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Hoch oben über dem Rheintal : die Erpeler Ley

Das ist doch mal eine herrliche Wandertour. Gigantische Aussicht über das Rheintal, für die Pause eine Restaurant auf der Erpeler Ley, kleine Pfade, durch Weingärten und vorbei an der gewaltigsten Basaltformation des Rheintales.

Rheintal-Panorama von der Erpeler Ley

Streckenbeschreibung
Die Tour beginnt direkt zünftig mit dem Aufstieg zur Erpeler Ley, die grandiose Aussicht von hier oben lässt sich so zu Beginn und zum Ende der Tour genießen. Über Orsberg führt der Weg zum Stuxberg und dann herab ins Rheintal, vorbei an schönen devonischen Gesteinsformationen. Kurz vor Ende stehen wir inmitten der Basalte der Erpeler Ley.

Streckenlänge : 10,8 km
Wanderzeit : 4 Stunden
Startpunkt : Bahnhof Erpel
Schwierigkeitsgrad : mittelschwer

ÖPNV
Mit der Regionalbahn über Bonn-Beuel nach Erpel.

Wir verlassen den kleinen Bahnhof Erpel und überqueren die schon vom Bahnhof aus sichtbare Brücke über die Eisenbahn, sehen direkt gegenüber ein Heiligenhäuschen, gehen links daran vorbei in die Erpeler Ley Strasse, die nach einer Wiese rechts abknickt. Bald zweigt nach rechts der gut ausgeschilderte Wanderweg hoch zur Erpeler Ley ab, da oben wollen wir hin.
Zunächst erkennen wir auf dem Boden des Weges immer wieder gut geschichtete Sandsteine und Schiefertone, je weiter wir nach oben kommen nehmen Basaltbrocken an Häufigkeit zu.
Plötzlich verlassen wir die Bäume, links neben uns liegt das Restaurant auf der Erpeler Ley, aber wir gehen gerade aus zum großen Kreuz und genießen den wunderbaren Ausblick auf das Rheintal, auf die Osteifel, die unter uns liegende Brücke von Remagen und die Apollinariskirche auf der anderen Seite des Rheins. Nach links blicken wir Richtung Linz ins immer enger werdende Mittelrheintal. An einer Wegekreuzung biegen wir nach rechts vom Rheinsteig ab und gehen auf dem geteerten Fahrweg weiter Richtung Stuxberg.

Immer weiter folgen wir dem Weg, der nun deutlich hangabwärts führt, vorbei am Haus der Familie Schumacher, bis wir fast an der Strasse im Tal sind. Vorher jedoch folgen wir dem Wegweiser zum Aussichtspunkt Stux und erreichen über einen kleinen Pfad die Stuxhöhe, einen Aussichtspunkt über das Rheintal mit gemütlicher Liegebank. Wir blicken auf den Rhein, auf die Apollinariskirche, das gelbe Schloß Marienfels auf Sandsteinklippen stehend, direkt gegenüber schaut Haus Ernich aus dem Wald hervor.

Aussichtsbank auf dem Stuxberg
Wieder zurück vom Aussichtspunkt auf dem Wanderweg machen wir uns hinab ins Rheintal, halten uns links, wählen einen schmalen Durchgang durch die Hecken mit Holzstufen, gelb markiert als Rheinsteig-Zuweg. Der Weg führt uns über gut geschichtete unterdevonische Schiefergesteine. An der Straße biegen wir links ab am Stuxhof vorbei.
Wer aber Stärkung braucht, kann über etwas baufällig wirkende Fußgängerbrücke die Bundesstrasse überqueren und im Schnellimbiß gegenüber etwas zu essen und zu trinken finden.
Hinter dem Stuxhof jedoch folgen wir dem Weg zwischen Kita und Grillhütte durch die Weinberge und betrachten immer wieder die imposanten Sandsteine des Devonzeitalters, die den Stuxberg bilden. Steil stehen hier die Sandsteine der Siegener Schichten, die dem Erdzeitalter Unteres Devon angehören und etwa 400 Millionen Jahre alt sind. Die gesamte lange Wand hinter den Weinbergen ist eine Faltenstruktur.
Sedimente, so hart sie auch sein mögen, können durch tektonische Bewegungen zerbrochen, aber in langen Zeiträumen auch gefaltet werden. Das ist so als schiebt man ein Tischtusch zusammen, manche Falten gehen nach unten, das sind in der Geologie die Mulden, manche Falten gehen nach oben, das sind die Sättel. Manchmal kippt eine Falte auch um, dann spricht man von einer überkippten Falte. Genau das ist hier geschehen, wir stehen an der Falte von Unkel. Nach Norden hin ist die große Falte überkippt, man sieht sehr steil stehenden Schichten, nach Süden läuft sie sanft aus. Vor dieser Wanderung empfiehlt sich dementsprechend der Tischdeckenversuch, im Gelände versuchen wir, diese Strukturen wieder zu erkennen. Wir schauen uns diese Gesteine genauer an und werden sie als Sandsteine identifizieren. Manche Partien sind feineren Korns, sie werden tonig. Häufig sind Fossilien darin zu finden, diese kleinen runden Scheibchen, die Seelilienstielglieder.

In den Weinbergen von Unkel
Direkt vor Burg Vilzelt biegen wir links ab Richtung Wald, gehen durch ein Gatter und folgen dem Pfad hangaufwärts.
Nach kurzen trifft von links wieder der Rheinsteig auf unseren Weg, wir folgen ihm ein Stück nach rechts, verlassen ihn aber an der ersten Möglichkeit nach links und folgen diesem Weg hangaufwärts. Nach etwa 350 Metern sehen wir im Wald Überreste eines Seilbahnständers. Auf der Hochebene wurde einst Ton abgebaut, der mit einer Seilbahn ins Tal zu den Tonwerken Erpel gebracht wurde.

Oben erreichen wir eine asphaltierte Strasse, auf der wir schon auf der Hintour entlang gewandert sind, biegen nach rechts ab und folgen ihr bis zu den Häusern von Orsberg. Dort rechts in die Orsberger Straße und nach 150 Metern links der Rheinsteig-Markierung folgen. Rechts dieses Weges erkennen wir ehemalige Braunkohlegruben. Im 19.Jahrhundert wurden hier geringmächtige Flöze eine feinschichtigen Algenblätterkohle abgebaut, die zur Energiegewinnung für die Dampfmaschinen in den Steinbrüchen und Tongruben verwendet wurde. Etwa 25 Millionen Jahre ist es her, als sich hier in einem subtropischen See Algen und anderen Pflanzen ablagerten und die Braunkohle bildeten. Auch Fossilien wurden in diesen Ablagerungen gefunden, neben vielen Pflanzenfossilien auch ein Riesenfrosch.
Kurz hinter den Gruben erreichen wir wieder den geteerten Fahrweg, überqueren ihn und gehen die Strasse geradeaus, um dann an der ersten Möglichkeit nach rechts in den Wald abzubiegen. Dem Weg folgen wir etwa 500 Meter, bis er sich nach links und rechts gabelt. Links ab könnten wir jetzt einen Abstecher zur Steffens-Brauerei machen (beschrieben in Tour 10) sonst gehen wir rechts ab, bis wir wieder auf dem Rheinsteig sind, dem wir dann eine Weile folgen. Nicht nach rechts zur Erpeler Ley abbiegen, sondern rechts halten Kasbach. Natürlich wollen wir zur Erpeler Ley, aber nicht wieder oben aufs Plateau, sondern wir wollen die Ley von unten ansehen und die grandiosen Basaltstrukturen kennen lernen, die diesen Berg so faszinierend machen. Sobald wir in der Ortschaft Kasbach sind, gehen wir auf der Strasse durch den Ort Richtung Rhein, biegen aber vor der Eisenbahnunterführung nach rechts auf den markierten Radfahrweg ab, der uns direkt an den Fuß der gewaltigen Basaltfelsen führt.

Basalte der Erpeler Ley
Die Erpeler Ley war einst ein rundlicher Vulkanschlot von etwa 400 Metern Durchmesser, das Gestein nennt sich Nephelin-Basanit und ist ein basaltisches Gestein. Ganz wunderbar sind die Basaltsäulen, die die Lava im Zuge Ihrer Abkühlung gebildet hat, selten sie man so schön ausgebildete Sälen auf derart großer Fläche. Wir wandern direkt unterhalb des gewaltigen Felsens entlang und entdecken von allen Seiten immer wieder neue Strukturen, Basaltsäulen, die sich auffächern, die nach rechts und links abdrehen, die scheinbar übereinander fließen. In die devonischen Sedimente, in die Sandsteine und Schiefer drang einst die Lava ein, aber nicht einmal, sondern wiederholt, quetschte sich in den Schlot, füllte neue Spalten und kühlte natürlich in andere Richtungen ab als die bereits vorhandene Lava. So bildeten sich Säulen, die in andere Richtungen zeigen.

Brücke von Remagen-1000
Diese Stelle ist nicht nur erdgeschichtlich interessant , sondern auch geschichtlich von größter Bedeutung. Hier an den Basalten der Erpeler Ley stehen wir direkt an der Brücke von Remagen. Die einstige Ludendorf Brücke überspann hier einst den Rhein. Zum Ende des zweiten Weltkrieges zog sich die deutsche Wehrmacht über den Rhein zurück und wollte diese Brücke sprengen, was mißlang. Verwundert standen die amerikanischen Truppen vor einer intakten Rheinbrücke, konnten den Rhein einfach überqueren und einen Brückenkopf rechts des Rheins errichten. Das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung Deutschlands wurde an der Erpeler Ley erheblich beschleunigt.