Sonnenaufgang in der Wahner Heide

Die Wahner Heide, rund um den Köln-Bonner Flughafen gelegen. Ehemals Militärübungsplatz der Belgischen Armee, seit diese abgezogen ist, ist die Wahner Heide Naturschutzgebiet.
Eine wunderschöne Heidelandschaft, die an die Lüneburger Heide erinnert, nur eben viel kleiner. Aber dennoch hat die Wahner Heide ihre Reize. Sie ist teilweise noch auf dem Kölner Stadtgebiet gelegen und somit für Kölner mit der KVB-Linie 9 erreichbar.  Direkt nebenan gibt es das Autobahnkreuz Flughafen, auch mit dem Auto ist man schnell dort. Und wer von weither kommt, kann mittendrin mit dem Jet landen.

Der Funkmast auf dem telegrafenberg

Der Funkmast auf dem telegrafenberg

Zugegeben, das klingt alles nicht nach einem romantischen Naturschutzgebiet, aber dennoch läßt es sich insbesondere unter der Woche in der Wahner Heide einsam herum wandern, eine Vielzahl Pflanzen und Tiere läßt sich beobachten. Heidelandschaft mit eiszeitlichen Sanddünen, sumpfigen Birkenwald, Moor mit Wollgras. Rotwild, Rehwild, Schlangen und Eidechsen, Vögel und Insekten. Auf den Weiden im Geisterbusch grasen Esel, Ziegenherden, Glanrinder und sogar eine Herde asiatischer Wasserbüffel. Natürlich gibt es auch eine Schafherde, die dafür sorgt, das die Heide nicht verbuscht und letztendlich zum Wald wird.

Besonders reizvoll ist die Wahner Heide im Sonnenaufgang, da gestern herrliches Wetter war und die Sonnenaufgänge derzeit recht spät sind, ist auch das frühe Aufstehen kein Problem. So war ich denn längst vor Sonnenaufgang am Heidekönig, bin von dort in die nahegelegenen Sanddünen gewandert und habe gewartet, das sich der Sonnenball über den Horizont schiebt.

Es waren kaum Wolken am Himmel, deshalb gab es leider keine Fotos mit spektakulärem Himmel, aber dennoch : wenn sich die Sonne über die Bäume schiebt und die Heide in ein goldgelbes Licht taucht, ist es ein grandioser Anblick. Noch schöner – aber ein bißchen kälter – ist es, wenn richtiger Winter herrscht und die Heide vom Rauhreif überzogen ist, ein spektakuläres Erlebnis.

Also : mal morgens früh raus aus dem Bett, Skiunterwäsche etc., an, heißen Tee und ab in die Wahner Heide. Ansonsten geht das auch im Sommer, wenn es warm ist, allerdings: dann sind die Sonnenaufgänge schon des Morgens um vier Uhr.

Vielleicht sehen wir uns auf den Dünen ?

Wie kommt man hin : mit ÖPNV gar nicht, mit dem Auto auf dem Mauspfad zum Forsthaus Telefraf/ Heidekönig und von dort auf dem ausgewiesenen Weg in die Heide hinein. Immer geradeaus, etwas einen Kilometer und schon steht Ihr in den Sanddünen der Wahner Heide.

Natürlich lohnt sich danach eine schöne Wanderung Richtung Fliegenberg.

Der grandiose Herbst nimmt kein Ende : noch mal ins Siebengebirge

Was für ein Wetter, was für ein Herbst. Strahlend blauer Himmel, gelbe und rote Wälder … das Siebengebirge zeigte sich vorgestern von seiner allerschönsten Seite.

Stenzelberg

Stenzelberg

Ich konnte nicht widerstehen und habe ich einen Tag lang aufgemacht, um den Herbst rund um Stenzelberg und Nonnenstromberg zu bewundern und zu fotografieren. Ohne viele Kommentare will ich Euch ein paar schöne Fotos zeigen, lasst Euch von ihnen inspirieren und macht Euch schnell auf den Weg in die Herbstwälder.

 

 

Blick vom Drachenfels

Herrliche Herbsttage liegen hinter uns. Auch wenn es nun gerade mal kalt ist und die ersten Schneeflocken gefallen sind, wird der Herbst noch eine Weile andauern. Der Schnee wird wieder weg sein, die Sonne kommt wieder raus und die Bäume werden noch bunter, noch gelber und noch roter.

Macht Euch auf und genießt die Sonne, wenn Sie wieder scheint. Gerade das Siebengebirge mit seinen weiten Laubwäldern ist prädestiniert für herrliche Herbstwanderungen und wunderbare Panoramablicke auf bunte Herbstlandschaften. Aber auch die überall hervorsprießenden Pilze und das gelbe Laub im Detail bieten schöne Motive.

Tipps

  • Auf den Drachenfels und von dort den Ausblick über den glitzernden Rhein genießen. Abwärts Richtung Milchhäuschen und durch das Nachtigallental wieder zurück.
  • Von der Löwenburg gibt einen nahezu uneingeschränkten Rundumblick.
  • Morgens auf dem Ölberg, wenn die Täler noch im Nebel liegen, danach zum Einkehrhaus am Stenzelberg und dort in der Mittagssonne auf der Terrasse Kuchen essen.
 Blick vom Gipfel des Ölberges

Blick vom Gipfel des Ölberges

Herbst auf dem Rodderberg

Langsam wird der Oktober golden.
Der Stand der Sonne wird tiefer, sie strahlt gelbe und rote Blätter auf den Bäumen an, das Farbenspiel wird immer faszinierender.

Blick vom Rodderberg nach Bonn

Blick vom Rodderberg nach Bonn

Heute war ich auf dem Rodderberg, einem Vulkan bei Bonn-Mehlem. Ein etwas abseits gelegener Vulkan, blickt man auf die Landschaft ringsum. Gegenüber das Siebengebirge, ein 25 Millionen Jahre alter Vulkanismus. Ebenso im Drachenfelser Ländchen westlich von Mehlem. Der Wachtberg, der Dächelsberg, der Vulkan des Domsteinbruches bei Berkum … alle sind etwa 25 Millionen Jahre alt. Nur der Rodderberg ist ein junger Vulkan von etwa 300.000 Jahren. Er gehört nicht hier hin, er gehört grundsätzlich zum Vulkanismus der Osteifel, zu den Vulkanen rund um den Laacher See herum … ein etwas nördlich gelegener Ausrutscher.

Es ist lohnend, den Rodderberg zu dieser Jahreszeit zu umwandern. Von Bonn-Mehlen folgen wir der Strasse nach Niederbachem, hinter Mehlem zeigen die Wegweiser zum Rolandsbogen und Rodderberg. HagebutteDort oben gibt es Wanderparkplätze, von denen wir unsere Routen um den Rodderberg starten können. Die Wege sind nicht lang und nicht steil, aber es gibt grandiose Aussichten über das Siebengebirge, über Bonn und nach Westen hin über das Drachenfelser Ländchen.

Spektakulär ist natürlich der gegenüber gelegene Drachenfels, der in der gelben Vormittagssonne scheinbar seinen vulkanischen Ursprung offenbart.

auf dem Rodderberg

auf dem Rodderberg

Blick vom Rodderberg auf Bonn

Blick vom Rodderberg auf Bonn

Der Rodderberg … ein wunderbares Ziel für einen gemütlichen Wanderausflug mit herrlichen Panoramablicken über das Rheintal und über das Siebengebirge.

 

Eifler Wacholderheiden

Wacholderheiden – das sind kleine Gebiete oben auf den Bergen in der Eifel, in denen teils mächtige Wacholderbüsche auf kalkarmen, silikatischen Böden wachsen. In der Osteifel finden sich Wacholderheiden bei Langscheid, Arft, Volkesfeld, Langenfeld, Wabelsberg, etc.

Knorrige Wacholderbüsche prägen die Landschaft

Knorrige Wacholderbüsche prägen die Landschaft

Der nährstoffarme Boden in diesen Gebieten ließt keine andere landwirtschaftliche Nutzung als eine bescheidene Weidewirtschaft zu, also wurden Schafs- und Ziegenherden dort hinauf getrieben. Sie verbissen die Pflanzen, nur der stachelige Wachholder war nicht nach ihrem Geschmack und konnte sich deshalb besonders gut und groß entwickeln. Wacholderheiden -auch wenn sie unter Naturschutz stehen – sind deshalb eine Kulturlandschaft, deren Erhalt den Einsatz des Menschen bedarf. Regelmäßig müssen Schafsherden hindurch ziehen, um das Wachstum anderen Pflanzen zu unterbinden.

Den Wanderer erwarten wunderbare Landschaften. Kaum Bäume versperren hier oben den Ausblick, die Eifel liegt einem zu Füßen. Immer wieder ein Wacholderbusch, auch Heidekraut wächst hier oben, in alle Richtungen herrscht freier Ausblick. Neben dem Wacholder ist auch viel Ginster anzutreffen, im Frühjahr blüht er und taucht die Landschaft in ein sattes Gelb.

Wohin lohnt sich der Weg ? Ganz besonders schön sind die Traumpfade durch die Wacholderheiden, einerseits der Wacholderheidenweg bei Langscheid, er beginnt am Parkplatz neben der Wabelsberger Wacholderhütte, hier kann man sich nach der Tour direkt mit Kuchen oder Suppe belohnen. Kürzer, aber von den Aussichten her ebenso grandios ist der Volkesfelder Heidehimmel-Traumpfad , irgndwann stießen wir auf ein Hütte an einem Aussichtspunkt, neben der eine der für die Eifel mittlerweile typischen Wellenbänke stand. Fast zwei Stunden haben wir bei herrlichstem Sommerwetter auf dieser Bank gesessen und übers Land geschaut und konnten uns an der endlosen Aussicht kaum sattsehen.

Wellenbank

Urigen Wacholder, leuchend gelber Ginster und zwischendrin ab und zu einen knorrige Kiefer schaffen Motive, an denen im Frühling kein Maler vorbei gehen könnte. Aber auch im Sommer und Herbst reizt die Landschaft, die weiten Aussichten schaffen Gemälde der Wolken. Auch wenn die Wehe nicht allzu lang und die Höhenunterschiede moderat sind, sollte man sich Zeit nehmen für die Traumpfade. Die Ausblicke sind so wunderbar, man sollte sie lange genießen und lange Pausen einplanen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Burg Landskrone hoch über der Ahr

Endlich die ersten Frühlingstage, an denen wir auch ohne zu zittern mal hoch oben auf exponierten Gipfel stehen und die Landschaft genießen können. Warme Sonne lockt nach draußen und uns lockte es am vergangenen Sonntag auf die Landskrone hoch über Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Die Landskrone – ein markanter Berg am Eingang des Ahrtales – ist dieser Berg, den wir alle schon gesehen haben, wenn wir auf der Autobahn A 61 über das Ahrtal gefahren sind. Immer ins Auge fällt die weithin sichtbare weiße Kapelle über den Weinbergen, das darüber auf dem Gipfel noch eine mittelalterliche Burgruine steht, ahnt man von weitem nicht.

Diese Tour läßt sich auch gut mit ÖPNV planen, von Köln aus fährt die Regionalbahn nach Remagen, dort steigt man um in die Ahrtalbahn in Richtung Ahrbrück und fährt bis Bahnhof Heimersheim. Wer mit dem Auto kommt, findet am Bahnhof Heimersheim ebenfalls Parkplätze, das Navi möchte aber wissen, das der Bahnhof Heimersheim auf der Landskroner Strasse im Ort Bad Neuenahr liegt.

Steil geht es los, da kommt man schon mal etwas ins Pusten. Vom Bahnhof führt direkt auf der anderen Strassenseite der Weg durch die Weinberge hinauf in Richtung Landskrone. Oben in den Weinbergen folgen wir aber nicht dem grünen Wegweiser zur Landskrone, an der zweiten Feldwegkreuzung in den Weinbergen sind wir vom steilen Anstieg erlöst und gehen nach links durch die Weinberge. Um die Landskrone herum, bis wir in den Wald gelangen und dort nach rechts hangaufwärts ein kleiner, aber markierter Pfad in Richtung Kapelle führt. Achten wir auf diesem Weg auf den Untergrund: solange wir durch die Weinberge wandern, sehen wir als Gestein unter uns sandige Schiefer, das Gestein, auf dem der Winzer seinen Wein anpflanzt. Im Wald häufen sich die Basaltbrocken, die von oben herab gerollt sind : die Landkrone ist ein alter Basaltvulkan, an der Kapelle werden wir das spätestens erkennen.

Basaltbrocken werden immer häufiger

Basaltbrocken werden immer häufiger

 

Die Kapelle auf der Landskrone ist der erste Ort, der eine kleine Pause lohnt, den Ausblick über das Ahrtal sollten wir schon einen Moment genießen, vielleicht ist aus die Kapelle geöffnet.

Hinter der Kapelle sind wunderschöne Basaltsäulen zu sehen, erstarrte Lava, die zeigt, das die Landskrone vulkanischen Ursprungs ist.  Wir gehen vom Aussichtsplateau vor der Kapelle 50 Meter zurück, nach rechts oben zweigt der Pfad ab, der uns zur Burgruine führt.

Die Kapelle auf der Landskrone

Die Kapelle auf der Landskrone

Ein Highlight, hier sollte gepicknickt werden. Ein 360°-Rundumblick, der seinesgleichen sucht. Auf der einen Seite reicht der Blick weit über den Westerwald, im Norden steht das markante Radom von Wachtberg, im Süden stehen die Eifelvulkane und im Westen blicken wir scheinbar bis zur Quelle der Ahr. Egal ob morgens zum Sonnenaufgang, in der Mittagssonne oder des Abends zum Sonnenuntergang, der Aufstieg zur Burg Landskrone lohnt immer und auch wenn dunkle Wolken hier im Wind entlang ziehen, ist es ein imposanter Ausblick. Aber glücklicherweise hatten wir am Sonntag herrlichen Sonnenschein und weite Fernsicht.

Runter geht es vom Gipfel auf dem asphaltierten weg, immer geradeaus, an der grün-weißen Schranke folgen wir dem Wegweiser Richtung „Galgen“ und „Köhlerhof“. Am Waldrand stand dann auch tatsächlich einst ein Galgen, an dem böse Verbrecher baumelten, heute ist der Galgen durch ein Basaltkreuz ersetzt.  Exif_JPEG_PICTURE

Immer weiter geht es durch die Felder in Richtung Köhlerhof, einem alten Bauernhof mitten in der Landschaft. Hier gibt es Dinge zu sehen, über die das Herz lacht …. freilaufende Hühner, die wie wild über die Wiese rennen, ein Hahn steht nicht auf dem Mist, aber er sitzt auf dem Heuwagen mitten auf der Wiese, zwischen den Hühnern tummeln sich ein paar Schafe und Ziegen. Da öffnen sich hinter uns im Stall die Türen und eine Herde brauner Kühe kommt heraus. Milchkühe, Jungbullen und ein Kälbchen, man merkt ihnen an, wie sie freuen, ins Freie und in die Sonne zu kommen. Sie muhen laut durcheinander und manche springen ausgelassen auf der Wiese umher. So ein Leben wünscht man sich für jede Kuh, fernab von der Massentierhaltung. Am Köhlerhof steht an der Kreuzung ein Heiligenhäuschen, wir biegen nach recht ab Richtung Golfplatz.

Im Gelände des Golfplatzes, auf dessen Gelände sich noch die Häuser des alten Gutshofes finden, biegt hinter den Fischteichen die Straße nach rechts ab.  Diese Teiche habe es in sich. Große Trauerweiden lassen ihre lange Äste ins Wasser hängen, im Wasser ziehen große Karpfen ihre Runden und neben allerhand Enten und Wasserhühnern schwimmen weiße und auch ein Paar schwarze Schwäne herum.

Schwarzer Schwan auf den Fischteichen am Golfplatz Köhlerhof

Wir folgen dem Weg, am Ende des Golplatzes biegt die asphaltierte Strasse nach rechts ab, wir aber gehen geradeaus in den Feldweg hinein, es geht ein bißchen hangaufwärts, bis der Weg in ein breiteren Fahrweg mündet. Zahlreiche Wegweiser sagen uns: wir sind jetzt auf dem Rotweinwanderweg.

Bahnhof Heimersheim

Wir folgen ihm rechts hangabwärts, kommen durch die Ortschaft Lohrsdorf, bleiben aber auf dem Rotweinwanderweg und sehen nach zwei Kilometern unter uns den Bahnhof Heimersheim.

 

 

 

Diese Tour gibt es auch immer wieder als GeoExkursion

Eidechse in der Weinbergmauer

 

Neubeschriftung des Siebengebirges

Reizvoll im Siebengebirge sind – oder besser: waren – die ganzen urigen Wegweisersteine. Scheinbar seit Urzeiten stehen sie krumm und schief an Wegkreuzungen, grau, manchmal verwittert, manchmal verblasst, aus Sandstein oder Basalt. Sie gaben dem Siebengebirge Charakter

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Aber ihre Zeit ist vorbei.  Schade.

Seit einigen Monaten sind auf den Wegweisersteinen rosarote Flecken aufgetaucht, der Verdacht von Vandalismus ging um. Aber es waren Markierungen, die Wegweisersteine sollten überarbeitet und ans neue Wegekonzept angepasst werden. Die Beschriftungen sollen länger lesbar sein, nicht mehr so schnell verwittern.

Am vergangenen Donnerstag habe ich mir die Steinmetze angeschaut, wie sie jetzt die neuen Wegweiser bearbeiten. Teils werden die alten Steine abgeschliffen und eine neue Gesteinsplakette mit Wegweiserdaten wird eingesetzt, teils werden ganz neue Steine aufgestellt. Runde Plaketten eines nur sehr schwer verwitterbaren Sandsteins werden in Löcher eingesetzt, die die Steinmetze mühevoll bohren.  Sandstein sei noch relativ gut zu bearbeiten, aber Basalt sei schon eine schwere Aufgabe, sehr hart dieses Gestein.

Ende März, so die Steinmetze, soll alles fertig sein, die Wegweisersteine sind dann auf die hoffentlich richtigen Plätze gebracht und aufgestellt worden. Hoffentlich – meint der Steinmetz, denn er kennt sich im Siebengebeirge nicht aus. Also achten auf die neuen Wegweiser, ob sie auch den richtigen Weg anzeigen.

Und nun wandern wir durch das Siebengebirge mit seinen neuen Plaketten, es hat nach meiner Meinung dadurch Charakter verloren. Etwas ganz uriges ist nicht mehr da.

Aber wir müssen dankbar sein, das niemand die scheußlichen Wegweiser gemäß irgendeiner touristischen Norm aufgestellt hat, die zum Beispiel in der Eifel auf Pfosten an jeder Wegkreuzung aus dem Boden wuchern. Einer Schilderwald wie in der Kölner City durchzieht auch die Landschaft ….

 

 

 

Quellen und Vulkane bei Steffeln

Steffeln in der Vulkaneifel, zwischen Blankenheim und Gerolstein. Ein Stück Vulkanologielehrbuch, eine Wanderung über Höhen mit herrlichen Aussichten und zu versteckten Quellen

Kapelle oberhalb von Steffeln

Weil nach Tagen des Regens endlich mal wieder die Sonne schien, habe ich mich am vergangenen Wochenende aufgemacht nach Steffeln, um das nächste Kapitel für meinen Wanderführer über die Westeifel fertig zu stellen. Weil die Aussicht so grandios war, habe ich mein Auto oberhalb Steffeln an der kleinen Kapelle geparkt und erst einmal den Blick übers Land genossen. Ein Bittweg führt den Hang hinauf, zahlreiche Wegekreuze zeigen die Kreuzigungsgeschichte, was ich aber auf der Rücktour von unten aus dem Ort wieder hoch zur Kapelle besser sehen konnte.

Blick über die Eifellandschaft von der Kapelle aus

Blick über die Eifellandschaft von der Kapelle aus

Zunächst ging es über die Felder Richtung Auel, unterwegs fand ich einen alten Steinbruch in einem Vulkanit, der noch im Schatten lag. Ganze Wasserfälle von Eiszapfen hingen am Fels, umhüllten Gräser und Äste, in der immer wärmer werdenden Sonne begann das Eis langsam zu schmelzen, immer mehr Eiszapfen stürzten ab.

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem ich den Ort Auel hinter mir gelassen habe – vor der Kirche rechts rein auf dem markierten Wanderweg „Maare und Vulkane“, führt der Weg lange geradeaus, am Waldrand vorbei, über mir kreisen viele Raubvögel. Hinter einem Fischteich öffnet sich ein weiter Kessel: das Duppacher Maar. Ein Vulkankrater, dem man es nicht auf den ersten Blick ansieht, das es ein Vulkankrater ist, die meisten Menschen erwarten in einem Maar einen Maarsee, der aber hier, wie bei den meisten Eifelmaaren fehlt.  Dennoch läßt sich der Kraterrand gut erkennen, eine Straße führt dort hinauf.

Ich überquere einen rauschenden Bach, oben auf dem Hügel weist mir eine einsame Hütte den Weg. Der Infopunkt zu einer hier einst gelegenen römischen Villenanlage und von hier, auf den gemütlichen Sandsteinbänken, ist der Blick auf den Maarkrater noch besser und eindeutiger.

Blick von der Römervilla auf das Duppacher Maar

Bald führt der Weg durch einen regelrechten Auenwald, dieser Bach kommt vom Eichholzmaar, im Wald stoße ich auf das Auelner Drees, eine eisenhaltige Mineralquelle, eindeutig zeigt die rote Farbe im Quellbecken das Eisen an.

Selten so einen verträumten Ort gesehen wie das Eichholzmaar. Ein kleines Maar, einst ein Vulkan, früher mit einem Maarsee, aber irgendwann trockengelegt, Vieh sollte dort weiden. Vor einigen Jahren wurde das Eichholzmaar wieder renaturiert, es wurde Wasser eingeleitet, der Maarsee wieder zum Leben erweckt. So ist das Eichholzmaar heute eines der 10 Maare der Eifel, die einen Maarsee besitzen. Lebensraum für viele Vögel, nicht umsonst steht am Rande eine Vogelbeobachtungshütte, in man sich still setzen und die Vogelwelt am Maar beobachten kann.

Hunderte von Kranichen ziehen laut schreiend über mich hinweg, während der Weg an der nächsten Mineralquelle, dem Steffelner Drees vorbei führt. Auch diese eisenhaltige Quelle ist durch Eisenoxide kräftig rot gefärbt.

Es ist kein Problem, den Weg zum Steffelnberg zu finden, der Wanderweg ist gut ausgeschildert und wenn wir die Anhöhe erklommen haben, liegt der einstige Vulkankegel direkt vor uns … noch zwei Kilometer über die Felder, Leider ist der Vulkan nicht mehr so imposant, wie er einst war. Die oberen 60 Meter wurden abgetragen und zum Straßenbau verwendet. Hier wurde Landschaft zerstört, aber das Herz des Geologen lacht vor Freude! Ein tiefer Krater in der Erde, der das Innere des Vulkans freilegt, Ascheschichten, Basaltlavagänge, die einst nach oben drangen, Lavaströme und tektonische Verwerfungen. Und weil dieser Steinbruch ganz besonders interessant ist, hat die Gemeinde Steffeln gemeinsam mit einigen Vulkanologen dort ein vulkanologisches Freiluftmuseum mit vielen Infotafeln errichtet. Und begeistert lese ich all die Erläuterungen zu diesem Vulkan und dem Vulkanismus in der Eifel ganz allgemein.

Eine wunderschöne Wandertour zwischen Steffeln und Duppach, etwa 13 km lang. Nach verlassen des Vulkans sehe ich schon da drüben die Kapelle auf dem Hang, der steilste Anstieg des Tages kommt jetzt, durch Steffeln hindurch und dann den Bittweg hinauf. Der morgendliche Eifelblick war es in jedem Fall wert.

Kraniche über der Vulkaneifel

Als überzeugter Karnevalist :-) bin ich Weiberfastnacht schon sehr früh in die Vulkaneifel nach Gerolstein gefahren und bin direkt bis Freitag geblieben, um an meinem Wanderführer den Vulkanen der Westeifel zu arbeiten, der im Frühjahr erscheinen wird
Freitag war ich rund um den Vulkankegel des Rockeskyller Kopfes nordöstlich von Gerolstein unterwegs. Ein grandios schöner Wanderweg durch Steinbrücke mit Einblicken, die ihresgleichen suchen.

Kraniche

 

Was mich aber an diesem Tag ganz besonders beeindruckte, waren die Kraniche, die über eine Stunde lang über mich hinweg flogen. Ich stehe in einem der Steinbrüche auf dem Rockeskyller Kopf, da hob ein Geschrei an, das nicht enden wollte. Hunderte von Kranichen zogen bei dem herrlich sonnigen Sommerwetter laut schreiend über mich hinweg. Es nahm kein Ende, eine Gruppe folgte der anderen, kreiste über mir, zog weiter.

Frühlingsboten. Wenn die Zugvögel kommen, kommt der Frühling. Beeindruckend, die großen Vögel, die lange über mir kreisten, bis sie weiter nach Norden zogen und schon kurz danach ertönte am Himmel das Geschrei der nächsten Gruppe, die sich näherte.