von Wachtberg zu sehen.

Durch bunt blühende Wiesen führt der Weg abwärts, solche Wiesen kennt man als Städter kaum noch. Nach einer Weile biege ich rechts ab Richtung Kasbachtal und komme dort wieder in den schattigen Wald. Nicht schlecht, denn mein Trinkwasser ist längst ausgetrunken und es ist doch ziemlich heiß geworden. Aber nun, im Kasbachtal am Bach angekommen, den bereits bekannten Weg ein Stück zurück und dann gönne ich mir endlich ein großes Radler in der Brauerei.

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