Herbstwandern rund um Kloster Heisterbach

Die Gegend um Kloster Heisterbach ist eine der schönsten Gegenden des Siebengebirges. Es ist nicht die einsamste Gegend, das alte Zisterzienserkloster, die Klosterlandschaft und die urige Gebirgswelt locken an sonnigen Tagen viele Wanderer in diese Region.

Die geheime Pforte – ein Mönch ging hinaus und kam nach 800 Jahren erst zurück.

Es lohnt sich, hier auf Wanderschaft zu gehen. Neben dem Kloster gibt es einen Wanderparkplatz, Ausgangspunkt für unsere Touren, egal in welche Richtung sie auch führen mögen. Das Kloster selbst besuchen wir in jedem Fall, ob vor oder nach der Wanderung, hängt nicht zuletzt vom Wunsch ab, die Klosterstube zu besuchen um dort noch einen abschließenden Kaffee zu nehmen. Vorher aber umwandern wir die Chorruine, den letzten Rest der alten Abteikirche. Im Hintergrund, noch innerhalb der Mauern, stoßen wir auf verträumte Fischteiche und eine kleine Pforte, durch die einst ein Mönch ging und die Zeit verlor … so sagt es die Legende. Die alten Friedhöfe der Mönche erscheinen genauso geheimnisvoll wie die kleinen Kapellen. Wenn nicht gerade Hochbetrieb innerhalb der Klostermauern herrscht, ist es wahrlich ein Ort der Muße, unter großen Bäumen läßt es sich in wunderbarer Stille stundenlang entspannt sitzen und träumen.

 

Vom Kloster aus führen Wanderwege auf den Petersberg, zum Nonnenstromberg, zum Stenzelberg und zum Weilberg. Die detaillierten Wege will ich hier nicht beschreiben, sie sind exzellent ausgeschildert und auf dem Parkplatz steht zudem eine große Tafel mit einen Wanderkarte.

Wer hoch hinaus will, folgt zum Ende des Wanderparkplatzes den Hinweisen zum Petersberg. Über einen alten Bittweg geht es steil nach oben, einige Wegekreuzes sind noch erhalten und stehen am Wegesrand, der Weg führt durch immer dichter liegende Basaltfelsen und über Basaltstufen hinauf, bis wir durch einen alten Sicherheitszaun gehen, die Tür ist geöffnet, Kameras und Scheinwerfer sind abgeschaltet. Einst war das jetzige Grand Hotel auf dem Petersberg Gästehaus der Bundesregierung, als diese noch in Bonn residierte. Auf dem Petersberg angekommen genießen wir den wunderbaren Blick von der Aussichtsterrasse über das Rheintal, vielleicht hat der Biergarten geöffnet und erlaubt eine Pause. Wenn wir das Hotel umkreisen, entdecken wir die alten Klostermauern, hier oben hatten sich die Heisterbacher Mönche zunächst angesiedelt, bevor sie dann doch ins Tal zogen. Ein Gedenkstein erinnert daran, das auch hier eine Zahnradbahn auf den Petersberg hinauf fuhr – dem Drachenfels gleich. Und dann geht es herunter vom Petersberg Richtung Nonnenstromberg und Stenzelberg.

 

Wem der Petersberg zu steil ist, der geht vom Koster direkt zum Stenzelberg, lernt auf dem ausgeschilderten Stenzelbergrundweg die alten Steinbrüche kennen, aus denen das Material für die Mauern des Kloster Heisterbach stammt. Ein bizarre Landschaft, je intensiver das Licht, umso dramatischer wirken die schroffen Felsen des Stenzelberg.

 

Vom Petersberg herunter kommend liegt auf dem Weg zum Stenzelberg noch der Nonnenstromberg. Nicht spektakulär, keine Aussichten, aber ein schmaler Pfad führt durch einen ausgefallen schönen Buchenwald  über den Gipfel, auf ihm verläuft auch der Rheinsteig, auf der einen Seite in Serpentinen hoch, auf der anderen Seite in Serpentinen herunter.

Wie auch immer wir gehen, ob über den Nonnenstromberg oder direkt zum Stenzelberg, wir passieren in jedem Fall das urige „Einkehrhaus Waidmannsruh“ – jetzt wird es wirklich Zeit für eine Pause. Immerhin bäckt man dort ganz hervorragende Kuchen, im Herbst macht Chefkoch Daniel Grewe köstlichen Kesselsknall und zur richtigen Jahreszeit werde ganze knusprige Gänse serviert. Noch zu früh ? Frühaufsteher genießen hier ein üppiges Wandererfrühstück, bei miesem Wetter in der warmen Gaststube, bei Sonne auf der Terrasse.

 

Runter geht es wieder von den Bergen oder doch erst noch höher ? Nur 15 Minuten entfernt liegt die kleine Burgruine Rosenau. Und dann machen wir uns auf den Weg zurück zum Kloster, direkt abwärts auf dem gut ausgeschilderten Weg … oder wir nehmen den zweifelsohne schöneren Umweg über den Weilberg und erfahren dort am alten Steinbruch noch eine Menge über den historischen Basaltabbau am Weilberg und über den Vulkanismus im Siebengebirge.

 

Alle Wege sind ausführlich beschrieben in meinem Wanderführer durch das Siebengebirge