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Die Urzeit in Bonn

Bei dem Wetter, das gerade draußen herrscht, bei Kälte, Glatteis und Schnee, macht es nur bedingt Spaß, sich auf Tour zu begeben und die Geheimnisse unserer Heimat zu erkunden. Aber das macht nichts, der nächste Sonnentag kommt bestimmt.

Bei unangenehmem Wetter bietet sich eine GeoExkursion ganz anderer Art an : Das Goldfuss-Museum im Geologischen Institut der Universität Bonn, in der Nussallee, eine Seitenstrasse der Poppelsdorfer Alle direkt neben dem Poppelsdorfer Schloss.

Und hier wird allerhand von dem geboten, was das Leben in den vergangenen Jahrmillionen hervorgebracht hat. Das Goldfuss-Museum in einem schönen alten Gebäude ist ein Museum, das noch nicht viel von moderner Museumsdidaktik gehört hat, hier wird noch das klassische Naturalienkabinett präsentiert. Eine wunderschöne alte Ausstellung, alte Sammlungsschränke, Fossilien mit uralten Etiketten der Paläontologen der vergangenen Jahrhunderte. Es macht Spaß, durch diese Sammlung zu wandern, die eine der schönsten in Deutschland ist.

Unter der Decke schwebt das Originalskelett eines Plesiosaurus, einer Paddelechse

In einem Saal erfahren wir dort sehr viel über die Erdgeschichte, die Entwicklung des Lebens auf der Erde, über uralte Lebensräume und über die Entstehung der Fossilien.  In einem anderen Saal sind in scheinbar endlosen Vitrinen Fossilien ausgestellt, schön sortiert nach zoologischen Gruppen und nach Erdzeitaltern. Was die Sache für uns hier im Rheinland interessant macht, sind die vielen Fossilien der Eifel, des bergischen Landes und aus der Rheinischen Braunkohle. So können wir hier erkennen, wie unsere Köln-Bonner Region vor hunderten von Millionen Jahren aussah, was für ein Getier hier lebte, aber auch, was sich in den letzten Eiszeiten vor einigen tausend Jahren abspielte.

Alle Informationen über Anfahrt bis hin zu den Öffnungszeiten finden sich auf der Website des Goldfuss-Museums  http://www.steinmann.uni-bonn.de/museen/goldfuss-museum

 

Die Lava-Höhlen von Mendig am Laacher See

Die kleine Stadt Mendig am Laacher See ist das Zentrum des deutschen Vulkanismus. Hier steht das Deutsche Vulkanmuseum, hier hat die Deutsche Vulkanologische Gesellschaft ihren Sitz, Mendig wurde jahrhundertelang von den Gesteinen geprägt, die Vulkanausbrüche dort hinterlassen haben. Einst war Mendig Deutschlands Brauereihauptstadt, Zentrum deutscher Bierkultur … aber auch das hat die Stadt vor allem den einstigen Vulkanausbrüchen zu verdanken. Ein Tag in Mendig ist voller eruptiver Erlebnisse, wunderbarer Ausblicke über die Landschaft und unter die Erde. Ich fahre dort des öfteren hin und die Region reizt immer wieder. Die Landschaft um den Laacher See ist ausgesprochen schön und hat viele stille Ecken, an denen ich auch am Wochenende keinem Menschen begegne … die Hot Spots wie das Kloster Maria Laach besuche ich lieber mal an Tagen, an denen da sonst kaum jemand ist. Auch der Rundwanderweg um den Laacher See ist wunderschön, an einem sonnigen Wochenende gegent man dort 4000 Menschen, irgendwann an einem sonnigen Herbsttag in der Woche nur 3 Wanderern.

Lavakeller mit Lampe-1-1000

Um einen Überblick über die erdgeschichtlichen Geschehnisse rund um den Laacher See zu bekommen, emfiehlt sich zunächst ein Besuch des Lava-Domes, des Deutschen Vulkanmuseums in Mendig.  In der 4D-Mainsshow fliessen Lavaströme und Gesteinsbrocken fliegen um die Ohren. Die Landschaftsgeschichte der Osteifel und der Stadt Mendig wird hier spektakulär dargestellt, danach zieht man los und schaut sich die Begebenheiten vor Ort an. Hier im Lava-Dome werden auch die Exkursionen unter die Erde, in die Mendiger Lava-Keller, angeboten. Es gibt Tage, da ist es dort unten recht voll, das lohnt dann nicht wirklich. Die Mendiger Lava-Keller leben von der gigantischen Atmosphäre, von Dunkelheit und Stille, das muss man auf sich wirken lassen, den Führer mal vorgehen lassen oder ihm sagen, er soll doch mal fünf Minuten still sein. Die Atmosphäre in den Mendiger Lavahöhlen hat etwas ehrfürchtiges, eine Atmosphäre wie eine Kathedrale. Ideal für einen Besuch sind deshalb Tage unter der Woche, wenn dort nicht so viel los ist.

Lava-Dome in Mendig

Jahrhunderte lang wurde unter der Stadt Mendig Basalt zur Mühlsteinherstellung abgebaut. Ein Basaltlavastrom ergoss sich vor 200.000 Jahren aus dem Wingertsberg und wurde vor 12.800 Jahren mit Bimslava des Laacher-See-Vulkans zugeschüttet. In über 30 Metern Tiefe schufen die Bergleute mit Hammer und Meissel ein etwa 5 Quadratkilometer Bergwerkssystem riesiger Hallen mit bis zu 20 Metern Höhe. Das größte Basaltbergwerk der Welt unterhöhlt gesamt Alt-Mendig, ein Teil dieser Lavahöhlen ist als Besucherbergwerk ausgebaut. Mit Helm versehen geht es 150 Stufen in die Tiefe. Führungen beginnen im Lava-Dome und dauern etwa 1  1/2 Stunden.

Auch die Vulkanbrauerei neben dem Lava-Dome hat ihren eigenen Lavakeller, der im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann. 28 Brauereien gab es einst in Mendig, das bei 2600 Einwohnern ! Da die Temperatur in den Lavakellern konstant 8°C beträgt, konnte hier einst Bier in Ruhe gären und lagern, Brauereien aus dem gesamten Rheinland zogen nach Mendig. Als Carl von Linde Anfang des 20.Jahrhunderts die Kühlmaschine erfand, war Schluss mit der Brauereikunst, die Brauereien zogen wieder zum Kunden vor Ort.

Stärkung ist angesagt, gemütlich sitzt es sich im Cafe Elda direkt neben dem Abgang zum Lava-Keller bei hausgemachten Kuchen oder am Eingang zur Museumsley im „Café zur Ley“ neben alten Bergwerksbahnen.

Museumley - Goepelwerk-2-1000

Bergwerksgeschichte lässt sich auch auf der Museumsley am Ende der Brauerstraße, 100 Meter vom Lavakeller entfernt, besichtigen. Ley ist ein altes Wort für Felswand oder auch Schieferfelsen, so hießen die Bergleute hier einst Leyer. Am Eingang der Museumsley steht ein nachgebautes Göpelwerk, eine vom Pferd betriebene Winde, die riesige Basaltmühlsteine nach oben zog. Alte Maschinen, Bergbaukräne, Bergwerksbahnen … das Freiluftmuseum zeigt alte Bergbautechnik der vergangenen Jahrhunderte.

Museumsley-Bahn-1000

 

Wenn Ihr die vulkanische Region rund um Mendig genauer kennen lernen wollt, dann reizt Euch vielleicht meine GeoExkursion im grenzgang-Programm ?