Neubeschriftung des Siebengebirges

Reizvoll im Siebengebirge sind – oder besser: waren – die ganzen urigen Wegweisersteine. Scheinbar seit Urzeiten stehen sie krumm und schief an Wegkreuzungen, grau, manchmal verwittert, manchmal verblasst, aus Sandstein oder Basalt. Sie gaben dem Siebengebirge Charakter

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Aber ihre Zeit ist vorbei.  Schade.

Seit einigen Monaten sind auf den Wegweisersteinen rosarote Flecken aufgetaucht, der Verdacht von Vandalismus ging um. Aber es waren Markierungen, die Wegweisersteine sollten überarbeitet und ans neue Wegekonzept angepasst werden. Die Beschriftungen sollen länger lesbar sein, nicht mehr so schnell verwittern.

Am vergangenen Donnerstag habe ich mir die Steinmetze angeschaut, wie sie jetzt die neuen Wegweiser bearbeiten. Teils werden die alten Steine abgeschliffen und eine neue Gesteinsplakette mit Wegweiserdaten wird eingesetzt, teils werden ganz neue Steine aufgestellt. Runde Plaketten eines nur sehr schwer verwitterbaren Sandsteins werden in Löcher eingesetzt, die die Steinmetze mühevoll bohren.  Sandstein sei noch relativ gut zu bearbeiten, aber Basalt sei schon eine schwere Aufgabe, sehr hart dieses Gestein.

Ende März, so die Steinmetze, soll alles fertig sein, die Wegweisersteine sind dann auf die hoffentlich richtigen Plätze gebracht und aufgestellt worden. Hoffentlich – meint der Steinmetz, denn er kennt sich im Siebengebeirge nicht aus. Also achten auf die neuen Wegweiser, ob sie auch den richtigen Weg anzeigen.

Und nun wandern wir durch das Siebengebirge mit seinen neuen Plaketten, es hat nach meiner Meinung dadurch Charakter verloren. Etwas ganz uriges ist nicht mehr da.

Aber wir müssen dankbar sein, das niemand die scheußlichen Wegweiser gemäß irgendeiner touristischen Norm aufgestellt hat, die zum Beispiel in der Eifel auf Pfosten an jeder Wegkreuzung aus dem Boden wuchern. Einer Schilderwald wie in der Kölner City durchzieht auch die Landschaft ….

 

 

 

4 Antworten auf „Neubeschriftung des Siebengebirges“

  1. Hallo,
    in der Tat: Manche neue Wegweiser führen erheblich in die Irre. Da wird nach rechts gezeigt, dabei geht es nach unten. Usw.. Für Ortskundige ist es ein lustiges Spiel: Stimmt der Wegweiser? Versteht man ihn? Für Fremde sind Verirrungen vorprogrammiert. Da müssten in der Tat 1 – 2 Leute alle neuen Wegweiser auf Richtigkeit und Schlüssigkeit kontrollieren. Schade, die alten z.T. ehrenamtlich renovierten waren doch wunderbar, vor allem wiesen sie den richtigen Weg. Oder gab es irgendwo noch Geld, dass verbraten werden musste?

  2. Ich habe schon vor kurzem über Bekannte von dieser unsäglichen Aktion gehört.

    Ich fand die alten Wegmarkierungen auch einfach nur urig, ja fast kultig. Die neuen sehen unmöglich aus.

    Wenn ich wüßte, wo man sich beschweren kann, würde ich es tun…

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