Als der Rhein noch konnte, wie er wollte … in der Urdenbacher Kämpe

Urdenbach-2017-01-0069-1000Das waren noch Zeiten für den Rhein, als er noch nicht eingedeicht war, noch nicht begradigt und ausgebaggert, damit große Frachtschiffe auf ihm fahren können. Einst floss der Rhein, wie er wollte, er verbog sich, mäandrierte. Gelegentlich änderte er sein Bett. Während in den Eiszeiten sein Bett noch von breiten Kiesbänken geprägt war, bestimmten in den letzten Jahrtausenden und Jahrhunderten eher sumpfige Auenwälder das Bild. Regelmäßig stieg der Rhein aus seinem Bett, das Hochwasser überflutete weite Gebiete vor allem in den Schlingen seiner Mäander, meterhoch standen diese Gebiete oft unter Wasser.

Nur bedingt fand dies früher den Zuspruch der Rheinanwohner. Diese Gebiete waren sumpfig, oftmals nicht zu passieren und auch nicht zu besiedeln, Moskitos brüteten darin und mache die Sumpfgebiete zur gesundheitlichen Gefahr.

Die Urdenbacher Kämpe ist ein solches Gebiet, ein alter Rheinarm, der einst bei der Begradigung des Flusses abgeschnitten wurde. Der alte Flußverlauf ist noch gut zu erkennen und das wird sich auch nicht ändern, denn die Urdenbacher Kämpe steht unter Naturschutz. Kein Deich trennt das Gebiet des Altarm vom Rhein, wenn der Rheinpegel steigt, läuft die Kämpe voll und steht schon einmal fast zwei Meter unter Wasser. Gelegentlich an Pfählen angebrachte Hochwassermarken zeigen die Wasserstände an. Wertvolle Feuchtgebiete haben sich dadurch entwickelt, Auenwaldgebiete begleiten den alten Flusslauf, überall lauern Fischreiher auf Beute,


Viele Vögel brüten im Unterholz, aber auch die vielen Kopfweiden und die Obstbäume auf den alten Streuobstwiesen sind wichtige Brutplätze für viele Vogelarten. Auf den Wiesen blühen viele seltene Pflanzen.

Die Urdenbacher Kämpe ist durch einige gut gekennzeichnete Wanderwege von verschiedener Länge zwischen 3 und 12 km gut erschlossen. Im Norden des alten Rheinarms, das ist ganz im Süden von Düsseldorf-Urdenbach, findet sich der Parkplatz „Piels Loch“, an dem etliche der Wanderwege starten, eine große Tafel beschreibt sie. Auch von der linken Rheinseite ist die Urdenbacher Kämpe gut zu erreichen. Das Auto läßt man in Zons stehen, fährt mit der Rheinfähre Zons-Urdenbach über und steht schon auf dem Wanderweg, der durch die Rheinwiesen führt.

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Die Wege sind ohne jede Steigung und deshalb leicht zu gehen, allerdings, oftmals sind sie recht matschig. Wenn es noch nicht lange her ist, das der Rhein in das Gebiet der Kämpe eindrang, dann sind in jedem Fall Gummistiefel notwendig.

Die Kämpe stellt auch einen wichtigen Retentionsraum dar, in den bei Rheinhochwasser das Wasser eindringen kann und so der Rheinpegel weiter unterhalb weniger schnell ansteigt. Für die Bewohner in Rheinnähe kann dies bedeuten, das ihre Häuser vielleicht deshalb nicht überflutet werden. Früher gab es entlang des Rheins zahllose Altarme und Auenwälder, die bei einem Hochwasser voll liefen und und so ein übermäßiges Ansteigen des Rheinpegels weiter der Fluss entlang verhinderten. Die Eindeichungen des Rheins jedoch haben immer folgenschwerere Hochwässer zur Folge.

 

 

 

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