GPS-Outdoor-Navigation für Wanderer und Radfahrer

Die klassische Wanderkarte hat Konkurrenz bekommen – das GPS-Gerät. Moderne GPS-Geräte sind außerordentlich präzise, bieten hervorragendes Kartenmaterial und im Internet findet sich ein großes Angebot an oft kostenlosen Wanderwegen aus der ganzen Welt zum Download. Stirbt die klassische Wanderkarte deshalb aus ? Können Sie sich in der Gletscherwelt der Alpen auf ein GPS-Gerät verlassen, um den Weg zur Hütte sicher zu finden ?

Gomera
Im Hochland von La Gomera

Diese Frage ist ganz klar mit  JA zu beantworten. Auch wenn eine gute Wanderkarte unabdingbar notwendig ist, um den großen Überblick über die Tour zu behalten, auch wenn GPS-Geräte natürlich als hochtechnische Geräte ausfallen können und dann der Umgang mit Karte und Kompass unerläßlich ist: GPS-Geräte sind extrem robust und führen Sie sicher ins Ziel, bei Nebel und bei Dunkelheit. Sie können sich nicht mehr verlaufen, Sie kennen immer die genaue Position und wenn Sie die Tour gut geplant haben, finden Sie das Ziel, die Alpenhütte, auch bei Sichtweiten unter zwei Metern relativ sicher. Ein gutes GPS-Gerät mit einer guten Karte bietet somit ein Maximum an Orientierung und auch an Sicherheit. Es lohnt sich also, sich mit diesem Thema zu befassen, auch wenn man in vermeintlich sicheren Gebieten unterwegs ist, denn plötzlicher Nebel kann auch dort auftreten. Hat man dann einmal die Orientierung verloren, kann es brenzlig werden. Das GPS-Gerät aber sagt vollkommen wetterunabhängig immer genau, wann es rechts oder links abgeht, man kann den korrekten Weg nicht mehr verlieren.
Sie benötigen ein modernes Outdoor-GPS-Gerät, das Angebot hat in den letzten beiden Jahren erheblich zugenommen, geeignete Geräte gibt es im Handel ab etwa 250 Euro. Auch viele Smartphones besitzen heute einen GPS-Empfänger, sind allerdings zum Wandern meist nicht geeignet. Für Smartphones steht nur beschränkt geeignetes Kartenmaterial zur Verfügung, die Geräte sind auch nicht stoßfest, nicht wasserdicht und die Spezialakkus dieser Handys sind im allgemeinen sehr schnell leer, so daß der Wanderer nach kurzer Zeit ohne GPS-Unterstützung in der Landschaft steht. Nehmen Sie Ihr Smartphone, werfen Sie es in ein 20 Meter entfernte Pfütze … ein Outdoor-GPS-Gerät hätte das überlebt. Die GPS-Empfänger der Smartphones sind oftmals deutlich weniger empfangsstark als die der GPS-Geräte. Ein wirkliches Outdoor-GPS-Gerät überlebt auch tiefe Stürze unbeschadet, ist absolut wasserdicht und ist mit normalen Batterien bzw. entsprechende Akkus einsatzfähig, die auf der Tour einfach ausgetauscht werden können, so daß Sie hiermit problemlos tage- oder wochenlang unterwegs sein können, denn passende Batterien bekommen Sie auch in einem Laden mitten in Afrika.
Wie soll ein geeignetes GPS-Gerät beschaffen sein ? Wozu soll es genutzt werden ? Wanderer wählen lieber ein kleines, handliches Gerät, während Mountainbiker vorzuweise ein Gerät mit einem größeren und blendfreien Display benutzen. Wichtig ist auch die Lage der Funktionstasten, lassen sie sich auch einfach drücken, wenn das Gerät am Fahrradlenker montiert ist oder ist die Handhabung auf Einhand-Seitenbedienung ausgelegt ? Oder doch lieber ein GPS-Gerät mit Touchscreen, das eine leichtere und intuitivere Steuerung ermöglicht, sich aber mit kalten Fingern und Handschuhen kaum bedienen läßt ?
Ganz wichtig ist das Kartenmaterial. Für Deutschland ist das kein Problem, da bietet jeder Hersteller Kartenmaterial im Maßstab 1:25.000 an, aber fahren Sie öfters ins Ausland? Das beste GPS-Gerät nutzt nichts, wenn Sie für Ihren Urlaub kein Kartenmaterial bekommen können. Kartenmaterial ist nicht billig, so kostet die Deutschlandkarte 1:25.000 bei allen Herstellern etwa 200 Euro. Oftmals allerdings lassen sich im Internet kostenlose Karten herunter laden, allerdings nicht für alle Länder und nicht immer in der gewünschten Qualität. So sind bspw. die kostenlosen Karten des Projektes Openstreetmaps für Deutschland meist hervorragend und besser als Karten, die auf den Daten der Vermessungsbehörden beruhen, für manche Regionen sind sie nur bedingt nicht zu gebrauchen, weil der Datenbestand (=Wegenetz) noch unzureichend ist. Auch ist die Installation dieser kostenlosen Karten nicht immer so einfach, wie es Ihnen der Händler vielleicht beschreibt, ein gewisses Maß an Kenntnis ist schon erforderlich.

Orientierung mit GPS-Gerät
Orientierung mit dem GPS-Gerät

Haben Sie ein GPS-Gerät und die geeignete Karte für die gewünschte Region, haben Sie immer noch keinen einzigen Wanderweg. Karten der neuesten Generation sind „autoroutingfähig“, d.h., wie bei der doch anders gearteten KFZ-Navigation tippen Sie den Zielpunkt Ihrer Tour ein und das GPS-Gerät berechnet den Weg vollkommen automatisch auch auf Wanderwegen und kleinen Pfaden für Wanderer, auf fahrradgeeigneten Wegen für Tourenradfahrer. Hier wird allerdings nicht immer die optimale Route berechnet, der kürzeste Weg ist nicht immer der schönste! Da ist es besser, vor der Tour den schönsten Weg am PC auf einer digitalen Karte selbst zu planen und dabei Rastplätze, Aussichtspunkte, idyllische Wege an Bachufern, Wege über den Grat sowie Einstiege in Klettersteige und ähnliches zu berücksichtigen. Auf den Internetseiten von Fremdenverkehrsämtern, Wandervereinen oder in Outdoorforen finden sich bestens ausgearbeitete und beschriebene Wanderrouten und Klettersteige mit allen touristischen Informationen, deren genauer Verlauf sich als „Track“ – so heißt ein navigierbarer Weg für das GPS-Gerät – herunterladen und sich ins GPS-Gerät einspielen läßt. Immer mehr Verlage gehen dazu über, zu den Beschreibungen in ihren Wanderführern einen entsprechenden Track des Wanderweges für das GPS-Gerät anzubieten, der sich nach dem Kauf des Führers aus dem Internet in das GPS-Gerät herunterladen läßt. Ein Verirren ist dann nicht mehr möglich, in der einen Hand haben Sie den Wanderführer mit der Beschreibung der Tour, in der anderen Hand Ihr GPS-Gerät, das Sie so genau leitet, das Sie Ihren Weg auch noch bei absoluter Dunkelheit sicher finden werden.

Mit dem GPS-Gerät unterwegs in den französischen Alpen
Mit dem GPS-Gerät unterwegs in den französischen Alpen

Allerdings, der Umgang mit dem GPS-Gerät ist nicht ganz so einfach. Bevor Sie auf große Tour gehen, machen Sie sich mit dem Gerät vertraut, machen Sie Probetouren in bekannter Umgebung, speichern Sie Ziele, die sie kennen und versuchen Sie diese sicher zu erreichen.
Aber wenn Sie mit Ihrem GPS-Gerät vertraut sind, ist es ein wunderbarer Wegbegleiter. Sie finden immer Ihren Weg, egal ob bei Sonnenschein im Königsforst oder bei Nacht im Siebengebirge. Sie finden auch noch bei Dunkelheit die Alpenhütte auf der Sie übernachten wollen und auch in der Sahara finden Sie sicher die Oase, die Ihr Überleben sichert.

Hoch oben über dem Rheintal : die Erpeler Ley

Das ist doch mal eine herrliche Wandertour. Gigantische Aussicht über das Rheintal, für die Pause eine Restaurant auf der Erpeler Ley, kleine Pfade, durch Weingärten und vorbei an der gewaltigsten Basaltformation des Rheintales.

Rheintal-Panorama von der Erpeler Ley

Streckenbeschreibung
Die Tour beginnt direkt zünftig mit dem Aufstieg zur Erpeler Ley, die grandiose Aussicht von hier oben lässt sich so zu Beginn und zum Ende der Tour genießen. Über Orsberg führt der Weg zum Stuxberg und dann herab ins Rheintal, vorbei an schönen devonischen Gesteinsformationen. Kurz vor Ende stehen wir inmitten der Basalte der Erpeler Ley.

Streckenlänge : 10,8 km
Wanderzeit : 4 Stunden
Startpunkt : Bahnhof Erpel
Schwierigkeitsgrad : mittelschwer

ÖPNV
Mit der Regionalbahn über Bonn-Beuel nach Erpel.

Wir verlassen den kleinen Bahnhof Erpel und überqueren die schon vom Bahnhof aus sichtbare Brücke über die Eisenbahn, sehen direkt gegenüber ein Heiligenhäuschen, gehen links daran vorbei in die Erpeler Ley Strasse, die nach einer Wiese rechts abknickt. Bald zweigt nach rechts der gut ausgeschilderte Wanderweg hoch zur Erpeler Ley ab, da oben wollen wir hin.
Zunächst erkennen wir auf dem Boden des Weges immer wieder gut geschichtete Sandsteine und Schiefertone, je weiter wir nach oben kommen nehmen Basaltbrocken an Häufigkeit zu.
Plötzlich verlassen wir die Bäume, links neben uns liegt das Restaurant auf der Erpeler Ley, aber wir gehen gerade aus zum großen Kreuz und genießen den wunderbaren Ausblick auf das Rheintal, auf die Osteifel, die unter uns liegende Brücke von Remagen und die Apollinariskirche auf der anderen Seite des Rheins. Nach links blicken wir Richtung Linz ins immer enger werdende Mittelrheintal. An einer Wegekreuzung biegen wir nach rechts vom Rheinsteig ab und gehen auf dem geteerten Fahrweg weiter Richtung Stuxberg.

Immer weiter folgen wir dem Weg, der nun deutlich hangabwärts führt, vorbei am Haus der Familie Schumacher, bis wir fast an der Strasse im Tal sind. Vorher jedoch folgen wir dem Wegweiser zum Aussichtspunkt Stux und erreichen über einen kleinen Pfad die Stuxhöhe, einen Aussichtspunkt über das Rheintal mit gemütlicher Liegebank. Wir blicken auf den Rhein, auf die Apollinariskirche, das gelbe Schloß Marienfels auf Sandsteinklippen stehend, direkt gegenüber schaut Haus Ernich aus dem Wald hervor.

Aussichtsbank auf dem Stuxberg
Wieder zurück vom Aussichtspunkt auf dem Wanderweg machen wir uns hinab ins Rheintal, halten uns links, wählen einen schmalen Durchgang durch die Hecken mit Holzstufen, gelb markiert als Rheinsteig-Zuweg. Der Weg führt uns über gut geschichtete unterdevonische Schiefergesteine. An der Straße biegen wir links ab am Stuxhof vorbei.
Wer aber Stärkung braucht, kann über etwas baufällig wirkende Fußgängerbrücke die Bundesstrasse überqueren und im Schnellimbiß gegenüber etwas zu essen und zu trinken finden.
Hinter dem Stuxhof jedoch folgen wir dem Weg zwischen Kita und Grillhütte durch die Weinberge und betrachten immer wieder die imposanten Sandsteine des Devonzeitalters, die den Stuxberg bilden. Steil stehen hier die Sandsteine der Siegener Schichten, die dem Erdzeitalter Unteres Devon angehören und etwa 400 Millionen Jahre alt sind. Die gesamte lange Wand hinter den Weinbergen ist eine Faltenstruktur.
Sedimente, so hart sie auch sein mögen, können durch tektonische Bewegungen zerbrochen, aber in langen Zeiträumen auch gefaltet werden. Das ist so als schiebt man ein Tischtusch zusammen, manche Falten gehen nach unten, das sind in der Geologie die Mulden, manche Falten gehen nach oben, das sind die Sättel. Manchmal kippt eine Falte auch um, dann spricht man von einer überkippten Falte. Genau das ist hier geschehen, wir stehen an der Falte von Unkel. Nach Norden hin ist die große Falte überkippt, man sieht sehr steil stehenden Schichten, nach Süden läuft sie sanft aus. Vor dieser Wanderung empfiehlt sich dementsprechend der Tischdeckenversuch, im Gelände versuchen wir, diese Strukturen wieder zu erkennen. Wir schauen uns diese Gesteine genauer an und werden sie als Sandsteine identifizieren. Manche Partien sind feineren Korns, sie werden tonig. Häufig sind Fossilien darin zu finden, diese kleinen runden Scheibchen, die Seelilienstielglieder.

In den Weinbergen von Unkel
Direkt vor Burg Vilzelt biegen wir links ab Richtung Wald, gehen durch ein Gatter und folgen dem Pfad hangaufwärts.
Nach kurzen trifft von links wieder der Rheinsteig auf unseren Weg, wir folgen ihm ein Stück nach rechts, verlassen ihn aber an der ersten Möglichkeit nach links und folgen diesem Weg hangaufwärts. Nach etwa 350 Metern sehen wir im Wald Überreste eines Seilbahnständers. Auf der Hochebene wurde einst Ton abgebaut, der mit einer Seilbahn ins Tal zu den Tonwerken Erpel gebracht wurde.

Oben erreichen wir eine asphaltierte Strasse, auf der wir schon auf der Hintour entlang gewandert sind, biegen nach rechts ab und folgen ihr bis zu den Häusern von Orsberg. Dort rechts in die Orsberger Straße und nach 150 Metern links der Rheinsteig-Markierung folgen. Rechts dieses Weges erkennen wir ehemalige Braunkohlegruben. Im 19.Jahrhundert wurden hier geringmächtige Flöze eine feinschichtigen Algenblätterkohle abgebaut, die zur Energiegewinnung für die Dampfmaschinen in den Steinbrüchen und Tongruben verwendet wurde. Etwa 25 Millionen Jahre ist es her, als sich hier in einem subtropischen See Algen und anderen Pflanzen ablagerten und die Braunkohle bildeten. Auch Fossilien wurden in diesen Ablagerungen gefunden, neben vielen Pflanzenfossilien auch ein Riesenfrosch.
Kurz hinter den Gruben erreichen wir wieder den geteerten Fahrweg, überqueren ihn und gehen die Strasse geradeaus, um dann an der ersten Möglichkeit nach rechts in den Wald abzubiegen. Dem Weg folgen wir etwa 500 Meter, bis er sich nach links und rechts gabelt. Links ab könnten wir jetzt einen Abstecher zur Steffens-Brauerei machen (beschrieben in Tour 10) sonst gehen wir rechts ab, bis wir wieder auf dem Rheinsteig sind, dem wir dann eine Weile folgen. Nicht nach rechts zur Erpeler Ley abbiegen, sondern rechts halten Kasbach. Natürlich wollen wir zur Erpeler Ley, aber nicht wieder oben aufs Plateau, sondern wir wollen die Ley von unten ansehen und die grandiosen Basaltstrukturen kennen lernen, die diesen Berg so faszinierend machen. Sobald wir in der Ortschaft Kasbach sind, gehen wir auf der Strasse durch den Ort Richtung Rhein, biegen aber vor der Eisenbahnunterführung nach rechts auf den markierten Radfahrweg ab, der uns direkt an den Fuß der gewaltigen Basaltfelsen führt.

Basalte der Erpeler Ley
Die Erpeler Ley war einst ein rundlicher Vulkanschlot von etwa 400 Metern Durchmesser, das Gestein nennt sich Nephelin-Basanit und ist ein basaltisches Gestein. Ganz wunderbar sind die Basaltsäulen, die die Lava im Zuge Ihrer Abkühlung gebildet hat, selten sie man so schön ausgebildete Sälen auf derart großer Fläche. Wir wandern direkt unterhalb des gewaltigen Felsens entlang und entdecken von allen Seiten immer wieder neue Strukturen, Basaltsäulen, die sich auffächern, die nach rechts und links abdrehen, die scheinbar übereinander fließen. In die devonischen Sedimente, in die Sandsteine und Schiefer drang einst die Lava ein, aber nicht einmal, sondern wiederholt, quetschte sich in den Schlot, füllte neue Spalten und kühlte natürlich in andere Richtungen ab als die bereits vorhandene Lava. So bildeten sich Säulen, die in andere Richtungen zeigen.

Brücke von Remagen-1000
Diese Stelle ist nicht nur erdgeschichtlich interessant , sondern auch geschichtlich von größter Bedeutung. Hier an den Basalten der Erpeler Ley stehen wir direkt an der Brücke von Remagen. Die einstige Ludendorf Brücke überspann hier einst den Rhein. Zum Ende des zweiten Weltkrieges zog sich die deutsche Wehrmacht über den Rhein zurück und wollte diese Brücke sprengen, was mißlang. Verwundert standen die amerikanischen Truppen vor einer intakten Rheinbrücke, konnten den Rhein einfach überqueren und einen Brückenkopf rechts des Rheins errichten. Das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung Deutschlands wurde an der Erpeler Ley erheblich beschleunigt.

Den Wein der Untergrundkämfer vom Drachenfels

Die Weine des Siebengebirges. Sie sind rar, da es nur kleine Anbauflächen gibt. Sie sind kaum im Handel,in Kölner Weinhandlungen fragt man vergeblich. Aber wer sie trinkt, liebt sie. Seit Jahrhunderten wird im Siebengbeirge Wein angebaut, die Mönche von Heisterbach brachten diese Kunst einst hierher. Von den einst etlichen Weingüter im Siebengebirge haben immer mehr aufgegeben, nur noch drei Weingüter existieren derzeit und eines der letzten wollte die Bezirksregierung Köln im vergangenen Jahr der Vernichtung anheim geben.
Das Weingut Pieper, direkt am Fuße des Drachenfelses gelegen, ein Traum von einem Weingut. Da sitzt man im Haus Drachenloch am Sommerabend, es ist wie in der Toskana, um das gelbe Haus blühen Oleander, Trompetenblumen und Bourgainvillen, direkt am Fuße des Drachenfelsen, der von der warmen untergehenden Sommersonne beleuchtet wird. Die alte Chefin, Ursula Pieper, aufgewachsen am Drachenfels, serviert köstlichen Riesling und erzählt Geschichten aus längst vergangenen Tagen.

Weinberge Pieper-3-1000

2013 drohten vom Drachenfels Felsbrocken herab zu stürzen. Nach einem Gutachten des geologischen Dienstes sperrte die Bezirksregierung NRW die pieperschen Weinberge für die Mitarbeiter, die Weinlese war in Gefahr, die Ernte drohte auszufallen … der Ruin stand für den Winzer Pieper vor der Tür. Keine Rede mehr davon, das seinerzeit diese Weinberge extra neu anlegt wurden, weil der Wein ja Kulturgut des Siebengbebirges war, Winzer wurden gesucht, die Bezirksregierung förderte es und wollte es. Jetzt stand der Winzer Pieper alleine da und schuld war nach offizieller Lesart bestenfalls noch der kleine Naturschutzverein „VVS – Verschönerungsverein des Siebengebirges“, dem der Drachenfels offiziell gehört. Dieser kleine Verein, der mit viel ehrenamtlicher Tätigkeit das Naturschutzgebiet Siebengbeirge betreut, sollte nun gewaltige finanzielle Lasten tragen, um den Drachenfels zu sichern, was natürlich fern der Realität war. Fassungslosigkeit gegenüber Verwaltung und Politikern macht sich breit.

Bericht im Bonner Generalanzeiger

Doch die die Rettung nahte Nachts, eine Heinzelmännchenarmee, von der bis heute niemand so recht weiß, woher sie kam, wer Cuvee Guerillaihr angehörte, schwärmte des Nachts durch die Weinberge und las die Trauben. Es waren Menschen, die wußten, das die Wahrscheinlichkeit eines Felssturzes derart minimal war, das sie dort auch gezeltet hätten … sie retten den Wein, sie retten den Winzer und aus ihrem edlen Tun entstand ein ganz besonderer Wein : Cuvée guerilla.

 

Es lohnt sich, zum Drachenfels zu fahren und Wein zu genießen, nach einer Wanderung durch die Weinberge unten zu sitzen, im Weingut am Domstein oder im haus Drachenloch und bei einem Glas Cuvée Trachyt oder Drachenblut die Sonne auf dem Felsen untergehen zu sehen.

Und hier sind die Infos

 

 

Weinberge Pieper-04-1000Burgruine Drachenfels - 1-1000

Steine in der Stadt – Eine geologische Exkursion durch die Kölner City

GeoExkursionen haben viele Reize … die Geologie, die Gesteine, die Natur, Wanderungen durch wilde Landschaften.
Vulkane, urige alte Steinbrüche, Gipfel, Felsen und steile Wände.

Aber um sich mit der Geologie der Rheinlande, Deutschlands und dem Rest der Welt zu beschäftigen, müßt Ihr gar nicht in die Eifel oder nach Hawaii. Es reicht ein Spaziergang durch die City egal welcher Stadt, alte Häuser muss es geben, an den Gesteine der Region verbaut wurden oder Fassaden aus Naturstein an Neubauten.

Basaltsäulen in der Kirche St.Maria im Kapitol - Reste eines einst Lavastromes
Basaltsäulen in der Kirche St.Maria im Kapitol – Reste eines einst Lavastromes

Neubausiedlungen aus Beton sind für eine solche Exkursion aber nicht geeignet.

Habt Ihr Euch schon einmal Gedanken über die Gesteine gemacht, aus denen die Kölner Häuser bestehen ? Oder mit denen Wege und Straßen gepflastert sind ? So ein Gesteinsbrocken in einer Mauer erzählt eine ganze Geschichte. Über die Entstehung des Gesteins in einem Vulkan oder in einem vorzeitlichen Meer. Die Geschichte seines Abbaus und die Bergbaugeschichte dieser Region. Die Romanischen Kirchen Kölns erzählen von der Entstehung des Siebengebirges in einem vulkanischen Inferno vor 25 Millionen Jahren. Und sie geben Zeugnis von gewaltigen Vulkanausbrüchen im Laacher See Gebiet in den letzten hunderttausenden von Jahren.

360 Millionen Jahre alte Fossilien auf dem Rudolfplatz
360 Millionen Jahre alte Fossilien auf dem Rudolfplatz
Alles voller Juraschnecken an einem haus auf dem Hohenstaufenring
Alles voller Juraschnecken an einem haus auf dem Hohenstaufenring

Andere Häuser haben in ihren Fassaden herrliche Fossilien und berichten vom Leben in den Meeren vor hunderten von Jahrmillionen. Schaut Euch die Gesteine einmal genau an, wenn Ihr das nächste Mal durch die City wandert.

 

Wie entsteht bloss ein solches Trümmergestein ?
Wie entsteht bloss ein solches Trümmergestein ?

Vielleicht reizt Euch auch meine GeoExkursion „Steine in der Stadt“ in der Kölner City oder in Köln-Sülz ?

 

 

Die Basalte des Meerberges

… und schon wieder im Kasbachtal bei Linz, der Meerberg reizt mich doch sehr. Neben einer ausgeprochen schönen Wanderung bot sich vor allem der Meerberg mit seinem alten Basaltwerk dar, ein fotografisch reizvoller Lost Place.

Meerbergkuppe
Blick auf die seltsame Kuppe des Meerberges, der die Landschaft überragt
Wegweiser
hinauf zum Meerberg vom Kasbachtal aus

Gestartet bin ich wieder an der Brauerei im Kasbachtal, zweifelsohne später ein empfehlenswerter Endpunkt für die Tour. Bei strahlendem Sonnenschein an dem gestern bisher wärmsten Tag des Jahres 2014 geht es zunächst durch das wunderschöne Kasbachtal und schattigen hohen Buchenwald. Nach einer Weile zweigt nach rechts der Wanderweg zum Meerberg ab.Ich gehe zunächst eine Weile ordentlich bergauf, gut das es noch so schattig ist im Wald. Oben auf dem Berg öffnet sich der Wald und vorbei an gelbblühenden Ginstern und weiß blühenden Brombeerhecken durch bald verblühte Rapsfelder, fällt bald der Blick auf die seltsam abgehackte Kuppe des Meerberges, der die Landschaft überragt.

Der Meerberg ist ein alter Basaltabbau. Auch hier drang vor Jahrmillionen Magma auf, blieb kurz unter der Erdoberfläche stecken und erkaltete, ein Basaltkörper entstand, der später von der Verwitterung freigelegt wurde. Viel ist davon nicht mehr übrig, das meiste wurde als Baumaterial abgebaut, der Steinbruch wieder verfüllt. Der Wanderweg führt genau durch den Steinbruch, zunächst erreiche ich ein altertümlich anmutendes Gebäude der Elektrizitätswerke Rheinbreitbach, oberhalb schaut schon das alte stillgelegte Basaltwerk des Meerberges auf. Noch ein bißchen den Waldweg entlang und schon bin ich mittendrin. Basalt wird hier schon lange nicht mehr abgebaut, aber immer wieder donnern doch noch LKW auf der dahinter gelegenen Strasse vorbei, die zum banachbarten Minderberg wollen. Auch dieser dient jetzt als Erdabraumdeponie.

Das Stahlmonstrum des Basaltwerkes verdient in jedem Fall eine nähere Betrachtung, Fotoapparat nicht vergessen! Ich gehe dann  um das Werk herum und vor mir liegt diese seltsame Basaltkuppe, ein paar interessante Basaltstrukturen zeigen sich in der Wand. Eine Fülle bunter Blumen blüht, Insekten brummen herum. Zur anderen Seite ein herrlicher Ausblick auf des Siebengebirge : Drachenfels, Wolkenburg, Löwenburg, Ölberg.

Herrlicher Ausblick auf das Siebengebirge vom Meerberg aus

Der weitere Weg zeigt sich dann als vollkommen entspannt. Immer abwärts, zunächst durch einen Kiefernwald, als ich den bei Obererl verlasse, staue ich nicht schlecht. Was ein Panorama ! Die gesamte Eifel breitet sich am Horizont aus, am rechten Horizont ist noch das Radom von Wachtberg zu sehen.

Durch bunt blühende Wiesen führt der Weg abwärts, solche Wiesen kennt man als Städter kaum noch. Nach einer Weile biege ich rechts ab Richtung Kasbachtal und komme dort wieder in den schattigen Wald. Nicht schlecht, denn mein Trinkwasser ist längst ausgetrunken und es ist doch ziemlich heiß geworden. Aber nun, im Kasbachtal am Bach angekommen, den bereits bekannten Weg ein Stück zurück und dann gönne ich mir endlich ein großes Radler in der Brauerei.

Meerberg-2014-05-0321-1000

Märchenhaftes Kasbachtal bei Linz am Rhein

Gestern machten wir uns auf in Kasbachtal, das von Kasbach am Rhein – einem kleinen Ort neben Linz – auf dem Rheinsteig hinauf nach Vettelschoss führt.
Wir parkten das Auto an der Steffen-Brauerei oberhalb von Kasbach-Ohlenberg, mitten im Wald. Der Weg dorthin ist leicht zu finden, schon auf der B 42 unten am Rhein ist die Brauerei ausgeschildert, es geht in die Kasbachtalstrasse hinein. Ein gar nicht so schlechter Startpunkt, die Tour beginnt mitten im Wald in der Natur und bei der Rückkehr lässt es sich dort direkt zur Erholung einkehren.

Um es vorweg zu nehmen, wir wollten einen Rundweg machen, den Wanderweg durchs Kasbachtal hinauf und dann über den Meerberg wieder hinab, aber diesen Weg gibt es nicht. Ganz oben am Forsthaus in Kahlenborn angekommen, mußten wir uns über die Hauptstrasse mit vielen LKW quälen, dann durch eine Steinbruchgelände im Abbau, in dem uns auch alle paar Minuten ein LKW an den Wegesrand zwang. Nur hin und zurück ist möglich.

Aber dennoch ist die Tour eine Empfehlung wert, es gibt nämlich die Kasbachtalbahn. Sie fährt Freitag bis Sonntag von Linz hinauf nach Kalenborn mit einem Zwischenstopp an der Brauerei Steffen, ab Mai bis in den Herbst fährt die Bahn auch Mittwochs. Den Fahrplan findet Ihr im Internet            Fahrplan der Kasbachtalbahn

So hat jeder Wahl, geht er bergauf oder bergab. Mit der Bahn nach oben und wieder hinab laufen, oder hinauf laufen und mit der Bahn wieder runter. In jedem Fall führt ein wunderschönen Wanderweg, etwa 8 km lang, durch das Kasbachtal, über große Strecken führt der Rheinsteig dort entlang. Fast immer läuft der Weg neben dem Bach her, ein romantisches Tal, öfters tiefer eingeschnitten mit steilen Felsformationen an der Seite, immer plätschert der Bach munter.

Kasbach-1000

Meist wandern wir durch hohen Buchenwald, dessen frisches Grün gerade jetzt im Frühling einer wirkliche Erholung für die Seele darstellt. Immer wieder kreuzt der Weg die Eisenbahntrasse der Kasbachtalbahn, durch Unterführungen aus Natursteinen geht es auf die andere Seite der Bahnlinie. Leider fährt der Zug noch nicht, sonst hätte er uns sicherlich mal überholt.

Mauer einer Eisenbahnunterführung
Mauer einer Eisenbahnunterführung

Der Bach windet sich und gurgelt, wir passieren eine Rastplatz mit Schutzhütte, aber so lange sind wir noch unterwegs, das wir schon wieder Pause machen wollen. Irgendwann zweigt der Wanderweg LZ14 Richtung Meerberg ab, dies wäre die Möglichkeit eines Rundweges am Meerberg vorbei, aber wir wollen das Kasbachtal komplett durchwandern. Also gehen wir weiter, immer wieder bewundern wir die Felsformationen am Wegensrand, Sandsteine aus dem Erdzeitalter Devon, die uns zeigen, das hier von 400 Millioenen Jahren ein Meer war. Wir schauen auch nach Fossilien in den Sedimentgesteinen, können aber keine finden.

Später überqueren wir den Bach auf einer Brücke, danach geht es etwas steiler einen Pfad hinauf. Es fällt auf, das hier auf einmal Basaltbrocken herum liegen, ein deutliches Zeichen, das wir an den Abhängen des Meerberges entlang gehen, der Meerberg schließlich ist eine Basaltkuppe.

Nachdem wir eine Wiese passiert haben, treten wir mitten im Wald in eine seltsame Allee aus Buchen ein. Schnurgerade führt sie bis zu einer Brücke, über die unser Weg geht, die Allee aber biegt nach links aub und führt den Hang hinunter. Diese Strasse zeugt von einem ehemaligen Bergbaugebiet an dieser Stelle, hier wurden früher Kupfererze abgebaut, wir sind im Bereich der alten Grube Clemenslust.

Mitten im Wald ... eine Buchenallee
Mitten im Wald … eine Buchenallee

Immer wieder erfreuen wir uns an dem naturbelassenen Bachbett und seiner Umgebung, umgefallene Baumstämme, die alt und bemoost quer über dem Bach liegen, kleine Wasserfälle, Baumstümpfe, auf denen Farne wachsen, überall wachsen Blumen und Kräuter, der Ginster blüht.

Fazit : auch für Wanderer, die mal nicht so viel wandern wollen, eine sehr empfehlenswerte Ausflugsidee, die Zugfahrt begeistert Technikfans und im Wald ist es auch am heißesten Sommer angenehm schattig.

 

Brauerei-1000

… und zum Ende lockt die Brauerei mit großem Biergarten und deftiger Küche.

Apfelblüte auf den Wachtberger Streuobstwiesen

Ein bisschen früh ist der Frühling in diesem Jahr, aber was soll es, umso schöner für die, die gerne in der Landschaft unterwegs sind. Und das bin ich zweifelsohne … also auf ins Drachenfelser Ländchen, wo in diesen Tagen die Apfelblüte ganz besonders schön ist.
Neben dem „Alten Land“ bei Hamburg und der Obstanbauregion am Bodensee ist der Raum rund um Meckenheim und Wachtberg die größte deutsche Apfel-Anbauregion. Riesige Felder sind mit Apfelbäumen bestanden und gerade jetzt blühen sie, ein wunderbarer Anblick vor dem blauen Himmel.

Viele Obstbaum-Plantagen sind mit kleinwüchsigen Apfelbäumen in Reihe und Glied bestanden, praktisch für die Ernte durch den Landwirt. So richtig schön sind sie aber nicht. Viel reizvoller und uriger sind die Streuobstwiesen mit ihrem oft alten Baumbestand, mit krummgewachsenen Bäumen, von denen jeder seinen eigenen Charakter hat. Dort wachsen alte Apfelsorten, die viele Menschen gar nicht mehr kennen, weil sie nicht im großen Rahmen angebaut werden, die aber ausgesprochen wohlschmeckend sind.  Die Streuobstwiesen sind aber auch ökologisch von großer Bedeutung, sie bieten Wohnraum für viele Vogel- und Insektenarten.

Deshalb bin ich direkt ein paar Stunden lang durch die Streuobstwiesenlandschaft spaziert und habe die Speicherkarte meiner Spiegelreflexkamera gefüllt. Schöne Streuobstwiesen gibt es im Raume Wachtberg bspw. auf dem Dächelsberg bei Wachtberg-Oberbachem und im Züllighovener Tal bei Wachtberg-Züllighoven.

Mehr Informationen findet Ihr auf den Internetseiten des Wachtberger Vereins zur Pflege der Streuobstwiesen

www.streuobst-wachtberg.de/

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