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Eifler Wacholderheiden

Wacholderheiden – das sind kleine Gebiete oben auf den Bergen in der Eifel, in denen teils mächtige Wacholderbüsche auf kalkarmen, silikatischen Böden wachsen. In der Osteifel finden sich Wacholderheiden bei Langscheid, Arft, Volkesfeld, Langenfeld, Wabelsberg, etc.

Knorrige Wacholderbüsche prägen die Landschaft

Knorrige Wacholderbüsche prägen die Landschaft

Der nährstoffarme Boden in diesen Gebieten ließt keine andere landwirtschaftliche Nutzung als eine bescheidene Weidewirtschaft zu, also wurden Schafs- und Ziegenherden dort hinauf getrieben. Sie verbissen die Pflanzen, nur der stachelige Wachholder war nicht nach ihrem Geschmack und konnte sich deshalb besonders gut und groß entwickeln. Wacholderheiden -auch wenn sie unter Naturschutz stehen – sind deshalb eine Kulturlandschaft, deren Erhalt den Einsatz des Menschen bedarf. Regelmäßig müssen Schafsherden hindurch ziehen, um das Wachstum anderen Pflanzen zu unterbinden.

Den Wanderer erwarten wunderbare Landschaften. Kaum Bäume versperren hier oben den Ausblick, die Eifel liegt einem zu Füßen. Immer wieder ein Wacholderbusch, auch Heidekraut wächst hier oben, in alle Richtungen herrscht freier Ausblick. Neben dem Wacholder ist auch viel Ginster anzutreffen, im Frühjahr blüht er und taucht die Landschaft in ein sattes Gelb.

Wohin lohnt sich der Weg ? Ganz besonders schön sind die Traumpfade durch die Wacholderheiden, einerseits der Wacholderheidenweg bei Langscheid, er beginnt am Parkplatz neben der Wabelsberger Wacholderhütte, hier kann man sich nach der Tour direkt mit Kuchen oder Suppe belohnen. Kürzer, aber von den Aussichten her ebenso grandios ist der Volkesfelder Heidehimmel-Traumpfad , irgndwann stießen wir auf ein Hütte an einem Aussichtspunkt, neben der eine der für die Eifel mittlerweile typischen Wellenbänke stand. Fast zwei Stunden haben wir bei herrlichstem Sommerwetter auf dieser Bank gesessen und übers Land geschaut und konnten uns an der endlosen Aussicht kaum sattsehen.

Wellenbank

Urigen Wacholder, leuchend gelber Ginster und zwischendrin ab und zu einen knorrige Kiefer schaffen Motive, an denen im Frühling kein Maler vorbei gehen könnte. Aber auch im Sommer und Herbst reizt die Landschaft, die weiten Aussichten schaffen Gemälde der Wolken. Auch wenn die Wehe nicht allzu lang und die Höhenunterschiede moderat sind, sollte man sich Zeit nehmen für die Traumpfade. Die Ausblicke sind so wunderbar, man sollte sie lange genießen und lange Pausen einplanen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rund um den Laacher See

Im Land der Vulkane gelegen, ist der Laacher See in der Osteifel selbst ein Vulkankrater. Zeugnis einer unfassbaren Naturkatastrophe vor 12.800 Jahren, Relikt des größten Vulkanausbruches in Mitteleuropa in der jüngeren Erdgeschichte

Panorama Laacher See

Blick vom Lydiaturm

 

Je schöner das Wetter, desto größer sind die Besuchermassen, die sich an den Ufern des Laacher Sees drängen. Scheint am Wochenende die Sonne, treffen auf dem Parkplatz des Klosters Maria Laach etliche Reisebusse ein und entladen Besucher. Nicht alle machen sich auf den schönen, 8 km langen Weg rund um den See, allerdings kann der schon mal der Route eines Volkswandertages gleichen und dadurch deutlich an Reiz verlieren. Wer die Möglichkeit hat, sollte den See an einem ganz gewöhnlichen Wochentag besuchen, um seinen besonderen Zauber kennen zu lernen. Drei Tage vor Weihnachten erst war ich dort, nur ein paar vereinzelte Jogger und Wanderer sind mir begegnet. Der Wind blies kräftig und auf dem See herrschte ein regelrechter Wellengang, der eher an die Nordsee als an einen See erinnerte. Bei dieser Wasserbewegung sind die Mofetten am Ostufer nur schwer zu erkennen, aber bei genauerem Hinsehen blubberte es doch überall. Mofetten sind Gasaustritte, zu beobachten sind sie nahezu am gesamten Ostufer des Sees, das Gas ist vulkanisches Kohlendioxid, das tief aus dem Untergrund aufsteigt und davon zeugt, das der Vulkanismus in der Region des Laacher Sees noch aktiv ist.

Mofetten

Mofetten am Ostufer des Laacher Sees

Vor drei Jahren, als dort richtig Schnee lag, bin ich einmal bei heftigem Schneefall um den Laacher See herum gewandert und konnte eine ganz außergewöhnliche Stimmung erleben. Kein Mensch außer mir war unterwegs, dicke weiße Flocken fielen vom Himmel und schluckten jedes Geräusch.  Ich warte darauf, das dort wieder richtig Schnee fällt. Der Laacher See mit Schnee, das ist eine lohnenswerte Wintertour. Überall hängen Eiszapfen am Ufer, ein Teil des Ufers ist zugefroren, nur die Stellen, an denen Kohlendioxid aufsteigt, bleiben eisfrei.

Ostufer bei Schnee

Das Ostufer des Laacher Sees im Winter

Wenn Ihr früh aus dem Bett kommt, dann ist auch der Sonnenaufgang über dem Laacher See ein beeindruckendes Erlebnis. Diese Fotos sind aus dem Februar 2013, als der Laacher See in tiefem Schnee gehüllt lag. Recht früh morgens ist es vor Sonnenaufgang bei -10°C auf dem Lydiaturm ist recht kalt, der Kaffee gefriert in der Tasse und Stativ und Fotoapparat vereisen so langsam … aber es ist ein grandioses Schauspiel, wenn hinter dem Kraterrand der Sonnenaufgang beginnt und sich der Feuerball langsam gen Himmel schiebt. Der Lyditurm steht auf dem nördlichen Kraterrand des Laacher Sees direkt hinter dem Hotel Waldfrieden bei Wassenach.