Die blauen Edelsteine vom Laacher See

Edelsteine, Gold und andere Schätze faszinieren die Menschen schon seit je her. Der Laacher See in der Osteifel ist der wichtigste Fundort weltweit für den blauen Edelstein Haüyn.

Haüyn-Kristalle

In den 12.800 Jahre alten Lavamassen des Laacher See Vulkans glitzert es immer wieder blau, kleine blaue Kristalle liegen darin oder schimmern aus hellen Bimsbrocken hervor.

Die Region der Osteifel ist ein Eldorado für Mineraliensammler, in einschlägigen Publikationen wird eine enorme Anzahl oftmals wunderschöner Mineralien aufgelistet und abgebildet. Allerdings, bei den wunderschönen Fotos sollte man doch immer auf dem Maßstab achten, denn oftmals steht unter dem Foto: Bildbreite 3 mm. Micromounts nennt der Mineraliensammler diese Kleinstmineralien, deren wahre Schönheit nur unter dem Mikroskop zur Geltung kommt.
Das berühmteste, schönste und meist gesuchte Mineral der vulkanischen Osteifel ist sicherlich der Haüyn, er ist himmel- bis tiefblau, findet sich in den Auswurfmassen des Laacher-See-Vulkans und kann Edelsteinqualität erreichen, wenn er tiefblau, klar und durchsichtig und frei von Rissen ist. Ab 2 mm Größe können Haüynkristalle schleifwürdig sein. Kristalle von mehr als 4 cm Größe wurden schon gefunden, aber wird finden bei unseren Exkursionen in die Laacher See-Tephra meist Kristalle von 1-4 mm Größe, manchmal liegen sie frei und einzeln in der lockeren Lava, andere wieder sind in festen Bimsauswürflingen eingewachsen.

Haüynkristalle im Bims

Der Laacher See ist die wichtigste Fundstelle für Haüyn weltweit, die ersten Funde wurden allerdings in der italienischen Region Latium von Abbé Gismondi im Jahre 1800 gemacht. Benannt wurde es später nach dem französischen Mineralogen René-Just Haüy (1743-1822)
Haüyn wurde beim Ausbruch des Laacher See Vulkans gefördert und findet sich in dessen Tephra (herausgeschleuderten lockeren Lavamassen), die hier überwiegend als Bims vorliegen und gemeinhin als Trass bezeichnet werden. Deshalb wollen wir hier einen vereinfachten Blick auf die Ausbruchsphasen dieses Vulkans werfen, wie sie der Vulkanologe Hans-Ulrich Schmincke u.a. in seinem Buch „Vulkane der Osteifel“ beschrieben hat.

Bimsablagerungen am Laacher See

Die Eruption des Laacher See Vulkans gliedert sich in drei Hauptphasen, in denen drei unterscheidbare Tephragruppen eruptiert und in kartierbaren Fächern abgelagert wurden.
Die erste Ausbruchsphase führte zur Ablagerung der Lower Laacher See Tephra LLST
Die zweite Ausbruchsphase schuf die Middle Laacher See Tephra MLST
Letztlich entstanden die Tephra-Fächer der Upper Laacher See Tephra ULST, die sich nach Süden und Südosten über die Orte Mendig, Nickenich und Kruft erstrecken.
Nachdem sich die Magmenkammer nun schon zum großen Teil entleert hatte und sich an ihrem Boden noch ein Bodensatz zusammengeklumpten Materials befand, lief von den Seiten noch einmal Grundwasser herein, was zu erneuten heftigen phreatomagmatischen Eruptionen führte. Nun wurde auch dieser Bodensatz aus der Magmenkammer herausgeschleudert und lagerte sich in mächtigen Schichten ab. Die gesamten Schichten der Wingertsbergwand gehören den ULST an, repräsentieren diese Ausbruchsphase und nicht den gesamten Vulkanausbruch. In dieser Phase wurden nun auch die Haüyne ausgeworfen, die sich schon früh bei der Differenzierung des Magmas gebildet hatten und an den Boden der Magmenkammer sanken.

Haüynsammler


Manchmal gibt es Sammelexkursionen zu den Haüynfundstellen am Laacher See …. mit Fundgarantie. Mehr Informationen HIER