Archiv für den Autor: Sven von Loga

Als der Rhein noch konnte, wie er wollte … in der Urdenbacher Kämpe

Urdenbach-2017-01-0069-1000Das waren noch Zeiten für den Rhein, als er noch nicht eingedeicht war, noch nicht begradigt und ausgebaggert, damit große Frachtschiffe auf ihm fahren können. Einst floss der Rhein, wie er wollte, er verbog sich, mäandrierte. Gelegentlich änderte er sein Bett. Während in den Eiszeiten sein Bett noch von breiten Kiesbänken geprägt war, bestimmten in den letzten Jahrtausenden und Jahrhunderten eher sumpfige Auenwälder das Bild. Regelmäßig stieg der Rhein aus seinem Bett, das Hochwasser überflutete weite Gebiete vor allem in den Schlingen seiner Mäander, meterhoch standen diese Gebiete oft unter Wasser.

Nur bedingt fand dies früher den Zuspruch der Rheinanwohner. Diese Gebiete waren sumpfig, oftmals nicht zu passieren und auch nicht zu besiedeln, Moskitos brüteten darin und mache die Sumpfgebiete zur gesundheitlichen Gefahr.

Die Urdenbacher Kämpe ist ein solches Gebiet, ein alter Rheinarm, der einst bei der Begradigung des Flusses abgeschnitten wurde. Der alte Flußverlauf ist noch gut zu erkennen und das wird sich auch nicht ändern, denn die Urdenbacher Kämpe steht unter Naturschutz. Kein Deich trennt das Gebiet des Altarm vom Rhein, wenn der Rheinpegel steigt, läuft die Kämpe voll und steht schon einmal fast zwei Meter unter Wasser. Gelegentlich an Pfählen angebrachte Hochwassermarken zeigen die Wasserstände an. Wertvolle Feuchtgebiete haben sich dadurch entwickelt, Auenwaldgebiete begleiten den alten Flusslauf, überall lauern Fischreiher auf Beute,


Viele Vögel brüten im Unterholz, aber auch die vielen Kopfweiden und die Obstbäume auf den alten Streuobstwiesen sind wichtige Brutplätze für viele Vogelarten. Auf den Wiesen blühen viele seltene Pflanzen.

Die Urdenbacher Kämpe ist durch einige gut gekennzeichnete Wanderwege von verschiedener Länge zwischen 3 und 12 km gut erschlossen. Im Norden des alten Rheinarms, das ist ganz im Süden von Düsseldorf-Urdenbach, findet sich der Parkplatz „Piels Loch“, an dem etliche der Wanderwege starten, eine große Tafel beschreibt sie. Auch von der linken Rheinseite ist die Urdenbacher Kämpe gut zu erreichen. Das Auto läßt man in Zons stehen, fährt mit der Rheinfähre Zons-Urdenbach über und steht schon auf dem Wanderweg, der durch die Rheinwiesen führt.

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Die Wege sind ohne jede Steigung und deshalb leicht zu gehen, allerdings, oftmals sind sie recht matschig. Wenn es noch nicht lange her ist, das der Rhein in das Gebiet der Kämpe eindrang, dann sind in jedem Fall Gummistiefel notwendig.

Die Kämpe stellt auch einen wichtigen Retentionsraum dar, in den bei Rheinhochwasser das Wasser eindringen kann und so der Rheinpegel weiter unterhalb weniger schnell ansteigt. Für die Bewohner in Rheinnähe kann dies bedeuten, das ihre Häuser vielleicht deshalb nicht überflutet werden. Früher gab es entlang des Rheins zahllose Altarme und Auenwälder, die bei einem Hochwasser voll liefen und und so ein übermäßiges Ansteigen des Rheinpegels weiter der Fluss entlang verhinderten. Die Eindeichungen des Rheins jedoch haben immer folgenschwerere Hochwässer zur Folge.

 

 

 

Eiszeit am Wasserfall Dreimühlen

Im Sommer ist es schon ein schöner Ort, aber jetzt im Winter, bei Frost, da ist es doch ein rechtes Spektakel. Und es wird im Laufe des Winters noch schöner werden.

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Der Wasserfall Dreimühlen bei Nohn in der Eifel – ganz in der Nähe von Hillesheim – ist ein merkwürdiges Ding. Er ernährt sich selber und wächst und gedeiht, er wird immer größer.

Weil das Wasser, das diesen Wasserfall hinab fällt, durch das Kalkgestein der Hillesheimer Kalkmulde fließt, ist im Wasser viel Kalk gelöst. Fällt das Wasser des Baches über die Kante des Felsens hinab, sprüht das Wasser durch die Luft, erwärmt sich und der gelöste Kalk fällt aus. Der Felsen wächst. Zumindest im Sommer geht das so, im Winter wächst der Felsen des Wasserfalls dann nicht – oder doch, er vergrößert sich durch Eis.

Das Wasser des Baches sprüht über den Felsen, Wasserdampf steigt auf, der Berg aus Eis wird immer dicker, im Moos hängen kleine, am Felsen riesige Eiszapfen. Ästchen und Grashalme sind von dicken Eispanzern umhüllt. Besonders schön ist es, wenn die Sonne über den Berg kommt, was in der Winterzeit erst später am Vormittag und dann auch nicht allzu lange der Fall ist.

In der Ortschaft Nohn bei Üxheim/Ahütte ist der Wasserfall deutlich ausgeschildert. Kurz vor den Nohner Mühle parken wir das Auto (mit ÖPNV ist der Wasserfall leider nicht zu erreichen) und gehen in den Feldweg hinein, biegen aber direkt nach rechts hangaufwärts ab, um einen größeren Bogen über den ausgeschilderten GeoWanderpfad zu machen.  Bald führt der Pfad wieder hangabwärts, durch Bachtal, über von Rauhreif überzogene Wiesen, denn die Wintersonne kommt hier unten im Tal gar nicht an.  Was ist das für ein faszinierendes Bild, alles wie verzuckert weiß. Auch der Wasserfall liegt im düsteren Weiß, bis die Sonne kommt, ihn anleuchtet, grün und gelb erstrahlen lässt, das Eis in allen Farben glitzert, die Wasserdämpfe aufsteigen …

neue Wanderführer für die Rheinlande

Ich bin lange auf Exkursionen gewesen und habe intensiv die Geologie der Westeifel und der Rheinlande untersucht. Jetzt zum Herbst sind soeben zwei neue Geo-Exkursionsführer erschienen.

EXPEDITION RHEINLAND 

16 spannende Wanderungen durch die Erdgeschichte

Das Rheinland erlebt seit Millionen von Jahren spektakuläre, geologische Phänomene: Gebirge entstanden und verschwanden, in der Niederrheinischen Bucht gediehen sumpfige Urwälder, Ozeane mit gewaltigen Korallenriffen bildeten sich und die Nordsee brandete einst bei Bonn an ihre Küste. Auf 16 landschaftlich beeindruckenden Wanderungen stellt Geologie-Experte Sven von Loga die erdgeschichtlich spannendsten Ziele im Rheinland vor. Erkundungsfreudige Abenteurer erleben eine faszinierende Zeitreise, angefangen bei den ältesten Gesteinen im Bergischen Land über das durch Vulkanausbrüche entstandene Siebengebirge bis zu den jüngsten Ablagerungen, den Kiesstränden am Rhein. Ein rundum anschaulicher und informativer Einblick in die geologische Vergangenheit des Rheinlandes und ein einmaliges Wandervergnügen, das zum aktiven Entdecken und Erforschen der historischen Spuren einlädt.

J.P.Bachem-Verlag, Köln
192 Seiten, zahlreiche Farbfotos und Kartenskizzen, broschiert.
EUR 14,95
ISBN 978-3-76163144-7
Dies sind die Exkursionen :

01 – Lindlarer Grauwacke
02 – Stromatoporenriffe in Bergisch Gladbach
03 – Schrock und Teufelsley bei Altenahr
04 – Landskrone im Ahrtal
05 – Historischer Erzbergbau am Lüderich
06 – Buntsandstein bei Nideggen
07 – Sophienhöhe und Braunkohle
08 – Siebengebirge
09 – Erpeler Ley und Unkeler Falte
10 – Drachenfelser Ländchen
11 – Kluterthöhle bei Ennepetal
12 – Osteifel bei Ettringen
13 – Rodderberg bei Bonn
14 – Wahner Heide
15 – Königsforst
16 – Rheinkiesel am Rheinufer bei Porz

Die Touren sind auch als Track für das GPS-Gerät verfügbar. Hier geht es zum Download

 

12 Wanderungen zu den Vulkanen der Westeifel

Erkunden Sie mit den Geologen Sven von Loga und Dr. Martin Koziol (Maarmuseum Manderscheid) auf 12 Wanderungen das Land der Maare, die vulkanologische und geologische Entstehungsgeschichte der Westeifel.

21 x 10,5 cm, 128 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen und Kartenskizzen, broschiert.
Eifel-Verlag
ISBN 978-3-943123-16-6
Alle Wanderungen als gpx-Track für GPS-Geräte verfügbar
Preis EUR 7,00

Die Exkursionen führen in diese Regionen :
• Steffeln und Duppach
• Mosenberg und Windsbornkrater bei Manderscheid
• Meerfelder Maar
• Eckfelder Maar
• Dauner Maare
• Dreiser Weiher und Umgebung von Dreis
• Ahrensberg
• Rother Kopf
• Vulkangruppe von Bad Bertrich
• Rockeskyller Kopf
• Strohn
• Gerolstein zwischen Munterley und Kasselburg

 

 

Sonnenaufgang im Drachenfelser Ländchen

Morgenstund hat Gold im Mund … so heißt es schon mal.

Aber für die meisten Menschen ist es eher eine Qual. Zumindest die richtig frühe Morgenstund zum Sonnenaufgang, der im Sommer auch noch so richtig früh ist. Sonnenaufgang im Januar, das kann jeder. Aber im Juni, zur Sommersonnenwende, wenn die Tage am längsten sind, wenn die Sonne schon kurz nach 5 Uhr aufgeht, da ist der Kampf gegen die Schwerkraft im Bett schon eine echte Schlacht.

Aber wenn man es dann geschafft hat, ist es grandios ! So war ich vor ein paar Tagen morgen um 3.30 Uhr unterwegs in Richtung Wachtberg, um von den Höhen bei Berkum aus den Sonnenaufgang hinter dem Siebengebirge anzusehen. Es war ein Erlebnis einer anderen Dimension ! Um 4.30 Uhr war es noch dunkel, aber allmählich begann es hinter dem Siebengebirge leicht rötlich zu werden. Die Wolken am Himmel verfärbten sich allmählich und plötzlich schaute die Sonne hinter dem Ölberg hervor. Dann ging es rasend schnell, sie eilte nach oben und tauchte das Drachenfelser Ländchen in diese Farben, die es nur des Morgens zum Sonnenaufgang gibt. Und ich stand da, vollkommen fasziniert und vollkommen glücklich, diesen Anblick genießen zu können und nicht mehr im Bett zu liegen.

Auch wenn es schwer fällt, macht Euch auf den Weg. Des Abends etwas früher ins Bett, den Wecker morgens gestellt, noch Zeit für einen oder zwei Kaffee … und dann los. Raus. Nach oben, dort wo der Ausblick gut ist und wo sich eine Kulisse bietet. Der Rucksack und die Fotoausrüstung sollten schon am Abend zuvor gepackt sein, ein Picknickpaket kann auch nicht schaden, denn viele schöne Plätze erfordern eine kleine Wanderung dorthin. Auch das macht dem Morgen grandios. Im Dunklen geht es los, allmählich erwacht rundherum die Natur, immer mehr Vögeln beginnen zu singen, die Farben des Himmels verändern sich im Minutentakt. Ein klarer Himmel, an dem der rote Feuerball der Sonne emporsteigt, ein Himmel voller Wolken, die das Farbenspiel mitmachen, eine Nebellandschaft, aus der plötzlich die Sonne hervor bricht. Jede Szenerie ist einzigartig und ist den Morgen wert.

Die Schätze des Rheins

Denk man an den Rhein und Schätze, kommt meist zunächst das Rheingold in den Sinn. Märchenhaften Goldberge, die die Nibelungen irgendwo versteckt haben. Vielleicht im Rhein versenkt haben ?
Aber das ist ein anderes Kapitel.

Das Rheinufer bei Porz-Langel

Das Rheinufer bei Porz-Langel

An den Ufern des Rheins sind andere Schätze zu finden, die sich auch bei gemütlichen Spaziergängen sammeln lassen. Alleine das normale Rheingeröll ist hochinteressant, erzählt es doch eine ausführliche Geschichte. Ein Granit hat die Reise vom Schwarzwald bis in die Rheinlande gemacht, irgendwann erreicht er die Nordsee, wenn ihn die ständige Bewegung bis dahin nicht zerrieben hat. Sandsteine und Quarzite kommen aus der Eifel und sind Zeugnisse eines Meeres, das dort vom 400 Millionen Jahren im Erdzeitalter Devon existierte. Weiße Milchquarze zeugen davon, das diese Gesteine zu einem gewaltigen Gebirge aufgefaltet wurden.

Im Erdzeitalter Perm brachen im Gebiet des heutigen Saar-Nahe-Berglandes Vulkane aus und überfluteten die Erde mit viele Zehner-Meter-mächtigen Lavadecken. In diesen Vulkaniten stecken wunderschöne Achate, die die Nahe in den Rhein transportiert und die sich am Rheinufer aufsammeln lassen. Aber auch Jaspis, Karneol und Bergkristall finden sich.

Auch Fossilien sind in den Rheingeröllen zu finden. Aus den devonischen Sedimenten der Eifel stammen fossile Brachiopoden, Korallen und Seelilienstilglieder. Grauwackegerölle aus dem Bergischen Land enthalten ebenfalls Seelilienstilglieder. Hornsteine aus der Jura- und Kreidezeit können Seeigelreste enthalten. Selten finden sich Ceratiten und Ammoniten, spiralisierte Tintenfischgehäuse, diese Funde macht man eher am Oberrhein.

Nicht selten ist versteinertes Holz, das aus den Keupergesteinen Frankens stammt.

Die Rheinablagerungen bildeten sich ganz überwiegend während der Eiszeiten im Quartär, während der letzen paar hunderttausend Jahre. Und in diesem Zeiten wandelte so einiges durch das Gebiet des Rheins : Wisente, Hirsche, Pferde und Mammutherden zogen umher. Auch ihre Überreste, Zähne und Knochen, finden sich in den Rheinschottern.

Wo finden sich denn all diese Schätze ? Grundsätzlich überall am Rhein, an denen der Rhein Gerölle ablagert. Schöne Kiesstrände finden sich unter anderem bei Königswinter-Niederdollendorf, bei Porz-Langel, am Weißer Bogen, bei Köln-Niehl, bei Leverkusen-Hitdorf und gegenüber bei Köln-Langel, bei Düsseldorf-Oberkassel und immer weiter den Rhein hinauf.

Bei Brohl endet das enge Mittelrheintal. Oberhalb davon finden sich keine Rheinschotter. Sicherlich, ein paar Gerölle liegen schon hier und da am Ufer herum, aber die wirklichen Ablagerungen des Rheins finden sich erst mit Beginn der Niederrheinischen Bucht.

Wer Rheingerölle in den Rheinlanden sammeln und bestimmen will, dem empfehle ich mal den von mir mit verfassten Kosmos Naturführer

Hier die Infos

In jeder Buchhandlung erhältlich.

Das größte Loch Deutschlands

Westlich von Köln bei Bergheim fressen die Schaufelradbagger gigantische Löcher in die Erde, um dort an die Braunkohle zu gelangen. Es eine Welt voller Gigantismen : der Tagebau Hambach ist der größte Tagebau Deutschlands. Die Sophienhöhe ist die größte Bergbauhalde Deutschlands. Rundum stehen drei der fünf größten deutschen Kraftwerke.

Der Blick auf diese Welt lohnt einen Ausflug.

Tagebau Hambach-1-1000

Die Sophienhöhe ist die gewaltige Bergehalde im Norden des Tagebaus Hambach. Im Süden, Richtung A4, drehen sich die Räder der Schaufelradbagger und hobeln Deckschichten und Braunkohle aus dem Berg. Während die Braunkohle zur Verstromung in die Kraftwerke befördert wird, muss der Abraum wieder abgelagert werden, er wird über Förderbänder an den nördlichen Rand des Tagebaus gebracht und dort von den Absetzern wieder aufgeschüttet. So wächst die Sophienhöhe Jahr für Jahr in die Höhe, aber auch nach Süden. Am einstigen Gipfelkreuz auf der Höhe läßt sich dies gut beobachten.

Da die Braunkohletagebaue nicht betreten werden dürfen, empfiehlt sich ein Wanderung über die Sophienhöhe, von oben bieten sich herrliche Ausblicke in den riesigen Tagebau und auf die am Horizont rauchenden Braunkohlekraftwerke. Wie auch immer man zur Problematik des Braunkohleabbaus stehen mag, die Impressionen sind faszinierend.

Zwei lohnende Möglichkeiten bieten sich:

Am Westrand der Sophienhöhe führt die L 264 entlang, der Wanderparkplatz Sophienhöhe bei Hambach ist deutlich ausgeschildert. Eine große Tafel zeigt dort die Wanderwege, am besten geht man einfach in Richtung Römerturm, dem höchten Punkt der Sophienhöhe mit herrlichen Aussichten

Am Ostrand der Sophienhöhe bei Elsdortf an der Strasse Auf der Heide gibt es ebenfalls Wanderparkplätze, von denen es auf den oberen Rand der Sophienhöhe geht, von hier bieten sich sehr gute Einblicke in den gewaltigen Tagebau Hambach.

 

Kein Sonnenaufgang im Siebengebirge

Mystische Löwenburg-Ruine

Klare kalte Luft kann einen wunderbaren Himmel bescheren und auch traumhafte Sonnenaufgänge. Nachdem der Himmel gestern den ganzen Tag strahlend blau war, bin ich heute morgen schon 7 Uhr auf der Margarethenhöhe bei Königswinter-Ittenbach gewesen, um oben auf der Löwenburg den Sonnenaufgang zu beobachten. Durch den stockdunklen Wald ging es aufwärts, um 7.45 Uhr standen wir auf der Löwenburg-Ruine … im dichten Nebel. Noch war es schön warm, der Aufstieg auf die mittelalterliche Burgruine ist durchaus ein bißchen steil, aber wenn man dann so da steht, bei eisigem Wind und -12°C, dann zieht die Kälte doch langsam in durch die mehrfachen Kleiderschichten. Allmählich wurde es auch Zeit, das die Sonne hervor kommen sollte, aber der Nebel wollte sich nicht lichten. Es blieb grau. Kein Sonnenaufgang, kein Sonnenstrahl.

Aber dennoch, die Burgruine lag da in Schnee und Nebel, ein mystischer Anblick. Auch wenn es kalt wurde, der morgendliche Ausflug hat sich gelohnt. Die Löwenburg ist zu jeder Tageszeit und zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.

Märchenhaftes Rheinufer in Porz-Langel

Porz-Langel. Südlichster Stadtteil von Köln, verträumt, abgelegen und von den Kölnern oft gar nicht zur Kenntnis genommen. Viele wissen gar nicht, das es diesen Stadtteil gibt. Aber das ist gut so, denn so ist der Rheinbogen bei Langel immer noch ein Geheimtipp.

Langel ist Überflutungsgebiet in jeder Hinsicht. Direkt am Rhein gelegen, durch mächtige Deiche geschützt, gehen wir hinter der Kirche hinunter an den Rhein, passieren ein Hochwassersperrwerk, das an einem gewissen Pegelstand geschlossen wird, immer geradeaus.

Rechts des Weges liegen ein paar verträumte Teiche, in denen der Langeler Angelverein jetzt sein Revier hat, alte Weiden lassen ihre Äste ins Wasser hängen, Wasservögel schätzen diesen Ort.

Wir gehen geradeaus ans Rheinufer, je nach dem, wie der Wasserstand des Rheins ist, liegen weite Sand- und Kieselstände vor uns. Die Sandstände sind von Rheinmuscheln übersäht, in den weiten Geröllbänken finden wir Achate, Jaspis und Karneol, schöne Treibhölzer eigen sich für Dekozwecke. Enten, Möwen, Schwäne, Kormorane, Gänse und andere Wasservögel lassen sich beobachten. Wir können nach links gehen, immer am Rheinufer entlang, immer über die Kieselsteinbänke, bis wir das Kölner Stadtgebiet verlassen und in Niederkassel angekommen sind. Gegenüber liegt Wesseling, das krasse Gegenteil. Die Kühltürme des Kraftwerks glitzern in der Abendsonne wunderbar, eine Welt voller Röhren und Raffinerieanlagen macht die andere Rheinseite zu einem gebiet, das man lieber nur von ferne sehen möchte.

An vielen Stellen läßt sich das Rheinufer auf schmalen Pfaden verlassen, durch den Langeler Auwald hindurch gelangen wir etwas hangaufwärts auf den Deich und blicken in einen großen Polder, der im Ernstfall geflutet werden kann. Ernstfall heißt, der Pegel des Rheins steigt dermaßen an, das die Stadt Köln bedroht ist, dann wird dieses Gebiet geflutet, die Felder laufen voll und der Pegel in der Kölner City sinkt um ein paar – vielleicht entscheidende – Zentimeter.

Der Langeler Auwald und die Lülsdorfer Weiden werden regelmäßig vom Rhein überflutet, sie sind dem Deich vorgelagert. Noch wachsen hier überwiegend Pappeln, die aber nach und nach durch die typischen Auwaldbäume wie Esche und Bergahorn ersetzt werden. Ein Naturschutzgebiet, das noch ursprünglich ist, wie einst die Auwälder am Rheinufer vielerorts waren. Sumpfiges Unterholz, umgefallene Baumriesen, die langsam vor sich hinmodern, eine Welt wie aus Mittelerde. Der Auwald läßt sich durchwandern, der markierte KölnPfad führt mitten hindurch. Ganz besonders spannend ist der Auwald in den frühen Morgenstunden, wenn hier noch die Nebel knapp über der Erde hängen und die ersten Sonnenstrahlen durch die Wipfel brechen.

Oben auf dem Deich führt ein geteerten Radweg entlang, der Rheinradweg, auf ihm kommen wir gemütlich wieder nach Langel zurück.

Übrigens : wenn sie die Kiesbänke am Rheinufer nicht finden, dann ist Hochwasser. Dann kommen Sie ein anderes mal zurück.

 

Weihnachten in der Wahner Heide

Weihnachten ist in diesem Jahr nicht wie es sonst meist war. Von Schnee ist schon mal gar nicht zu reden, auch die Temperaturen lassen uns eher an einen späten Herbsttag denken. Strahlend blauer Himmel, die Sonne wärmt derart, das ein T-Shirt ausreicht …. da haben wir einmal geschaut, was denn die Esel in der Wahner Heide so machen.

Herfled

Natürlich geht es auch bei anderem Wetter. Eine Tour durch den Geisterbusch und durch das Herfeld Moor hat immer ihren Reiz, bei Nebel, bei Frost und Schnee, in der Sonne, in der Dämmerung. Ein bißchen laut ist es oft, wenn donnernd die Jets starten, aber auch beeindruckend, wenn ein riesiger Jet auf der Querwindbahn landet und im Herfeld nur wenige Meter über unseren Köpfen entlang schwebt.

Querwindbahn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Sonne tauchte das Herfeld heute in ein goldenes Licht, auf der Hasbacher Wiese haben wir Esel und Wasserbüffel getroffen.

Wie kommt man hin ? Auf der A 59 Richtung Flughafen, im Kreuz Flughafen die Anschlussstelle Porz-Grengel, auf dem Mauspfad Richtung Rath und und dort in die alte Panzerstrasse  (Alte Kölner Strasse). Nach der großen Kurve nach rechts liegt links der Strasse der Geisterbusch. Immer wieder kommen kleine Parkplätze.

Sonnenaufgang in der Wahner Heide

Die Wahner Heide, rund um den Köln-Bonner Flughafen gelegen. Ehemals Militärübungsplatz der Belgischen Armee, seit diese abgezogen ist, ist die Wahner Heide Naturschutzgebiet.
Eine wunderschöne Heidelandschaft, die an die Lüneburger Heide erinnert, nur eben viel kleiner. Aber dennoch hat die Wahner Heide ihre Reize. Sie ist teilweise noch auf dem Kölner Stadtgebiet gelegen und somit für Kölner mit der KVB-Linie 9 erreichbar.  Direkt nebenan gibt es das Autobahnkreuz Flughafen, auch mit dem Auto ist man schnell dort. Und wer von weither kommt, kann mittendrin mit dem Jet landen.

Der Funkmast auf dem telegrafenberg

Der Funkmast auf dem telegrafenberg

Zugegeben, das klingt alles nicht nach einem romantischen Naturschutzgebiet, aber dennoch läßt es sich insbesondere unter der Woche in der Wahner Heide einsam herum wandern, eine Vielzahl Pflanzen und Tiere läßt sich beobachten. Heidelandschaft mit eiszeitlichen Sanddünen, sumpfigen Birkenwald, Moor mit Wollgras. Rotwild, Rehwild, Schlangen und Eidechsen, Vögel und Insekten. Auf den Weiden im Geisterbusch grasen Esel, Ziegenherden, Glanrinder und sogar eine Herde asiatischer Wasserbüffel. Natürlich gibt es auch eine Schafherde, die dafür sorgt, das die Heide nicht verbuscht und letztendlich zum Wald wird.

Besonders reizvoll ist die Wahner Heide im Sonnenaufgang, da gestern herrliches Wetter war und die Sonnenaufgänge derzeit recht spät sind, ist auch das frühe Aufstehen kein Problem. So war ich denn längst vor Sonnenaufgang am Heidekönig, bin von dort in die nahegelegenen Sanddünen gewandert und habe gewartet, das sich der Sonnenball über den Horizont schiebt.

Es waren kaum Wolken am Himmel, deshalb gab es leider keine Fotos mit spektakulärem Himmel, aber dennoch : wenn sich die Sonne über die Bäume schiebt und die Heide in ein goldgelbes Licht taucht, ist es ein grandioser Anblick. Noch schöner – aber ein bißchen kälter – ist es, wenn richtiger Winter herrscht und die Heide vom Rauhreif überzogen ist, ein spektakuläres Erlebnis.

Also : mal morgens früh raus aus dem Bett, Skiunterwäsche etc., an, heißen Tee und ab in die Wahner Heide. Ansonsten geht das auch im Sommer, wenn es warm ist, allerdings: dann sind die Sonnenaufgänge schon des Morgens um vier Uhr.

Vielleicht sehen wir uns auf den Dünen ?

Wie kommt man hin : mit ÖPNV gar nicht, mit dem Auto auf dem Mauspfad zum Forsthaus Telefraf/ Heidekönig und von dort auf dem ausgewiesenen Weg in die Heide hinein. Immer geradeaus, etwas einen Kilometer und schon steht Ihr in den Sanddünen der Wahner Heide.

Natürlich lohnt sich danach eine schöne Wanderung Richtung Fliegenberg.