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neue Wanderführer für die Rheinlande

Ich bin lange auf Exkursionen gewesen und habe intensiv die Geologie der Westeifel und der Rheinlande untersucht. Jetzt zum Herbst sind soeben zwei neue Geo-Exkursionsführer erschienen.

EXPEDITION RHEINLAND 

16 spannende Wanderungen durch die Erdgeschichte

Das Rheinland erlebt seit Millionen von Jahren spektakuläre, geologische Phänomene: Gebirge entstanden und verschwanden, in der Niederrheinischen Bucht gediehen sumpfige Urwälder, Ozeane mit gewaltigen Korallenriffen bildeten sich und die Nordsee brandete einst bei Bonn an ihre Küste. Auf 16 landschaftlich beeindruckenden Wanderungen stellt Geologie-Experte Sven von Loga die erdgeschichtlich spannendsten Ziele im Rheinland vor. Erkundungsfreudige Abenteurer erleben eine faszinierende Zeitreise, angefangen bei den ältesten Gesteinen im Bergischen Land über das durch Vulkanausbrüche entstandene Siebengebirge bis zu den jüngsten Ablagerungen, den Kiesstränden am Rhein. Ein rundum anschaulicher und informativer Einblick in die geologische Vergangenheit des Rheinlandes und ein einmaliges Wandervergnügen, das zum aktiven Entdecken und Erforschen der historischen Spuren einlädt.

J.P.Bachem-Verlag, Köln
192 Seiten, zahlreiche Farbfotos und Kartenskizzen, broschiert.
EUR 14,95
ISBN 978-3-76163144-7
Dies sind die Exkursionen :

01 – Lindlarer Grauwacke
02 – Stromatoporenriffe in Bergisch Gladbach
03 – Schrock und Teufelsley bei Altenahr
04 – Landskrone im Ahrtal
05 – Historischer Erzbergbau am Lüderich
06 – Buntsandstein bei Nideggen
07 – Sophienhöhe und Braunkohle
08 – Siebengebirge
09 – Erpeler Ley und Unkeler Falte
10 – Drachenfelser Ländchen
11 – Kluterthöhle bei Ennepetal
12 – Osteifel bei Ettringen
13 – Rodderberg bei Bonn
14 – Wahner Heide
15 – Königsforst
16 – Rheinkiesel am Rheinufer bei Porz

Die Touren sind auch als Track für das GPS-Gerät verfügbar. Hier geht es zum Download

 

12 Wanderungen zu den Vulkanen der Westeifel

Erkunden Sie mit den Geologen Sven von Loga und Dr. Martin Koziol (Maarmuseum Manderscheid) auf 12 Wanderungen das Land der Maare, die vulkanologische und geologische Entstehungsgeschichte der Westeifel.

21 x 10,5 cm, 128 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen und Kartenskizzen, broschiert.
Eifel-Verlag
ISBN 978-3-943123-16-6
Alle Wanderungen als gpx-Track für GPS-Geräte verfügbar
Preis EUR 7,00

Die Exkursionen führen in diese Regionen :
• Steffeln und Duppach
• Mosenberg und Windsbornkrater bei Manderscheid
• Meerfelder Maar
• Eckfelder Maar
• Dauner Maare
• Dreiser Weiher und Umgebung von Dreis
• Ahrensberg
• Rother Kopf
• Vulkangruppe von Bad Bertrich
• Rockeskyller Kopf
• Strohn
• Gerolstein zwischen Munterley und Kasselburg

 

 

Die Schätze des Rheins

Denk man an den Rhein und Schätze, kommt meist zunächst das Rheingold in den Sinn. Märchenhaften Goldberge, die die Nibelungen irgendwo versteckt haben. Vielleicht im Rhein versenkt haben ?
Aber das ist ein anderes Kapitel.

Das Rheinufer bei Porz-Langel

Das Rheinufer bei Porz-Langel

An den Ufern des Rheins sind andere Schätze zu finden, die sich auch bei gemütlichen Spaziergängen sammeln lassen. Alleine das normale Rheingeröll ist hochinteressant, erzählt es doch eine ausführliche Geschichte. Ein Granit hat die Reise vom Schwarzwald bis in die Rheinlande gemacht, irgendwann erreicht er die Nordsee, wenn ihn die ständige Bewegung bis dahin nicht zerrieben hat. Sandsteine und Quarzite kommen aus der Eifel und sind Zeugnisse eines Meeres, das dort vom 400 Millionen Jahren im Erdzeitalter Devon existierte. Weiße Milchquarze zeugen davon, das diese Gesteine zu einem gewaltigen Gebirge aufgefaltet wurden.

Im Erdzeitalter Perm brachen im Gebiet des heutigen Saar-Nahe-Berglandes Vulkane aus und überfluteten die Erde mit viele Zehner-Meter-mächtigen Lavadecken. In diesen Vulkaniten stecken wunderschöne Achate, die die Nahe in den Rhein transportiert und die sich am Rheinufer aufsammeln lassen. Aber auch Jaspis, Karneol und Bergkristall finden sich.

Auch Fossilien sind in den Rheingeröllen zu finden. Aus den devonischen Sedimenten der Eifel stammen fossile Brachiopoden, Korallen und Seelilienstilglieder. Grauwackegerölle aus dem Bergischen Land enthalten ebenfalls Seelilienstilglieder. Hornsteine aus der Jura- und Kreidezeit können Seeigelreste enthalten. Selten finden sich Ceratiten und Ammoniten, spiralisierte Tintenfischgehäuse, diese Funde macht man eher am Oberrhein.

Nicht selten ist versteinertes Holz, das aus den Keupergesteinen Frankens stammt.

Die Rheinablagerungen bildeten sich ganz überwiegend während der Eiszeiten im Quartär, während der letzen paar hunderttausend Jahre. Und in diesem Zeiten wandelte so einiges durch das Gebiet des Rheins : Wisente, Hirsche, Pferde und Mammutherden zogen umher. Auch ihre Überreste, Zähne und Knochen, finden sich in den Rheinschottern.

Wo finden sich denn all diese Schätze ? Grundsätzlich überall am Rhein, an denen der Rhein Gerölle ablagert. Schöne Kiesstrände finden sich unter anderem bei Königswinter-Niederdollendorf, bei Porz-Langel, am Weißer Bogen, bei Köln-Niehl, bei Leverkusen-Hitdorf und gegenüber bei Köln-Langel, bei Düsseldorf-Oberkassel und immer weiter den Rhein hinauf.

Bei Brohl endet das enge Mittelrheintal. Oberhalb davon finden sich keine Rheinschotter. Sicherlich, ein paar Gerölle liegen schon hier und da am Ufer herum, aber die wirklichen Ablagerungen des Rheins finden sich erst mit Beginn der Niederrheinischen Bucht.

Wer Rheingerölle in den Rheinlanden sammeln und bestimmen will, dem empfehle ich mal den von mir mit verfassten Kosmos Naturführer

Hier die Infos

In jeder Buchhandlung erhältlich.

Schatzsuche am Rheinufer

Menschen sammeln meist Steine und Muscheln, wenn sich Gelegenheit dazu bietet. Am Strand, in den Bergen und auch am Ufer der Flüsse. Wenn der Wasserstand nicht zu hoch ist, dann sind die Rheinufer zwischen Bad Honnef und Düsseldorf teilweise mit Kieselsteinen übersäht. Diese Steine sind nicht nur schön, sie verraten dem Sammler auch allerhand über die Erdgeschichte und die Geologie Deutschlands. Was sind es für Gesteine, wo kommen sie her, wie sind sie entstanden, warum liegen ausgerechnet sie hier am Rheinufer ? Rheinkiesel-Bonn-033-1000 Zunächst mal nennt man die Steine „Gesteine“, Steine gibt es auf der Baustelle : Ziegelsteine, Pflastersteine, unsere Kieselsteine nennen man korrekt „Rheingerölle“, der Rhein hat sie nämlich gerundet, weil sie jahrelang an seinem Grunde entlang gerollt sind. Und dennoch zeigt sich hier das erste Problem, denn neben all dem echten Gesteinen gibt es doch eine ganze Menge Steine. Es finden sich Bruchstücke von Ziegelsteinen, die rund gerollt wie roter Sandstein aussehen, Scherben von Badezimmerkacheln oder Hochofenschlacken, die erst einmal vom Naturstein unterschieden werden wollen. Aus das Wort „Kieselsteine“ ist nicht korrekt, denn es leitet sich vom Begriff Kieselsäure ab, das ist Quarz. All die weißen Rheinkieselsteine, die in großer Menge am Rheinufer liegen, das ist reiner Quarz, sie verdienen den Namen zurecht, alles andere sind eben „Rheingerölle“. Der Vielzahl aber macht das Gerölle sammeln am Rheinufer so interessant, denn jeder von ihnen erzählt eine ganze Geschichte. Aber mal von vorne. Felsen, ganze Gebirge, verwittern zu kleinen Bruckstücken, Bäche spülen sie in kleine Flüsse, diese in größere Flüsse, diese wiederum münden letztendlich in den Rhein und immer werden die Gerölle mitgeführt. Der Rhein entspringt in den Alpen und schon hier wird ordentlich Geröll mitgenommen, das aber leider das Kölner Rheinufer selten erreicht, denn es gibt das große Sammelbecken Bodensee, in dem jegliches Geröll aus den Alpen liegen bleibt. Erst wenn der Bodensee damit vollkommen zugeschüttet ist, mag sich das ändern, aber das dauert noch geologisch lange Zeiträume. Aber aus den Schweizer Alpen bringen Aare und Ill Material in den Rhein, das allerdings das Rheinland nur sehr selten erreicht. Deshalb finden wir am Kölner und Bonner Rheinufer überwiegend Gesteine, die der Rhein hinter dem Bodensee einsammelt. Beispielsweise Granite, die er aus dem Schwarzwald mitbringt. Rheinufer - 011-1000Sandsteine und Quarzite aus Hunsrück, Taunus und aus der Eifel, Basalte aus dem Siebengebirge. Blickt man auf die geologische Karte Deutschlands, sieht man durch welche erdgeschichtlichen Formationen der Rhein fließt und welche Gesteine dort vorkommen, sind sie typisch, kann man sie in Köln identifizieren und diesem Ursprungsgebiet zuordnen, bei allen Gesteinen ist das aber nicht möglich. Aber nicht nur das Einzugsgebiet des Rheines müssen wir betrachten, auch seine Nebenflüsse schaffen Material heran. Typisch sind die tiefscharzen Lydite aus dem Frankenwald, die der Main mit sich führt. Der Neckar beteiligt sich mit roten Sandsteinen, aus denen fast die ganze Heidelberger Altstadt erbaut wurde. Aus dem Saar-Nahe-Gebiet von finden wir Melaphyre, das sind Vulkanite die die Gebirge rund um Idar-Oberstein bilden, in den viele Sammler Jagd nach Amethysten und Achaten machen. Und so finden sich am Rheinufer gelegentlich auch schöne Achate. Kleinere Flüsse wie die Nette bringen aus der Laacher-See-Region Bims mit, eine ganz leichte Lava, die dort vor 12.800 Jahren der Laacher-See-Vulkan ausgespuckt hat. Bims schwimmt sogar auf dem Wasser. In großer Zahl finden sich Sandsteine und Quarze, vorwiegend aus der Eifel. Wir müssen also erst mal Sedimente wie Sandsteine von Tiefengesteinen wie Granit und Vulkaniten (ausgeflossener Lava) wie Basalt, Melaphyr und Bims unterscheiden. Harte Gesteine müssen viel länger unterwegs sein, um gut gerundet zu werden, bei weichen Gesteinen geht das schneller. Auch daraus kann man Rückschlüsse ziehen, wie weit denn der Transportweg gewesen könnte. Basalte sind hart und am Rheinufer meist kantig, der Weg vom Siebengebirge ist nicht weit. Vielleicht ist er auch noch viel kürzer, denn auch die Kölner Uferbefestigungen bestehen zum großen Teil aus Basaltsäulen.

Ein Basalt aus dem Siebengebirge, gefunden am Kölner Rheinufer

Ein Basalt aus dem Siebengebirge, gefunden am Kölner Rheinufer

Ganz schön spannend, was die Gerölle des Rheins so alles zu erzählen haben. Es ist einen Ausflug wert, ein paar Stunden am Kölner Rheinufer zu verbringen und Gerölle zu sammeln, sie sind nicht nur schön, sondern auch ihre Bestimmung ist eine interessante Aufgabe. Da sammelt man doch am besten so lange, bis man von jeder vorkommenden Art ein schönes Muster hat und erstellt eine kleine Statistik, welches Gesteine häufig vorkommt und welches selten ist. Geologen sind natürlich immer mit Hammer (und Schutzbrille wegen herumfliegender Gesteinssplitter !) unterwegs. Gesteine müssen immer zerschlagen werden, um sie korrekt anzusprechen, nur frische Bruchstellen sollten angeschaut werden, denn durch oftmals jahrhunderte lange Umwelteinflüsse kann sich die Oberfläche ziemlich verändert haben. Es gibt auch noch Gesteine, die schaffen den Weg bis in unsere gar nicht, wie etwa die

Achat vom Kölner Rheinufer

Achat vom Kölner Rheinufer

Kalksteine, die eigentlich aus Schwaben kommen sollten. Aber Kalk löst sich in saurem Wasser, der normale pH-Wert des Rheinwassers ist dazu sauer genug, weshalb sich jeglicher Kalk auf seinem Weg nach Köln längst aufgelöst hat. Übrigens : im Rhein wurde auch schon Gold gefunden. Von daher gesehen könnte Ihr Ferienausflug zu unverhofftem Reichtum führen , aber ganz ehrlich : die kleinen Goldflitter sind winzig und sehr selten, sammeln Sie dann besser Achate.Rheinufer mit Geröllen an der Köln-Mülheimer-Brücke

Lust auf eine Rheinkiesel-Exkursion ? Dann klicken Sie HIER.

 

 

Hoch oben über dem Rheintal : die Erpeler Ley

Das ist doch mal eine herrliche Wandertour. Gigantische Aussicht über das Rheintal, für die Pause eine Restaurant auf der Erpeler Ley, kleine Pfade, durch Weingärten und vorbei an der gewaltigsten Basaltformation des Rheintales.

Rheintal-Panorama von der Erpeler Ley

Streckenbeschreibung
Die Tour beginnt direkt zünftig mit dem Aufstieg zur Erpeler Ley, die grandiose Aussicht von hier oben lässt sich so zu Beginn und zum Ende der Tour genießen. Über Orsberg führt der Weg zum Stuxberg und dann herab ins Rheintal, vorbei an schönen devonischen Gesteinsformationen. Kurz vor Ende stehen wir inmitten der Basalte der Erpeler Ley.

Streckenlänge : 10,8 km
Wanderzeit : 4 Stunden
Startpunkt : Bahnhof Erpel
Schwierigkeitsgrad : mittelschwer

ÖPNV
Mit der Regionalbahn über Bonn-Beuel nach Erpel.

Wir verlassen den kleinen Bahnhof Erpel und überqueren die schon vom Bahnhof aus sichtbare Brücke über die Eisenbahn, sehen direkt gegenüber ein Heiligenhäuschen, gehen links daran vorbei in die Erpeler Ley Strasse, die nach einer Wiese rechts abknickt. Bald zweigt nach rechts der gut ausgeschilderte Wanderweg hoch zur Erpeler Ley ab, da oben wollen wir hin.
Zunächst erkennen wir auf dem Boden des Weges immer wieder gut geschichtete Sandsteine und Schiefertone, je weiter wir nach oben kommen nehmen Basaltbrocken an Häufigkeit zu.
Plötzlich verlassen wir die Bäume, links neben uns liegt das Restaurant auf der Erpeler Ley, aber wir gehen gerade aus zum großen Kreuz und genießen den wunderbaren Ausblick auf das Rheintal, auf die Osteifel, die unter uns liegende Brücke von Remagen und die Apollinariskirche auf der anderen Seite des Rheins. Nach links blicken wir Richtung Linz ins immer enger werdende Mittelrheintal. An einer Wegekreuzung biegen wir nach rechts vom Rheinsteig ab und gehen auf dem geteerten Fahrweg weiter Richtung Stuxberg.

Immer weiter folgen wir dem Weg, der nun deutlich hangabwärts führt, vorbei am Haus der Familie Schumacher, bis wir fast an der Strasse im Tal sind. Vorher jedoch folgen wir dem Wegweiser zum Aussichtspunkt Stux und erreichen über einen kleinen Pfad die Stuxhöhe, einen Aussichtspunkt über das Rheintal mit gemütlicher Liegebank. Wir blicken auf den Rhein, auf die Apollinariskirche, das gelbe Schloß Marienfels auf Sandsteinklippen stehend, direkt gegenüber schaut Haus Ernich aus dem Wald hervor.

Aussichtsbank auf dem Stuxberg
Wieder zurück vom Aussichtspunkt auf dem Wanderweg machen wir uns hinab ins Rheintal, halten uns links, wählen einen schmalen Durchgang durch die Hecken mit Holzstufen, gelb markiert als Rheinsteig-Zuweg. Der Weg führt uns über gut geschichtete unterdevonische Schiefergesteine. An der Straße biegen wir links ab am Stuxhof vorbei.
Wer aber Stärkung braucht, kann über etwas baufällig wirkende Fußgängerbrücke die Bundesstrasse überqueren und im Schnellimbiß gegenüber etwas zu essen und zu trinken finden.
Hinter dem Stuxhof jedoch folgen wir dem Weg zwischen Kita und Grillhütte durch die Weinberge und betrachten immer wieder die imposanten Sandsteine des Devonzeitalters, die den Stuxberg bilden. Steil stehen hier die Sandsteine der Siegener Schichten, die dem Erdzeitalter Unteres Devon angehören und etwa 400 Millionen Jahre alt sind. Die gesamte lange Wand hinter den Weinbergen ist eine Faltenstruktur.
Sedimente, so hart sie auch sein mögen, können durch tektonische Bewegungen zerbrochen, aber in langen Zeiträumen auch gefaltet werden. Das ist so als schiebt man ein Tischtusch zusammen, manche Falten gehen nach unten, das sind in der Geologie die Mulden, manche Falten gehen nach oben, das sind die Sättel. Manchmal kippt eine Falte auch um, dann spricht man von einer überkippten Falte. Genau das ist hier geschehen, wir stehen an der Falte von Unkel. Nach Norden hin ist die große Falte überkippt, man sieht sehr steil stehenden Schichten, nach Süden läuft sie sanft aus. Vor dieser Wanderung empfiehlt sich dementsprechend der Tischdeckenversuch, im Gelände versuchen wir, diese Strukturen wieder zu erkennen. Wir schauen uns diese Gesteine genauer an und werden sie als Sandsteine identifizieren. Manche Partien sind feineren Korns, sie werden tonig. Häufig sind Fossilien darin zu finden, diese kleinen runden Scheibchen, die Seelilienstielglieder.

In den Weinbergen von Unkel
Direkt vor Burg Vilzelt biegen wir links ab Richtung Wald, gehen durch ein Gatter und folgen dem Pfad hangaufwärts.
Nach kurzen trifft von links wieder der Rheinsteig auf unseren Weg, wir folgen ihm ein Stück nach rechts, verlassen ihn aber an der ersten Möglichkeit nach links und folgen diesem Weg hangaufwärts. Nach etwa 350 Metern sehen wir im Wald Überreste eines Seilbahnständers. Auf der Hochebene wurde einst Ton abgebaut, der mit einer Seilbahn ins Tal zu den Tonwerken Erpel gebracht wurde.

Oben erreichen wir eine asphaltierte Strasse, auf der wir schon auf der Hintour entlang gewandert sind, biegen nach rechts ab und folgen ihr bis zu den Häusern von Orsberg. Dort rechts in die Orsberger Straße und nach 150 Metern links der Rheinsteig-Markierung folgen. Rechts dieses Weges erkennen wir ehemalige Braunkohlegruben. Im 19.Jahrhundert wurden hier geringmächtige Flöze eine feinschichtigen Algenblätterkohle abgebaut, die zur Energiegewinnung für die Dampfmaschinen in den Steinbrüchen und Tongruben verwendet wurde. Etwa 25 Millionen Jahre ist es her, als sich hier in einem subtropischen See Algen und anderen Pflanzen ablagerten und die Braunkohle bildeten. Auch Fossilien wurden in diesen Ablagerungen gefunden, neben vielen Pflanzenfossilien auch ein Riesenfrosch.
Kurz hinter den Gruben erreichen wir wieder den geteerten Fahrweg, überqueren ihn und gehen die Strasse geradeaus, um dann an der ersten Möglichkeit nach rechts in den Wald abzubiegen. Dem Weg folgen wir etwa 500 Meter, bis er sich nach links und rechts gabelt. Links ab könnten wir jetzt einen Abstecher zur Steffens-Brauerei machen (beschrieben in Tour 10) sonst gehen wir rechts ab, bis wir wieder auf dem Rheinsteig sind, dem wir dann eine Weile folgen. Nicht nach rechts zur Erpeler Ley abbiegen, sondern rechts halten Kasbach. Natürlich wollen wir zur Erpeler Ley, aber nicht wieder oben aufs Plateau, sondern wir wollen die Ley von unten ansehen und die grandiosen Basaltstrukturen kennen lernen, die diesen Berg so faszinierend machen. Sobald wir in der Ortschaft Kasbach sind, gehen wir auf der Strasse durch den Ort Richtung Rhein, biegen aber vor der Eisenbahnunterführung nach rechts auf den markierten Radfahrweg ab, der uns direkt an den Fuß der gewaltigen Basaltfelsen führt.

Basalte der Erpeler Ley
Die Erpeler Ley war einst ein rundlicher Vulkanschlot von etwa 400 Metern Durchmesser, das Gestein nennt sich Nephelin-Basanit und ist ein basaltisches Gestein. Ganz wunderbar sind die Basaltsäulen, die die Lava im Zuge Ihrer Abkühlung gebildet hat, selten sie man so schön ausgebildete Sälen auf derart großer Fläche. Wir wandern direkt unterhalb des gewaltigen Felsens entlang und entdecken von allen Seiten immer wieder neue Strukturen, Basaltsäulen, die sich auffächern, die nach rechts und links abdrehen, die scheinbar übereinander fließen. In die devonischen Sedimente, in die Sandsteine und Schiefer drang einst die Lava ein, aber nicht einmal, sondern wiederholt, quetschte sich in den Schlot, füllte neue Spalten und kühlte natürlich in andere Richtungen ab als die bereits vorhandene Lava. So bildeten sich Säulen, die in andere Richtungen zeigen.

Brücke von Remagen-1000
Diese Stelle ist nicht nur erdgeschichtlich interessant , sondern auch geschichtlich von größter Bedeutung. Hier an den Basalten der Erpeler Ley stehen wir direkt an der Brücke von Remagen. Die einstige Ludendorf Brücke überspann hier einst den Rhein. Zum Ende des zweiten Weltkrieges zog sich die deutsche Wehrmacht über den Rhein zurück und wollte diese Brücke sprengen, was mißlang. Verwundert standen die amerikanischen Truppen vor einer intakten Rheinbrücke, konnten den Rhein einfach überqueren und einen Brückenkopf rechts des Rheins errichten. Das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung Deutschlands wurde an der Erpeler Ley erheblich beschleunigt.

Die Lava-Höhlen von Mendig am Laacher See

Die kleine Stadt Mendig am Laacher See ist das Zentrum des deutschen Vulkanismus. Hier steht das Deutsche Vulkanmuseum, hier hat die Deutsche Vulkanologische Gesellschaft ihren Sitz, Mendig wurde jahrhundertelang von den Gesteinen geprägt, die Vulkanausbrüche dort hinterlassen haben. Einst war Mendig Deutschlands Brauereihauptstadt, Zentrum deutscher Bierkultur … aber auch das hat die Stadt vor allem den einstigen Vulkanausbrüchen zu verdanken. Ein Tag in Mendig ist voller eruptiver Erlebnisse, wunderbarer Ausblicke über die Landschaft und unter die Erde. Ich fahre dort des öfteren hin und die Region reizt immer wieder. Die Landschaft um den Laacher See ist ausgesprochen schön und hat viele stille Ecken, an denen ich auch am Wochenende keinem Menschen begegne … die Hot Spots wie das Kloster Maria Laach besuche ich lieber mal an Tagen, an denen da sonst kaum jemand ist. Auch der Rundwanderweg um den Laacher See ist wunderschön, an einem sonnigen Wochenende gegent man dort 4000 Menschen, irgendwann an einem sonnigen Herbsttag in der Woche nur 3 Wanderern.

Lavakeller mit Lampe-1-1000

Um einen Überblick über die erdgeschichtlichen Geschehnisse rund um den Laacher See zu bekommen, emfiehlt sich zunächst ein Besuch des Lava-Domes, des Deutschen Vulkanmuseums in Mendig.  In der 4D-Mainsshow fliessen Lavaströme und Gesteinsbrocken fliegen um die Ohren. Die Landschaftsgeschichte der Osteifel und der Stadt Mendig wird hier spektakulär dargestellt, danach zieht man los und schaut sich die Begebenheiten vor Ort an. Hier im Lava-Dome werden auch die Exkursionen unter die Erde, in die Mendiger Lava-Keller, angeboten. Es gibt Tage, da ist es dort unten recht voll, das lohnt dann nicht wirklich. Die Mendiger Lava-Keller leben von der gigantischen Atmosphäre, von Dunkelheit und Stille, das muss man auf sich wirken lassen, den Führer mal vorgehen lassen oder ihm sagen, er soll doch mal fünf Minuten still sein. Die Atmosphäre in den Mendiger Lavahöhlen hat etwas ehrfürchtiges, eine Atmosphäre wie eine Kathedrale. Ideal für einen Besuch sind deshalb Tage unter der Woche, wenn dort nicht so viel los ist.

Lava-Dome in Mendig

Jahrhunderte lang wurde unter der Stadt Mendig Basalt zur Mühlsteinherstellung abgebaut. Ein Basaltlavastrom ergoss sich vor 200.000 Jahren aus dem Wingertsberg und wurde vor 12.800 Jahren mit Bimslava des Laacher-See-Vulkans zugeschüttet. In über 30 Metern Tiefe schufen die Bergleute mit Hammer und Meissel ein etwa 5 Quadratkilometer Bergwerkssystem riesiger Hallen mit bis zu 20 Metern Höhe. Das größte Basaltbergwerk der Welt unterhöhlt gesamt Alt-Mendig, ein Teil dieser Lavahöhlen ist als Besucherbergwerk ausgebaut. Mit Helm versehen geht es 150 Stufen in die Tiefe. Führungen beginnen im Lava-Dome und dauern etwa 1  1/2 Stunden.

Auch die Vulkanbrauerei neben dem Lava-Dome hat ihren eigenen Lavakeller, der im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann. 28 Brauereien gab es einst in Mendig, das bei 2600 Einwohnern ! Da die Temperatur in den Lavakellern konstant 8°C beträgt, konnte hier einst Bier in Ruhe gären und lagern, Brauereien aus dem gesamten Rheinland zogen nach Mendig. Als Carl von Linde Anfang des 20.Jahrhunderts die Kühlmaschine erfand, war Schluss mit der Brauereikunst, die Brauereien zogen wieder zum Kunden vor Ort.

Stärkung ist angesagt, gemütlich sitzt es sich im Cafe Elda direkt neben dem Abgang zum Lava-Keller bei hausgemachten Kuchen oder am Eingang zur Museumsley im „Café zur Ley“ neben alten Bergwerksbahnen.

Museumley - Goepelwerk-2-1000

Bergwerksgeschichte lässt sich auch auf der Museumsley am Ende der Brauerstraße, 100 Meter vom Lavakeller entfernt, besichtigen. Ley ist ein altes Wort für Felswand oder auch Schieferfelsen, so hießen die Bergleute hier einst Leyer. Am Eingang der Museumsley steht ein nachgebautes Göpelwerk, eine vom Pferd betriebene Winde, die riesige Basaltmühlsteine nach oben zog. Alte Maschinen, Bergbaukräne, Bergwerksbahnen … das Freiluftmuseum zeigt alte Bergbautechnik der vergangenen Jahrhunderte.

Museumsley-Bahn-1000

 

Wenn Ihr die vulkanische Region rund um Mendig genauer kennen lernen wollt, dann reizt Euch vielleicht meine GeoExkursion im grenzgang-Programm ?

Steine in der Stadt – Eine geologische Exkursion durch die Kölner City

GeoExkursionen haben viele Reize … die Geologie, die Gesteine, die Natur, Wanderungen durch wilde Landschaften.
Vulkane, urige alte Steinbrüche, Gipfel, Felsen und steile Wände.

Aber um sich mit der Geologie der Rheinlande, Deutschlands und dem Rest der Welt zu beschäftigen, müßt Ihr gar nicht in die Eifel oder nach Hawaii. Es reicht ein Spaziergang durch die City egal welcher Stadt, alte Häuser muss es geben, an den Gesteine der Region verbaut wurden oder Fassaden aus Naturstein an Neubauten.

Basaltsäulen in der Kirche St.Maria im Kapitol - Reste eines einst Lavastromes

Basaltsäulen in der Kirche St.Maria im Kapitol – Reste eines einst Lavastromes

Neubausiedlungen aus Beton sind für eine solche Exkursion aber nicht geeignet.

Habt Ihr Euch schon einmal Gedanken über die Gesteine gemacht, aus denen die Kölner Häuser bestehen ? Oder mit denen Wege und Straßen gepflastert sind ? So ein Gesteinsbrocken in einer Mauer erzählt eine ganze Geschichte. Über die Entstehung des Gesteins in einem Vulkan oder in einem vorzeitlichen Meer. Die Geschichte seines Abbaus und die Bergbaugeschichte dieser Region. Die Romanischen Kirchen Kölns erzählen von der Entstehung des Siebengebirges in einem vulkanischen Inferno vor 25 Millionen Jahren. Und sie geben Zeugnis von gewaltigen Vulkanausbrüchen im Laacher See Gebiet in den letzten hunderttausenden von Jahren.

360 Millionen Jahre alte Fossilien auf dem Rudolfplatz

360 Millionen Jahre alte Fossilien auf dem Rudolfplatz

Alles voller Juraschnecken an einem haus auf dem Hohenstaufenring

Alles voller Juraschnecken an einem haus auf dem Hohenstaufenring

Andere Häuser haben in ihren Fassaden herrliche Fossilien und berichten vom Leben in den Meeren vor hunderten von Jahrmillionen. Schaut Euch die Gesteine einmal genau an, wenn Ihr das nächste Mal durch die City wandert.

 

Wie entsteht bloss ein solches Trümmergestein ?

Wie entsteht bloss ein solches Trümmergestein ?

Vielleicht reizt Euch auch meine GeoExkursion „Steine in der Stadt“ in der Kölner City oder in Köln-Sülz ?