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GPS-Outdoor-Navigation für Wanderer und Radfahrer

Die klassische Wanderkarte hat Konkurrenz bekommen – das GPS-Gerät. Moderne GPS-Geräte sind außerordentlich präzise, bieten hervorragendes Kartenmaterial und im Internet findet sich ein großes Angebot an oft kostenlosen Wanderwegen aus der ganzen Welt zum Download. Stirbt die klassische Wanderkarte deshalb aus ? Können Sie sich in der Gletscherwelt der Alpen auf ein GPS-Gerät verlassen, um den Weg zur Hütte sicher zu finden ?

Gomera

Im Hochland von La Gomera

Diese Frage ist ganz klar mit  JA zu beantworten. Auch wenn eine gute Wanderkarte unabdingbar notwendig ist, um den großen Überblick über die Tour zu behalten, auch wenn GPS-Geräte natürlich als hochtechnische Geräte ausfallen können und dann der Umgang mit Karte und Kompass unerläßlich ist: GPS-Geräte sind extrem robust und führen Sie sicher ins Ziel, bei Nebel und bei Dunkelheit. Sie können sich nicht mehr verlaufen, Sie kennen immer die genaue Position und wenn Sie die Tour gut geplant haben, finden Sie das Ziel, die Alpenhütte, auch bei Sichtweiten unter zwei Metern relativ sicher. Ein gutes GPS-Gerät mit einer guten Karte bietet somit ein Maximum an Orientierung und auch an Sicherheit. Es lohnt sich also, sich mit diesem Thema zu befassen, auch wenn man in vermeintlich sicheren Gebieten unterwegs ist, denn plötzlicher Nebel kann auch dort auftreten. Hat man dann einmal die Orientierung verloren, kann es brenzlig werden. Das GPS-Gerät aber sagt vollkommen wetterunabhängig immer genau, wann es rechts oder links abgeht, man kann den korrekten Weg nicht mehr verlieren.
Sie benötigen ein modernes Outdoor-GPS-Gerät, das Angebot hat in den letzten beiden Jahren erheblich zugenommen, geeignete Geräte gibt es im Handel ab etwa 250 Euro. Auch viele Smartphones besitzen heute einen GPS-Empfänger, sind allerdings zum Wandern meist nicht geeignet. Für Smartphones steht nur beschränkt geeignetes Kartenmaterial zur Verfügung, die Geräte sind auch nicht stoßfest, nicht wasserdicht und die Spezialakkus dieser Handys sind im allgemeinen sehr schnell leer, so daß der Wanderer nach kurzer Zeit ohne GPS-Unterstützung in der Landschaft steht. Nehmen Sie Ihr Smartphone, werfen Sie es in ein 20 Meter entfernte Pfütze … ein Outdoor-GPS-Gerät hätte das überlebt. Die GPS-Empfänger der Smartphones sind oftmals deutlich weniger empfangsstark als die der GPS-Geräte. Ein wirkliches Outdoor-GPS-Gerät überlebt auch tiefe Stürze unbeschadet, ist absolut wasserdicht und ist mit normalen Batterien bzw. entsprechende Akkus einsatzfähig, die auf der Tour einfach ausgetauscht werden können, so daß Sie hiermit problemlos tage- oder wochenlang unterwegs sein können, denn passende Batterien bekommen Sie auch in einem Laden mitten in Afrika.
Wie soll ein geeignetes GPS-Gerät beschaffen sein ? Wozu soll es genutzt werden ? Wanderer wählen lieber ein kleines, handliches Gerät, während Mountainbiker vorzuweise ein Gerät mit einem größeren und blendfreien Display benutzen. Wichtig ist auch die Lage der Funktionstasten, lassen sie sich auch einfach drücken, wenn das Gerät am Fahrradlenker montiert ist oder ist die Handhabung auf Einhand-Seitenbedienung ausgelegt ? Oder doch lieber ein GPS-Gerät mit Touchscreen, das eine leichtere und intuitivere Steuerung ermöglicht, sich aber mit kalten Fingern und Handschuhen kaum bedienen läßt ?
Ganz wichtig ist das Kartenmaterial. Für Deutschland ist das kein Problem, da bietet jeder Hersteller Kartenmaterial im Maßstab 1:25.000 an, aber fahren Sie öfters ins Ausland? Das beste GPS-Gerät nutzt nichts, wenn Sie für Ihren Urlaub kein Kartenmaterial bekommen können. Kartenmaterial ist nicht billig, so kostet die Deutschlandkarte 1:25.000 bei allen Herstellern etwa 200 Euro. Oftmals allerdings lassen sich im Internet kostenlose Karten herunter laden, allerdings nicht für alle Länder und nicht immer in der gewünschten Qualität. So sind bspw. die kostenlosen Karten des Projektes Openstreetmaps für Deutschland meist hervorragend und besser als Karten, die auf den Daten der Vermessungsbehörden beruhen, für manche Regionen sind sie nur bedingt nicht zu gebrauchen, weil der Datenbestand (=Wegenetz) noch unzureichend ist. Auch ist die Installation dieser kostenlosen Karten nicht immer so einfach, wie es Ihnen der Händler vielleicht beschreibt, ein gewisses Maß an Kenntnis ist schon erforderlich.

Orientierung mit GPS-Gerät

Orientierung mit dem GPS-Gerät

Haben Sie ein GPS-Gerät und die geeignete Karte für die gewünschte Region, haben Sie immer noch keinen einzigen Wanderweg. Karten der neuesten Generation sind „autoroutingfähig“, d.h., wie bei der doch anders gearteten KFZ-Navigation tippen Sie den Zielpunkt Ihrer Tour ein und das GPS-Gerät berechnet den Weg vollkommen automatisch auch auf Wanderwegen und kleinen Pfaden für Wanderer, auf fahrradgeeigneten Wegen für Tourenradfahrer. Hier wird allerdings nicht immer die optimale Route berechnet, der kürzeste Weg ist nicht immer der schönste! Da ist es besser, vor der Tour den schönsten Weg am PC auf einer digitalen Karte selbst zu planen und dabei Rastplätze, Aussichtspunkte, idyllische Wege an Bachufern, Wege über den Grat sowie Einstiege in Klettersteige und ähnliches zu berücksichtigen. Auf den Internetseiten von Fremdenverkehrsämtern, Wandervereinen oder in Outdoorforen finden sich bestens ausgearbeitete und beschriebene Wanderrouten und Klettersteige mit allen touristischen Informationen, deren genauer Verlauf sich als „Track“ – so heißt ein navigierbarer Weg für das GPS-Gerät – herunterladen und sich ins GPS-Gerät einspielen läßt. Immer mehr Verlage gehen dazu über, zu den Beschreibungen in ihren Wanderführern einen entsprechenden Track des Wanderweges für das GPS-Gerät anzubieten, der sich nach dem Kauf des Führers aus dem Internet in das GPS-Gerät herunterladen läßt. Ein Verirren ist dann nicht mehr möglich, in der einen Hand haben Sie den Wanderführer mit der Beschreibung der Tour, in der anderen Hand Ihr GPS-Gerät, das Sie so genau leitet, das Sie Ihren Weg auch noch bei absoluter Dunkelheit sicher finden werden.

Mit dem GPS-Gerät unterwegs in den französischen Alpen

Mit dem GPS-Gerät unterwegs in den französischen Alpen

Allerdings, der Umgang mit dem GPS-Gerät ist nicht ganz so einfach. Bevor Sie auf große Tour gehen, machen Sie sich mit dem Gerät vertraut, machen Sie Probetouren in bekannter Umgebung, speichern Sie Ziele, die sie kennen und versuchen Sie diese sicher zu erreichen.
Aber wenn Sie mit Ihrem GPS-Gerät vertraut sind, ist es ein wunderbarer Wegbegleiter. Sie finden immer Ihren Weg, egal ob bei Sonnenschein im Königsforst oder bei Nacht im Siebengebirge. Sie finden auch noch bei Dunkelheit die Alpenhütte auf der Sie übernachten wollen und auch in der Sahara finden Sie sicher die Oase, die Ihr Überleben sichert.