Quellen und Vulkane bei Steffeln

Steffeln in der Vulkaneifel, zwischen Blankenheim und Gerolstein. Ein Stück Vulkanologielehrbuch, eine Wanderung über Höhen mit herrlichen Aussichten und zu versteckten Quellen

Kapelle oberhalb von Steffeln

Weil nach Tagen des Regens endlich mal wieder die Sonne schien, habe ich mich am vergangenen Wochenende aufgemacht nach Steffeln, um das nächste Kapitel für meinen Wanderführer über die Westeifel fertig zu stellen. Weil die Aussicht so grandios war, habe ich mein Auto oberhalb Steffeln an der kleinen Kapelle geparkt und erst einmal den Blick übers Land genossen. Ein Bittweg führt den Hang hinauf, zahlreiche Wegekreuze zeigen die Kreuzigungsgeschichte, was ich aber auf der Rücktour von unten aus dem Ort wieder hoch zur Kapelle besser sehen konnte.

Blick über die Eifellandschaft von der Kapelle aus
Blick über die Eifellandschaft von der Kapelle aus

Zunächst ging es über die Felder Richtung Auel, unterwegs fand ich einen alten Steinbruch in einem Vulkanit, der noch im Schatten lag. Ganze Wasserfälle von Eiszapfen hingen am Fels, umhüllten Gräser und Äste, in der immer wärmer werdenden Sonne begann das Eis langsam zu schmelzen, immer mehr Eiszapfen stürzten ab.

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem ich den Ort Auel hinter mir gelassen habe – vor der Kirche rechts rein auf dem markierten Wanderweg „Maare und Vulkane“, führt der Weg lange geradeaus, am Waldrand vorbei, über mir kreisen viele Raubvögel. Hinter einem Fischteich öffnet sich ein weiter Kessel: das Duppacher Maar. Ein Vulkankrater, dem man es nicht auf den ersten Blick ansieht, das es ein Vulkankrater ist, die meisten Menschen erwarten in einem Maar einen Maarsee, der aber hier, wie bei den meisten Eifelmaaren fehlt.  Dennoch läßt sich der Kraterrand gut erkennen, eine Straße führt dort hinauf.

Ich überquere einen rauschenden Bach, oben auf dem Hügel weist mir eine einsame Hütte den Weg. Der Infopunkt zu einer hier einst gelegenen römischen Villenanlage und von hier, auf den gemütlichen Sandsteinbänken, ist der Blick auf den Maarkrater noch besser und eindeutiger.

Blick von der Römervilla auf das Duppacher Maar

Bald führt der Weg durch einen regelrechten Auenwald, dieser Bach kommt vom Eichholzmaar, im Wald stoße ich auf das Auelner Drees, eine eisenhaltige Mineralquelle, eindeutig zeigt die rote Farbe im Quellbecken das Eisen an.

Selten so einen verträumten Ort gesehen wie das Eichholzmaar. Ein kleines Maar, einst ein Vulkan, früher mit einem Maarsee, aber irgendwann trockengelegt, Vieh sollte dort weiden. Vor einigen Jahren wurde das Eichholzmaar wieder renaturiert, es wurde Wasser eingeleitet, der Maarsee wieder zum Leben erweckt. So ist das Eichholzmaar heute eines der 10 Maare der Eifel, die einen Maarsee besitzen. Lebensraum für viele Vögel, nicht umsonst steht am Rande eine Vogelbeobachtungshütte, in man sich still setzen und die Vogelwelt am Maar beobachten kann.

Hunderte von Kranichen ziehen laut schreiend über mich hinweg, während der Weg an der nächsten Mineralquelle, dem Steffelner Drees vorbei führt. Auch diese eisenhaltige Quelle ist durch Eisenoxide kräftig rot gefärbt.

Es ist kein Problem, den Weg zum Steffelnberg zu finden, der Wanderweg ist gut ausgeschildert und wenn wir die Anhöhe erklommen haben, liegt der einstige Vulkankegel direkt vor uns … noch zwei Kilometer über die Felder, Leider ist der Vulkan nicht mehr so imposant, wie er einst war. Die oberen 60 Meter wurden abgetragen und zum Straßenbau verwendet. Hier wurde Landschaft zerstört, aber das Herz des Geologen lacht vor Freude! Ein tiefer Krater in der Erde, der das Innere des Vulkans freilegt, Ascheschichten, Basaltlavagänge, die einst nach oben drangen, Lavaströme und tektonische Verwerfungen. Und weil dieser Steinbruch ganz besonders interessant ist, hat die Gemeinde Steffeln gemeinsam mit einigen Vulkanologen dort ein vulkanologisches Freiluftmuseum mit vielen Infotafeln errichtet. Und begeistert lese ich all die Erläuterungen zu diesem Vulkan und dem Vulkanismus in der Eifel ganz allgemein.

Eine wunderschöne Wandertour zwischen Steffeln und Duppach, etwa 13 km lang. Nach verlassen des Vulkans sehe ich schon da drüben die Kapelle auf dem Hang, der steilste Anstieg des Tages kommt jetzt, durch Steffeln hindurch und dann den Bittweg hinauf. Der morgendliche Eifelblick war es in jedem Fall wert.

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