Schlagwort-Archiv: eifelvulkane

neue Wanderführer für die Rheinlande

Ich bin lange auf Exkursionen gewesen und habe intensiv die Geologie der Westeifel und der Rheinlande untersucht. Jetzt zum Herbst sind soeben zwei neue Geo-Exkursionsführer erschienen.

EXPEDITION RHEINLAND 

16 spannende Wanderungen durch die Erdgeschichte

Das Rheinland erlebt seit Millionen von Jahren spektakuläre, geologische Phänomene: Gebirge entstanden und verschwanden, in der Niederrheinischen Bucht gediehen sumpfige Urwälder, Ozeane mit gewaltigen Korallenriffen bildeten sich und die Nordsee brandete einst bei Bonn an ihre Küste. Auf 16 landschaftlich beeindruckenden Wanderungen stellt Geologie-Experte Sven von Loga die erdgeschichtlich spannendsten Ziele im Rheinland vor. Erkundungsfreudige Abenteurer erleben eine faszinierende Zeitreise, angefangen bei den ältesten Gesteinen im Bergischen Land über das durch Vulkanausbrüche entstandene Siebengebirge bis zu den jüngsten Ablagerungen, den Kiesstränden am Rhein. Ein rundum anschaulicher und informativer Einblick in die geologische Vergangenheit des Rheinlandes und ein einmaliges Wandervergnügen, das zum aktiven Entdecken und Erforschen der historischen Spuren einlädt.

J.P.Bachem-Verlag, Köln
192 Seiten, zahlreiche Farbfotos und Kartenskizzen, broschiert.
EUR 14,95
ISBN 978-3-76163144-7
Dies sind die Exkursionen :

01 – Lindlarer Grauwacke
02 – Stromatoporenriffe in Bergisch Gladbach
03 – Schrock und Teufelsley bei Altenahr
04 – Landskrone im Ahrtal
05 – Historischer Erzbergbau am Lüderich
06 – Buntsandstein bei Nideggen
07 – Sophienhöhe und Braunkohle
08 – Siebengebirge
09 – Erpeler Ley und Unkeler Falte
10 – Drachenfelser Ländchen
11 – Kluterthöhle bei Ennepetal
12 – Osteifel bei Ettringen
13 – Rodderberg bei Bonn
14 – Wahner Heide
15 – Königsforst
16 – Rheinkiesel am Rheinufer bei Porz

Die Touren sind auch als Track für das GPS-Gerät verfügbar. Hier geht es zum Download

 

12 Wanderungen zu den Vulkanen der Westeifel

Erkunden Sie mit den Geologen Sven von Loga und Dr. Martin Koziol (Maarmuseum Manderscheid) auf 12 Wanderungen das Land der Maare, die vulkanologische und geologische Entstehungsgeschichte der Westeifel.

21 x 10,5 cm, 128 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen und Kartenskizzen, broschiert.
Eifel-Verlag
ISBN 978-3-943123-16-6
Alle Wanderungen als gpx-Track für GPS-Geräte verfügbar
Preis EUR 7,00

Die Exkursionen führen in diese Regionen :
• Steffeln und Duppach
• Mosenberg und Windsbornkrater bei Manderscheid
• Meerfelder Maar
• Eckfelder Maar
• Dauner Maare
• Dreiser Weiher und Umgebung von Dreis
• Ahrensberg
• Rother Kopf
• Vulkangruppe von Bad Bertrich
• Rockeskyller Kopf
• Strohn
• Gerolstein zwischen Munterley und Kasselburg

 

 

Quellen und Vulkane bei Steffeln

Steffeln in der Vulkaneifel, zwischen Blankenheim und Gerolstein. Ein Stück Vulkanologielehrbuch, eine Wanderung über Höhen mit herrlichen Aussichten und zu versteckten Quellen

Kapelle oberhalb von Steffeln

Weil nach Tagen des Regens endlich mal wieder die Sonne schien, habe ich mich am vergangenen Wochenende aufgemacht nach Steffeln, um das nächste Kapitel für meinen Wanderführer über die Westeifel fertig zu stellen. Weil die Aussicht so grandios war, habe ich mein Auto oberhalb Steffeln an der kleinen Kapelle geparkt und erst einmal den Blick übers Land genossen. Ein Bittweg führt den Hang hinauf, zahlreiche Wegekreuze zeigen die Kreuzigungsgeschichte, was ich aber auf der Rücktour von unten aus dem Ort wieder hoch zur Kapelle besser sehen konnte.

Blick über die Eifellandschaft von der Kapelle aus

Blick über die Eifellandschaft von der Kapelle aus

Zunächst ging es über die Felder Richtung Auel, unterwegs fand ich einen alten Steinbruch in einem Vulkanit, der noch im Schatten lag. Ganze Wasserfälle von Eiszapfen hingen am Fels, umhüllten Gräser und Äste, in der immer wärmer werdenden Sonne begann das Eis langsam zu schmelzen, immer mehr Eiszapfen stürzten ab.

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem ich den Ort Auel hinter mir gelassen habe – vor der Kirche rechts rein auf dem markierten Wanderweg „Maare und Vulkane“, führt der Weg lange geradeaus, am Waldrand vorbei, über mir kreisen viele Raubvögel. Hinter einem Fischteich öffnet sich ein weiter Kessel: das Duppacher Maar. Ein Vulkankrater, dem man es nicht auf den ersten Blick ansieht, das es ein Vulkankrater ist, die meisten Menschen erwarten in einem Maar einen Maarsee, der aber hier, wie bei den meisten Eifelmaaren fehlt.  Dennoch läßt sich der Kraterrand gut erkennen, eine Straße führt dort hinauf.

Ich überquere einen rauschenden Bach, oben auf dem Hügel weist mir eine einsame Hütte den Weg. Der Infopunkt zu einer hier einst gelegenen römischen Villenanlage und von hier, auf den gemütlichen Sandsteinbänken, ist der Blick auf den Maarkrater noch besser und eindeutiger.

Blick von der Römervilla auf das Duppacher Maar

Bald führt der Weg durch einen regelrechten Auenwald, dieser Bach kommt vom Eichholzmaar, im Wald stoße ich auf das Auelner Drees, eine eisenhaltige Mineralquelle, eindeutig zeigt die rote Farbe im Quellbecken das Eisen an.

Selten so einen verträumten Ort gesehen wie das Eichholzmaar. Ein kleines Maar, einst ein Vulkan, früher mit einem Maarsee, aber irgendwann trockengelegt, Vieh sollte dort weiden. Vor einigen Jahren wurde das Eichholzmaar wieder renaturiert, es wurde Wasser eingeleitet, der Maarsee wieder zum Leben erweckt. So ist das Eichholzmaar heute eines der 10 Maare der Eifel, die einen Maarsee besitzen. Lebensraum für viele Vögel, nicht umsonst steht am Rande eine Vogelbeobachtungshütte, in man sich still setzen und die Vogelwelt am Maar beobachten kann.

Hunderte von Kranichen ziehen laut schreiend über mich hinweg, während der Weg an der nächsten Mineralquelle, dem Steffelner Drees vorbei führt. Auch diese eisenhaltige Quelle ist durch Eisenoxide kräftig rot gefärbt.

Es ist kein Problem, den Weg zum Steffelnberg zu finden, der Wanderweg ist gut ausgeschildert und wenn wir die Anhöhe erklommen haben, liegt der einstige Vulkankegel direkt vor uns … noch zwei Kilometer über die Felder, Leider ist der Vulkan nicht mehr so imposant, wie er einst war. Die oberen 60 Meter wurden abgetragen und zum Straßenbau verwendet. Hier wurde Landschaft zerstört, aber das Herz des Geologen lacht vor Freude! Ein tiefer Krater in der Erde, der das Innere des Vulkans freilegt, Ascheschichten, Basaltlavagänge, die einst nach oben drangen, Lavaströme und tektonische Verwerfungen. Und weil dieser Steinbruch ganz besonders interessant ist, hat die Gemeinde Steffeln gemeinsam mit einigen Vulkanologen dort ein vulkanologisches Freiluftmuseum mit vielen Infotafeln errichtet. Und begeistert lese ich all die Erläuterungen zu diesem Vulkan und dem Vulkanismus in der Eifel ganz allgemein.

Eine wunderschöne Wandertour zwischen Steffeln und Duppach, etwa 13 km lang. Nach verlassen des Vulkans sehe ich schon da drüben die Kapelle auf dem Hang, der steilste Anstieg des Tages kommt jetzt, durch Steffeln hindurch und dann den Bittweg hinauf. Der morgendliche Eifelblick war es in jedem Fall wert.

Winterwanderung bei Steffeln in der Westeifel

Tiefer weißer Schnee, strahlende Sonne und ein tiefblauer Himmel – so war es gestern in der Eifel.
Wir haben den traumhaften Tag für eine lange Wanderung durch den Schnee genutzt. Start und Ziel war das Örtchen Steffeln in der Eifel, ein bißchen südlich von Blankenheim.

Blick vom Steffelnkopf Richtung Duppach
Geparkt haben wir am Steffelnkopf südlich des Ortes, am Eingang zum Vulkangarten. Einst war der Steffelnkopf ein herrlicher Vulkankegel, der die Landschaft überragte, allerdings, die 60 Meter sind abgetragen und zu Straßenschottern verarbeitet, wo einst dieser Vulkankegel stand, klafft jetzt ein tiefes Loch, die jetzt stillgelegte Lavagrube.

Aus geologischer Sicht in jedem Fall ein Highlight, ein hochinteressanter Lehrpfad führt durch die ehemalige Lavagrube und die verschiedenen Facetten des Vulkanismus und der vulkanischen Gesteine, Infotafeln beschreiben den Vulkanismus in der Eifel.

Lavaschichten des ehemailgen Steffelnkopfes

Lavaschichten des ehemailgen Steffelnkopfes

Auf der anderen Seite der Lavagrube geht es hangsabwärts mit Blick in Richtung Duppach und Gerolstein, der ausgeschilderte Weg führt handabwärts zum Eichholzmaar, einem der kleinsten Eifelmaare mit nur 120 Metern Durchmesser.

Auf dem Weg dorthin passieren wir noch den Steffelner Drees, eine ziemlich eisenhaltige Mineralquelle mit Rastplatz. Wie eisenhaltig das Wasser ist, das sieht man am gefassten Becken , der das gesamte Bachbett ist von Eisenhydroxid rostrot gefärbt. Der Bach fließt weiter zum Eichholzmaar und das Bachbett ist auch im weiteren Verlauf rötlich.

rotes Eisenhydroxid im Bach am Steffelner Drees

rotes Eisenhydroxid im Bach am Steffelner Drees

Das Eichholzmaar selbst war einst verlandet und landwirtschaftlich genutzt, aber vor einigen Jahren wurde es renaturiert, wieder voll Wasser gelassen und liegt jetzt reizvoll in der Landschaft, Lebensraum für allerhand Vögel. Am Rande des Maares steht eine Beobachtungshütte, aus der man versteckt die Vogelwelt rund um das Maar beobachten kann …. am besten mit Fernglas und vor allem dann, wenn es angenehm warm ist.

Eichholzmaar im Februar mit Vogelbeobachtungshütte

Eichholzmaar im Februar mit Vogelbeobachtungshütte

Hier bieten sich nun zwei Möglichkeiten an, auf ausgeschilderten Wanderwegen weiterzugehen. Wer eine größere Runde machen möchte, die dann letztendlich etwa 15 km lang ist, der folgt nun den Wegweisern Richtung Duppach. Wer es bei etwa 8 km belassen möchte, der bleibt auf dem ausgeschilderten Rundwanderweg Geopfad Steffeln und gelangt in großem Bogen über die Kapelle oberhalb von Steffeln – die auf dem Tuffring eines Maares liegt – in die Ortschaft Steffeln. Wer jetzt Hunger von der Tour hat – hier sind die Möglichkeiten, sich zu stärken Vulkanhotel Steffeln

Hinab geht es in eine Mulde, das Laachmaar, in dem der Römerhof liegt, kurz danach erreichen wir wieder den Parkplatz am Steffelnkopf, den wir schon lange wieder vor uns gesehen haben.

Die Wanderwege zwischen Steffeln und Duppach sind gut ausgeschildert und auch bei Schnee gut zu finden. Allerdings, sie sind wenig begangen, weshalb der Schnee relativ tief sein kann. Eine Wanderung durch 30 cm tiefen Schnee ist schon deutlich anstrengender als über schneefreie Wanderwege. Das sollte jeder bedenken, bevor er sich auf die Tour begibt.

Statt irgendwelcher Wegbeschreibungen, die hier nicht notwendig sind, denn es finden sich immer wieder Tafeln und Wegweiser, hier noch ein paar Fotos der wunderbaren Winterlandschaft. Egal ob Sommer oder Winter, die Gegend lohnt sich als Wandergegend. Wunderbare Ausblicke über die endlos erscheinende Eifellandschaft,viele liebliche Plätze um zu rasten und zu verweilen, interessanter Vulkanismus. Wen die Vulkanologie der Gegend mehr interessiert, dem empfehle ich meinen Wanderführer 12 Wanderungen auf den Spuren des Vulkanismus in der Westeifel, der Ende April 2015 im Gaasterland-Verlag erscheint. Auch die Gegend rund um Steffeln ist darin beschrieben.

 

 

Rund um den Laacher See

Im Land der Vulkane gelegen, ist der Laacher See in der Osteifel selbst ein Vulkankrater. Zeugnis einer unfassbaren Naturkatastrophe vor 12.800 Jahren, Relikt des größten Vulkanausbruches in Mitteleuropa in der jüngeren Erdgeschichte

Panorama Laacher See

Blick vom Lydiaturm

 

Je schöner das Wetter, desto größer sind die Besuchermassen, die sich an den Ufern des Laacher Sees drängen. Scheint am Wochenende die Sonne, treffen auf dem Parkplatz des Klosters Maria Laach etliche Reisebusse ein und entladen Besucher. Nicht alle machen sich auf den schönen, 8 km langen Weg rund um den See, allerdings kann der schon mal der Route eines Volkswandertages gleichen und dadurch deutlich an Reiz verlieren. Wer die Möglichkeit hat, sollte den See an einem ganz gewöhnlichen Wochentag besuchen, um seinen besonderen Zauber kennen zu lernen. Drei Tage vor Weihnachten erst war ich dort, nur ein paar vereinzelte Jogger und Wanderer sind mir begegnet. Der Wind blies kräftig und auf dem See herrschte ein regelrechter Wellengang, der eher an die Nordsee als an einen See erinnerte. Bei dieser Wasserbewegung sind die Mofetten am Ostufer nur schwer zu erkennen, aber bei genauerem Hinsehen blubberte es doch überall. Mofetten sind Gasaustritte, zu beobachten sind sie nahezu am gesamten Ostufer des Sees, das Gas ist vulkanisches Kohlendioxid, das tief aus dem Untergrund aufsteigt und davon zeugt, das der Vulkanismus in der Region des Laacher Sees noch aktiv ist.

Mofetten

Mofetten am Ostufer des Laacher Sees

Vor drei Jahren, als dort richtig Schnee lag, bin ich einmal bei heftigem Schneefall um den Laacher See herum gewandert und konnte eine ganz außergewöhnliche Stimmung erleben. Kein Mensch außer mir war unterwegs, dicke weiße Flocken fielen vom Himmel und schluckten jedes Geräusch.  Ich warte darauf, das dort wieder richtig Schnee fällt. Der Laacher See mit Schnee, das ist eine lohnenswerte Wintertour. Überall hängen Eiszapfen am Ufer, ein Teil des Ufers ist zugefroren, nur die Stellen, an denen Kohlendioxid aufsteigt, bleiben eisfrei.

Ostufer bei Schnee

Das Ostufer des Laacher Sees im Winter

Wenn Ihr früh aus dem Bett kommt, dann ist auch der Sonnenaufgang über dem Laacher See ein beeindruckendes Erlebnis. Diese Fotos sind aus dem Februar 2013, als der Laacher See in tiefem Schnee gehüllt lag. Recht früh morgens ist es vor Sonnenaufgang bei -10°C auf dem Lydiaturm ist recht kalt, der Kaffee gefriert in der Tasse und Stativ und Fotoapparat vereisen so langsam … aber es ist ein grandioses Schauspiel, wenn hinter dem Kraterrand der Sonnenaufgang beginnt und sich der Feuerball langsam gen Himmel schiebt. Der Lyditurm steht auf dem nördlichen Kraterrand des Laacher Sees direkt hinter dem Hotel Waldfrieden bei Wassenach.