Kategorie-Archiv: Drachenfelser Ländchen

Frühmorgens auf dem Rolandsbogen bei Bonn

Morgenstund hat Gold im Mund …aber manchmal ist sie doch recht frisch, die Morgenstunde. So war ich gerade auf dem Rolandsbogen bei Bonn-Mehlen, einer basaltischen Vulkankuppe, die gleichzeitig mit den Vulkankuppen des Siebengebirges entstanden ist … vor etwa 25 Millionen Jahren. Bekannt ist die Kuppe heute durch den letzten Rest einer mittelalterlichen Burganlage.
Heute findet sich dort oben statt einer Ritterburg ein traumhaft gelegenes Restaurant. Der Blick von hier oben über das Rheintal und auf das gegenüber gelegene Siebengebirge ist großartig.
Sollte dann noch die Sonne rot und leuchtend aufgehen, dann lohnt sich das frühe Aufstehen.

Wagen Sie es einmal, stellen Sie den Wecker auf ganz früh und machen Sie sich auf den Weg. Die Sonne geht im Osten auf, wann genau, das lesen Sie im Internet

www.sonnenuntergang-zeit.de/

Gehen Sie ans Rheinufer, auf einen Gipfel in der Eifel, nehmen Sie eine Thermoskanne heißen Tee mit. Es lohnt sich früh da zu sein, schon eine Stunde vor dem Sonnenaufgang beginnt das Spektakel. Langsam beginnt sich der Himmel zu verfärben, färbt vielleicht die Welt ins rot, bis schließlich die Sonne im Osten über den Horizont empor kommt und die Welt wärmt und in ein gleißendes Licht taucht.

Auch tagsüber ist es reizvoll auf dem Rolandsbogen, bei herrlicher Aussicht über das Rheintal läßt es sich gut speisen    www.rolandsbogen.de/

 

neue Wanderführer für die Rheinlande

Ich bin lange auf Exkursionen gewesen und habe intensiv die Geologie der Westeifel und der Rheinlande untersucht. Jetzt zum Herbst sind soeben zwei neue Geo-Exkursionsführer erschienen.

EXPEDITION RHEINLAND 

16 spannende Wanderungen durch die Erdgeschichte

Das Rheinland erlebt seit Millionen von Jahren spektakuläre, geologische Phänomene: Gebirge entstanden und verschwanden, in der Niederrheinischen Bucht gediehen sumpfige Urwälder, Ozeane mit gewaltigen Korallenriffen bildeten sich und die Nordsee brandete einst bei Bonn an ihre Küste. Auf 16 landschaftlich beeindruckenden Wanderungen stellt Geologie-Experte Sven von Loga die erdgeschichtlich spannendsten Ziele im Rheinland vor. Erkundungsfreudige Abenteurer erleben eine faszinierende Zeitreise, angefangen bei den ältesten Gesteinen im Bergischen Land über das durch Vulkanausbrüche entstandene Siebengebirge bis zu den jüngsten Ablagerungen, den Kiesstränden am Rhein. Ein rundum anschaulicher und informativer Einblick in die geologische Vergangenheit des Rheinlandes und ein einmaliges Wandervergnügen, das zum aktiven Entdecken und Erforschen der historischen Spuren einlädt.

J.P.Bachem-Verlag, Köln
192 Seiten, zahlreiche Farbfotos und Kartenskizzen, broschiert.
EUR 14,95
ISBN 978-3-76163144-7
Dies sind die Exkursionen :

01 – Lindlarer Grauwacke
02 – Stromatoporenriffe in Bergisch Gladbach
03 – Schrock und Teufelsley bei Altenahr
04 – Landskrone im Ahrtal
05 – Historischer Erzbergbau am Lüderich
06 – Buntsandstein bei Nideggen
07 – Sophienhöhe und Braunkohle
08 – Siebengebirge
09 – Erpeler Ley und Unkeler Falte
10 – Drachenfelser Ländchen
11 – Kluterthöhle bei Ennepetal
12 – Osteifel bei Ettringen
13 – Rodderberg bei Bonn
14 – Wahner Heide
15 – Königsforst
16 – Rheinkiesel am Rheinufer bei Porz

Die Touren sind auch als Track für das GPS-Gerät verfügbar. Hier geht es zum Download

 

12 Wanderungen zu den Vulkanen der Westeifel

Erkunden Sie mit den Geologen Sven von Loga und Dr. Martin Koziol (Maarmuseum Manderscheid) auf 12 Wanderungen das Land der Maare, die vulkanologische und geologische Entstehungsgeschichte der Westeifel.

21 x 10,5 cm, 128 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen und Kartenskizzen, broschiert.
Eifel-Verlag
ISBN 978-3-943123-16-6
Alle Wanderungen als gpx-Track für GPS-Geräte verfügbar
Preis EUR 7,00

Die Exkursionen führen in diese Regionen :
• Steffeln und Duppach
• Mosenberg und Windsbornkrater bei Manderscheid
• Meerfelder Maar
• Eckfelder Maar
• Dauner Maare
• Dreiser Weiher und Umgebung von Dreis
• Ahrensberg
• Rother Kopf
• Vulkangruppe von Bad Bertrich
• Rockeskyller Kopf
• Strohn
• Gerolstein zwischen Munterley und Kasselburg

 

 

Sonnenaufgang im Drachenfelser Ländchen

Morgenstund hat Gold im Mund … so heißt es schon mal.

Aber für die meisten Menschen ist es eher eine Qual. Zumindest die richtig frühe Morgenstund zum Sonnenaufgang, der im Sommer auch noch so richtig früh ist. Sonnenaufgang im Januar, das kann jeder. Aber im Juni, zur Sommersonnenwende, wenn die Tage am längsten sind, wenn die Sonne schon kurz nach 5 Uhr aufgeht, da ist der Kampf gegen die Schwerkraft im Bett schon eine echte Schlacht.

Aber wenn man es dann geschafft hat, ist es grandios ! So war ich vor ein paar Tagen morgen um 3.30 Uhr unterwegs in Richtung Wachtberg, um von den Höhen bei Berkum aus den Sonnenaufgang hinter dem Siebengebirge anzusehen. Es war ein Erlebnis einer anderen Dimension ! Um 4.30 Uhr war es noch dunkel, aber allmählich begann es hinter dem Siebengebirge leicht rötlich zu werden. Die Wolken am Himmel verfärbten sich allmählich und plötzlich schaute die Sonne hinter dem Ölberg hervor. Dann ging es rasend schnell, sie eilte nach oben und tauchte das Drachenfelser Ländchen in diese Farben, die es nur des Morgens zum Sonnenaufgang gibt. Und ich stand da, vollkommen fasziniert und vollkommen glücklich, diesen Anblick genießen zu können und nicht mehr im Bett zu liegen.

Auch wenn es schwer fällt, macht Euch auf den Weg. Des Abends etwas früher ins Bett, den Wecker morgens gestellt, noch Zeit für einen oder zwei Kaffee … und dann los. Raus. Nach oben, dort wo der Ausblick gut ist und wo sich eine Kulisse bietet. Der Rucksack und die Fotoausrüstung sollten schon am Abend zuvor gepackt sein, ein Picknickpaket kann auch nicht schaden, denn viele schöne Plätze erfordern eine kleine Wanderung dorthin. Auch das macht dem Morgen grandios. Im Dunklen geht es los, allmählich erwacht rundherum die Natur, immer mehr Vögeln beginnen zu singen, die Farben des Himmels verändern sich im Minutentakt. Ein klarer Himmel, an dem der rote Feuerball der Sonne emporsteigt, ein Himmel voller Wolken, die das Farbenspiel mitmachen, eine Nebellandschaft, aus der plötzlich die Sonne hervor bricht. Jede Szenerie ist einzigartig und ist den Morgen wert.

Herbst auf dem Rodderberg

Langsam wird der Oktober golden.
Der Stand der Sonne wird tiefer, sie strahlt gelbe und rote Blätter auf den Bäumen an, das Farbenspiel wird immer faszinierender.

Blick vom Rodderberg nach Bonn

Blick vom Rodderberg nach Bonn

Heute war ich auf dem Rodderberg, einem Vulkan bei Bonn-Mehlem. Ein etwas abseits gelegener Vulkan, blickt man auf die Landschaft ringsum. Gegenüber das Siebengebirge, ein 25 Millionen Jahre alter Vulkanismus. Ebenso im Drachenfelser Ländchen westlich von Mehlem. Der Wachtberg, der Dächelsberg, der Vulkan des Domsteinbruches bei Berkum … alle sind etwa 25 Millionen Jahre alt. Nur der Rodderberg ist ein junger Vulkan von etwa 300.000 Jahren. Er gehört nicht hier hin, er gehört grundsätzlich zum Vulkanismus der Osteifel, zu den Vulkanen rund um den Laacher See herum … ein etwas nördlich gelegener Ausrutscher.

Es ist lohnend, den Rodderberg zu dieser Jahreszeit zu umwandern. Von Bonn-Mehlen folgen wir der Strasse nach Niederbachem, hinter Mehlem zeigen die Wegweiser zum Rolandsbogen und Rodderberg. HagebutteDort oben gibt es Wanderparkplätze, von denen wir unsere Routen um den Rodderberg starten können. Die Wege sind nicht lang und nicht steil, aber es gibt grandiose Aussichten über das Siebengebirge, über Bonn und nach Westen hin über das Drachenfelser Ländchen.

Spektakulär ist natürlich der gegenüber gelegene Drachenfels, der in der gelben Vormittagssonne scheinbar seinen vulkanischen Ursprung offenbart.

auf dem Rodderberg

auf dem Rodderberg

Blick vom Rodderberg auf Bonn

Blick vom Rodderberg auf Bonn

Der Rodderberg … ein wunderbares Ziel für einen gemütlichen Wanderausflug mit herrlichen Panoramablicken über das Rheintal und über das Siebengebirge.

 

Im Land der Wasserburgen

Wusstet Ihr, wieviele Wasserburgen es im Rheinland gibt ?

Burg Metternich-38-1000

Ich wußte es zuvor nicht, bis ich mich vor einiger Zeit intensiver damit beschäftigt habe. Unterwegs mit meinem Freund Udo Wallraf aus Bonn auf einer Radtour durch das Drachenfelser Ländchen zeigte er mir Burg Adendorf. Eine traumhaft schöne Wasserburg , natürlich von einem Wassergraben umgeben, in dem dicke Karpfen schwimmen. Alte Weiden lassen Ihre Äste bis uns Wasser hängen, ein idyllischer Park ringsherum.

Also machte ich mich auf Weg und besuchte in der Region zwischen Bonn, Heimbach, Aachen und Köln viele Wasserburgen. Je mehr ich recherchierte, auf desto mehr Wasserburgen stiess ich. Und eine ist schöner als die andere, geschichtsträchtig sind sie alle. Wenn man zur richtigen Tageszeit dort vorbei kommt und diese alten Wasserburgen im Licht der untergehenden Sonne betrachtet, ergeben sich oft unvergleichlich schöne Anblicke.

Einen Ausflug sind sie alle wert, die Wasserburgen liegen meist in einer reizvollen Umgebung, Bäche, schöne Landschaft und alte Bäume laden zu Spaziergängen ein.

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet über die schönsten Wasserburgen

Aber auch mit dem Fahrrad lassen sich die Wasserburgen erkunden, die Wasserburgen-Route bietet mehrere Touren an, die von Burg zu Burg führen.

Apfelblüte auf den Wachtberger Streuobstwiesen

Ein bisschen früh ist der Frühling in diesem Jahr, aber was soll es, umso schöner für die, die gerne in der Landschaft unterwegs sind. Und das bin ich zweifelsohne … also auf ins Drachenfelser Ländchen, wo in diesen Tagen die Apfelblüte ganz besonders schön ist.
Neben dem „Alten Land“ bei Hamburg und der Obstanbauregion am Bodensee ist der Raum rund um Meckenheim und Wachtberg die größte deutsche Apfel-Anbauregion. Riesige Felder sind mit Apfelbäumen bestanden und gerade jetzt blühen sie, ein wunderbarer Anblick vor dem blauen Himmel.

Viele Obstbaum-Plantagen sind mit kleinwüchsigen Apfelbäumen in Reihe und Glied bestanden, praktisch für die Ernte durch den Landwirt. So richtig schön sind sie aber nicht. Viel reizvoller und uriger sind die Streuobstwiesen mit ihrem oft alten Baumbestand, mit krummgewachsenen Bäumen, von denen jeder seinen eigenen Charakter hat. Dort wachsen alte Apfelsorten, die viele Menschen gar nicht mehr kennen, weil sie nicht im großen Rahmen angebaut werden, die aber ausgesprochen wohlschmeckend sind.  Die Streuobstwiesen sind aber auch ökologisch von großer Bedeutung, sie bieten Wohnraum für viele Vogel- und Insektenarten.

Deshalb bin ich direkt ein paar Stunden lang durch die Streuobstwiesenlandschaft spaziert und habe die Speicherkarte meiner Spiegelreflexkamera gefüllt. Schöne Streuobstwiesen gibt es im Raume Wachtberg bspw. auf dem Dächelsberg bei Wachtberg-Oberbachem und im Züllighovener Tal bei Wachtberg-Züllighoven.

Mehr Informationen findet Ihr auf den Internetseiten des Wachtberger Vereins zur Pflege der Streuobstwiesen

www.streuobst-wachtberg.de/

Streuobstwiesen-008-500